Ver­söh­nungs­tref­fen der CSU-Al­pha­tie­re

See­ho­fer will Streit mit Sö­der um Nach­fol­ge bei­le­gen

tz - - BAYERN -

CSU-Chef Horst See­ho­fer zieht im Dau­er­streit mit sei­nem Kon­tra­hen­ten Markus Sö­der die Not­brem­se: Bei ei­nem Ver­söh­nungs­tref­fen will der baye­ri­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent ei­ne wei­te­re Es­ka­la­ti­on des Zoffs um sei­ne Nach­fol­ge ver­hin­dern! Hin­ter­grund des Tref­fens, an dem ne­ben Sö­der auch Land­tags­prä­si­den­tin Bar­ba­ra Stamm und Lan­des­grup­pen­che­fin Ger­da Has­sel­feldt teil­neh­men sol­len, sind Um­fra­gen, wo­nach mehr als der Hälf­te der Be­völ­ke­rung die CSU als un­ei­nig wahr­nimmt. „Wenn das so ist, muss ein Par­tei­vor­sit­zen­der dar­auf re­agie­ren“, so See­ho­fer. Das Tref­fen sei da­her „kei­ne Über­re­ak­ti­on und kein Pi­pi­fax“. Es ge­he um ei­nen Kern­be­reich, wenn die CSU als un­ei­nig wahr­ge­nom­men wer­de. „Das Tref­fen ist an­ge­sichts die­ser Tat­sa­che bit­ter not­wen­dig.“

Da­bei trägt See­ho­fer selbst Mit­ver­ant­wor­tung für die­ses Bild der Un­ei­nig­keit: Er hat­te zu­letzt sei­ne An­grif­fe auf den Fi­nanz­mi­nis­ter, der ihn als Mi­nis­ter­prä­si­dent be­er­ben will, ver­stärkt. Bei ei­nem Tref­fen der Vor­stän­de der Bun­des­tags- und der Land­tags­CSU vor ei­ner Wo­che in Ber­lin üb­te See­ho­fer mas­si­ve Kri­tik an sei­nem Mi­nis­ter. Er hielt Sö­der – oh­ne ihn na­ment­lich zu nen­nen – vor, Ei­gen­nutz dür­fe nicht vor Ge­mein­wohl ge­hen, und „Pri­vat­stra­te­gi­en“müss­ten auf­hö­ren. Und in ei­nem BR-In­ter­view for­der­te See­ho­fer ei­nen ge­ord­ne­ten Über­gang: „Ich möch­te, dass dies im Te­am­geist er­folgt und nicht ego­is­tisch, weil ei­ne Per­son meint, es geht nur mit ihr oder al­les mit ihr.“Sö­der hat­te See­ho­fer zu­vor mit neu­er Kri­tik an Kanz­le­rin Mer­kel ge­reizt – un­mit­tel­bar, nach­dem der CSU-Chef beim Par­tei­tag die Aus­söh­nung mit der CDUChe­fin ein­ge­lei­tet hat­te.

An­ge­sichts der Es­ka­la­ti­on im Macht­kampf der CSU-Al­pha­tie­re misch­te sich vor ei­ner Wo­che CSUFrak­ti­ons­chef Tho­mas Kreu­zer ein: In See­ho­fers Ab­we­sen­heit kün­dig­te Kreu­zer an, er wol­le zwi­schen den bei­den Kon­tra­hen­ten ver­mit­teln, da „das Gan­ze sonst ge­fähr­lich wer­den“kön­ne. See­ho­fer mein­te ges­tern zu sei­nem Ver­hält­nis zu Sö­der: „Wir ar­bei­ten nor­mal, dar­auf kommt es mir an. Un­se­re Re­gie­rung ist hand­lungs­fä­hig“.

Foto: dpa

Die ge­gen­sei­ti­ge Ab­nei­gung wur­de zu­letzt im­mer of­fen­sicht­li­cher: Markus Sö­der und Horst See­ho­fer

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