Das blu­ti­ge En­de die­ses Fa­mi­li­en­glücks

tz - - MÜNCHEN+REGION - MC/JAM

Nach au­ßen hin wirkt es wie ein per­fek­tes jun­ges Glück – Do­mi­nik R., der 22-jäh­ri­ge, mus­ku­lö­se Mann aus Frey­ung, schaut lie­be­voll auf das, was ihm am meis­ten zu be­deu­ten scheint: auf sei­ne Freun­din Li­sa (20) und den ge­mein­sa­men Sohn Lu­ca. Doch nun ist der Bay­er­wald­ler auf der Flucht, mit dem in­zwi­schen 18 Mo­na­te al­ten Bu­ben – Do­mi­nik R. soll sei­ne Freun­din Li­sa um­ge­bracht ha­ben. De­ren Mut­ter fand die To­te am Sams­tag – ver­packt in ei­nen Plas­tik­sack.

Wie konn­te es zu der Ge­walt­tat kom­men? Erst im Som­mer zog das jun­ge Paar mit dem Söhn­chen in das Mehr­fa­mi­li­en­haus in Frey­ung ein, 80 Qua­drat­me­ter Pri­vat­sphä­re. Doch schnell kri­sel­te es in der Be­zie­hung. Schon ab Sep­tem­ber war der jun­ge Mann, der ge­le­gent­lich als Typ Ma­cho be­schrie­ben wur­de, im­mer sel­te­ner zu se­hen, bis er ganz ver­schwun­den schien. „Und plötz­lich tauch­te er wie­der auf“, be­rich­tet ei­ne An­woh­ne­rin. Do­mi­nik R. küm­mer­te sich fort­an rüh­rend um den Klei­nen, erst ver­gan­ge­ne Wo­che sah man ihn, wie er den Bub auf dem Arm her­um­trug und ihn im Bug­gy spa­zie­ren fuhr. Nur die Ma­ma fehl­te, sie war ver­schwun­den.

Am Frei­tag letz­ter Wo­che er­schien des­we­gen Li­sas tief be­sorg­te Mut­ter an der Woh­nung, Po­li­zis­ten sol­len sie be­glei­tet ha­ben. Doch man fand nichts. Die Woh­nung war leer. Aber: „Es roch ir­gend­wie ko­misch im Haus“, sagt die An­woh­ne­rin. Am Sams­tag kam die Mut­ter, die im­mer un­ru­hi­ger wirk­te, er­neut vor­bei und such­te noch in­ten­si­ver in den Räu­men. In ei­nem Ver­steck fand sie ei­nen Plas­tik­sack, beim Öff­nen der Schock: Im Sack lag die Lei­che ih­rer ver­schol­le­nen Toch­ter. „Da war die­ser fürch­ter­li­che Schrei der Mut­ter …“, er­in­nert sich die Nach­ba­rin mit Schre­cken an die­sen Mo­ment.

Die Kri­po Pas­sau hat in­zwi­schen ei­ne Son­der­kom­mis­si­on ge­bil­det. „Die Fahn­dung nach Do­mi­nik R. läuft auf Hoch­tou­ren“, be­ton­te ein Po­li­zei­spre­cher. Die Er­mitt­ler ge­hen da­von aus, dass sich das ge­mein­sa­me, 18 Mo­na­te al­te Kind des Paa­res in der Ob­hut des flüch­ti­gen Va­ters

be­fin­det. Wie Li­sa H. ge­nau starb, dar­über hüllt sich die Po­li­zei der­zeit noch in Schwei­gen.

Do­mi­nik R. könn­te nach In­for­ma­tio­nen im VW Golf der Er­mor­de­ten auf der Flucht sein. Das Au­to wur­de seit Ta­gen nicht mehr ge­se­hen. Die Er­mitt­ler schlie­ßen nicht aus, dass sich der Tat­ver­däch­ti­ge im Aus­land auf­hält.

Es liegt na­he, da­bei an Tsche­chi­en zu den­ken. Doch gibt es auch Hin­wei­se dar­auf, dass sich Do­mi­nik R. nach Wes­ten ab­ge­setzt ha­ben könn­te, nach Frank­reich oder Spa­ni­en et­wa.

Al­lem An­schein nach hat er aber sämt­li­che Kon­tak­te in den Bay­er­wald ab­ge­bro­chen. Und das lässt die Freun­din­nen und Hin­ter­blie­be­nen der Ge­tö­te­ten fas­sungs­los zu­rück.

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