Lie­be bis in den Tod

Be­rüh­renWe BR-Do­ku Be­blei­tet WAs SterBen .on Mu­si­ker Ro­Bert Qolf

tz - - KULTUR + TV - IN­TER­VIEW: ST. THYS­SEN

Es ist ei­ne Ge­schich­te, die zu Her­zen geht. Die trau­rig macht, weil sie vom Sterben er­zählt, vom Lei­den und vom Ab­schied­neh­men. Aber sie er­zählt auch vom Le­ben und – in al­ler­ers­ter Li­nie – von der gro­ßen Lie­be. Es ist die Ge­schich­te von Ro­bert Wolf. Der Grün­der und Gi­tar­rist der Mu­sik­band Qua­dro Nue­vo wur­de mit sei­nem En­sem­ble welt­weit ge­fei­ert, bis er im No­vem­ber 2008 bei ei­nem un­ver­schul­de­ten Ver­kehrs­un­fall so schwer ver­letzt wur­de, dass er quer­schnitts­ge­lähmt an den Roll­stuhl ge­fes­selt und auf un­fass­bar viel Hil­fe an­ge­wie­sen war. Die Au­to­rin Ka­trin Ne­mec (Ehe­frau von Tat­ort- Kom­mis­sar Mi­ros­lav Ne­mec) hat fürs BR Fern­se­hen ei­nen Film über Ro­bert Wolf ge­dreht. Sechs Jah­re lang hat sie ihn be­glei­tet – bis zu sei­nem Tod im März 2015. Die Re­por­ta­ge, die nächs­te Wo­che am Di­ens­tag läuft, be­ginnt da­mit, dass Wolf sei­ne ei­ge­ne Be­er­di­gung or­ga­ni­siert. In der tz spricht Ka­trin Ne­mec über ih­ren be­we­gen­den Film. Frau Ne­mec, wann ha­ben Sie Ro­bert Wolf ken­nen­ge­lernt? Ka­trin Ne­mec: Ich ha­be ihn im Som­mer 2009 ken­nen­ge­lernt, ei­ni­ge Mo­na­te nach sei­nem Un­fall. Wie kam es zu dem Film? Ne­mec: Im Jahr 2003 starb Erich Hall­hu­ber, der bes­te Freund mei­nes Man­nes, völ­lig über­ra­schend. Das hat mich so scho­ckiert, dass ich im­mer wie­der dar­über nach­dach­te, wie es ist, wenn sich das Le­ben von ei­ner auf die an­de­re Se­kun­de än­dert. Ge­nau das ist Ro­bert Wolf pas­siert. Nichts war mehr, wie es vor­her war. Das woll­te ich in ei­nem Film er­zäh­len. Und nach­dem wir uns sehr gut ver­stan­den ha­ben, konn­ten wir das Pro­jekt um­set­zen.

Wann war Ih­nen klar, dass Wolf sterben möch­te?

Ne­mec: Ei­gent­lich woll­te er di­rekt nach dem Un­fall nicht mehr le­ben. Es gab dann im­mer wie­der Mo­men­te der Hoff­nung, dass sich sein Zu­stand ver­bes­sern wür­de. Aber ir­gend­wann war klar, dass kei­ne Hei­lung mög­lich ist. Und dann hat er ent­schie­den, dass er sterben möch­te.

Wel­che Rol­le spiel­te sei­ne Fau An­ge­li­ka?

Ne­mec: Wenn sie nicht ge­we­sen wä­re, hät­te er den Ent­schluss, zu sterben, si­cher schon frü­her ge­trof­fen. Ih­re Lie­be hat ihn am Le­ben ge­hal­ten. Wie geht es ihr heu­te? Ne­mec: Sie ver­sucht, ihr Le­ben zu le­ben so gut es geht. Den Ver­lust hat sie aber noch nicht ver­kraf­tet. Sie ver­misst ih­ren Mann sehr.

Fs: BR, Weiss­fuss

Ei­ne gro­ße Lie­be: Ro­bert Wolf, der einst die Com­bo Qua­dro Nue­vo ge­grün­det hat, und sei­ne Ehe­frau An­ge­li­ka

Ka­trin Ne­mec ist ein be­rüh­ren­der Film über die Lie­be und das Sterben ge­lun­gen

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