Wenn das Un­fass­ba­re ge­schieht

tz - - BAYERN -

tirbt ein ge­lieb­ter An­ge­hö­ri­ger, ist das ein Schock für die Hin­ter­blie­be­nen. Man wird nie wie­der mit dem Men­schen spre­chen kön­nen, der eben noch da war. Vie­le Be­trof­fe­ne ver­zwei­feln ob der Si­tua­ti­on und wün­schen sich nichts mehr, als Ih­re Trau­er mit je­man­dem zu tei­len oder zu­min­dest über den er­lit­te­nen Ver­lust zu re­den. Hier bie­ten sich die un­ter­schied­lichs­ten An­lauf­stel­len an – al­len vor­an na­tür­lich die Fa­mi­lie und gu­te Freun­de. Der Ver­lust ei­nes ge­lieb­ten Men­schen ist ein durch und durch prä­gen­des, Kraft rau­ben­des Er­eig­nis. In den ers­ten Wo­chen und Mo­na­ten da­nach ist es des­halb um­so wich­ti­ger, nicht zu ver­su­chen, al­lei­ne mit der Si­tua­ti­on fer­tig zu wer­den.

„Der Le­bens­part­ner, der Bru­der, die Schwes­ter, die El­tern, die Groß­el­tern, wei­te­re Ver­wand­te und Freun­de – all die­se Men­schen um ei­nen her­um kön­nen dann hel­fen, in­dem sie bei Be­darf ein­fach zu­hö­ren und für den Trau­ern­den da sind“, er­klärt der Ge­schäfts­füh­rer des Bun­des­ver­ban­des Be­stat­tungs­be­darf, Dirk-Uwe Klaas. Es kann aber auch sein, dass der Fa­mi­li­en- oder Freun­des­kreis als Un­ter­stüt­zer aus­fällt, zum Bei­spiel weil die­ser eben­so be­trof­fen von dem Ver­lust ist. Oder es wird ein­fach ein An­sprech­part­ner au­ßer­halb die­ses in­ne­ren Krei­ses ge­sucht, der ganz ob­jek­tiv mit der Si­tua­ti­on um­ge­hen kann. „In die­sen Fäl­len gibt es ei­ne gan­ze Rei­he von An­lauf­stel­len, die über die schwie­ri­ge Zeit nach dem To­des­fall hin­weg­hel­fen kön­nen“, so Klaas. Da­zu zäh­len un­ter an­de­rem An­sprech­part­ner der Kir­chen, Mit­ar­bei­ter im Be­stat­tungs­ge­wer­be, Psy­cho­lo­gen, die Ca­ri­tas oder auch die In­ter­net­sei­te „www.trau­er.org“mit ih­ren vie­len In­for­ma­tio­nen zur Trau­er­ar­beit. „Au­ßer­dem kom­men noch zahl­rei­che Ver­ei­ne, Ver­bän­de und Stif­tun­gen für die er­folg­rei- che Trau­er­ar­beit in Fra­ge“, be­rich­tet Klaas wei­ter. „Zu nen­nen sind hier be­kann­te In­sti­tu­tio­nen wie die Ni­co­lai­dis Stif­tung, die sich um die Sor­gen und Nö­te jun­ger Wit­wen und Wit­wer so­wie de­ren Kin­der küm­mert und die Chris­ti­an Presl-Stif­tung, de­ren Haupt­au­gen­merk dar­auf liegt, Hin­ter­blie­be­nen von Un­fall­op­fern und Men­schen in Trau­er zu be­ra­ten.“Trau­ern­de El­tern kön­nen au­ßer­dem Hil­fe fin­den beim „Bun­des­ver­band Ver­wais­te El­tern e.V.“, beim „Le­ben oh­ne Dich e.V.“und beim Por­tal „www.Ster­nen­kin­der.de“. „Ganz wich­tig sind na­tür­lich auch die Be­lan­ge trau­ern­der Kin­der und Ju­gend­li­cher, denn die­se lei­den ganz be­son­ders un­ter dem Ein­druck des Ver­lus­tes“, be­kräf­tigt Klaas. Das „Zen­trum für trau­ern­de Kin­der“bie­tet zum Bei­spiel Kin­dern und Ju­gend­li­chen, die ei­nen ge­lieb­ten Men­schen ver­lo­ren ha­ben, Un­ter­stüt­zung an. Er­gänzt wer­den die­se An­ge­bo­te un­ter an­de­rem von Por­ta­len wie „www.kin­der­trau­er. in­fo“oder von der „Ar­che“, die sich um Men­schen küm­mert, die je­man­den durch ei­nen Sui­zid ver­lo­ren ha­ben. (DS)

Foto:Pan­ther­me­dia

Zä­sur im Le­ben: Der Tod ei­nes Men­schen stellt die Hin­ter­blie­be­nen vor ge­wal­ti­ge Her­aus­for­de­run­gen.

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