Si­cher­heits­saal: Eklat beim Pro­zess

tz - - MÜNCHEN+REGION - UTE WESSELS

Der Ein­stand ist ver­mas­selt: Gleich beim ers­ten Pro­zess­tag im neu­en Hoch­si­cher­heits­ge­richts­saal in Sta­del­heim ist es ges­tern zum Eklat ge­kom­men. Grund: Die Ver­tei­di­ger füh­len sich zu sehr kon­trol­liert!

Ver­han­delt wer­den soll­te ge­gen neun Män­ner und ei­ne Frau tür­ki­scher und kur­di­scher Her­kunft. Vor­wurf: Sie sol­len als mut­maß­li­che Mit­glie­der der Tür­ki­schen Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei/Mar­xis­ten-Leni­nis­ten (TKP/ML) Mit­glie­der re­kru­tiert und Geld be­schafft ha­ben. Doch zum Pro­zess kommt es nicht.

Denn die Ver­tei­di­ger echauf­fie­ren sich mas­siv über die Kon­trol­len, über die Über­wa­chungs­ka­me­ras und ganz grund­sätz­lich über die Ver­le-

gung des Pro­zes­ses. Sie be­an­tra­gen die Rück­kehr in das Jus­tiz­ge­bäu­de an der Nym­phen­bur­ger Stra­ße.

Der neue Saal in Sta­del­heim ist für Pro­zes­se mit be­son­de­rem Ge­fähr­dungs­po­ten­zi­al ge­dacht. Durch die Ver­le­gung sei­en die Man­dan­ten stig­ma­ti­siert und vor­ver­ur­teilt wor­den, sa­gen die An­wäl­te. Zu­dem sei nicht klar, was die Ka­me­ras im neu­en Saal auf­zeich­nen, ein Ju­rist be­fürch­te­te, dass sei­ne Do­ku­men­te so aus­ge­späht wer­den kön­nen.

Rich­ter Man­fred Dauster un­ter­brach die Ver­hand­lung, al­le Fra­gen sol­len nun ge­klärt wer­den. „Wir se­hen ein, dass Sie so nicht wei­ter­ver­tei­di­gen kön­nen.“Die Ver­hand­lung soll nun am Frei­tag statt­fin­den.

Lässt sich fei­ern: ei­ne An­ge­klag­te. Der Pro­zess ge­gen sie fin­det nun am Frei­tag statt

Fotos: Klaus Haag

Stren­ge Kon­trol­len am Ein­gang des neu­en Hoch­si­cher­heits­saals

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