Ers­te Pos­ten schon be­setzt

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Habt kei­ne Angst!“Das war nur ei­ne der Bot­schaf­ten, die der de­si­gnier­te US-Prä­si­dent Do­nald Trump (70) in sei­nem ers­ten TV-In­ter­view seit der Wahl ans ame­ri­ka­ni­sche Volk sand­te. Auf An­hän­ger sei­ner­seits an­ge­spro­chen, die Mus­li­me und La­ti­nos at­ta­ckier­ten, re­agier­te Trump über­rascht. Da­von ha­be er nichts ge­hört. „Hört da­mit auf“, sag­te er be­stim­mend in Rich­tung sei­ner Un­ter­stüt­zer. Wäh­rend des In­ter­views, das vom Sen­der CBS auf­ge­zeich­net wur­de, zeig­te sich Trump ver­söhn­lich, ja fast schon auf ei­ner Art Ku­schel­kurs. Ob The­men aus dem Wahl­kampf, ob das Ver­hält­nis zu Prä­si­dent Ba­rack Oba­ma (55) oder zu sei­ner Kon­tra­hen­tin Hil­la­ry Cl­in­ton (69) – Trump spuck­te auf ein­mal ganz lei­se Tö­ne. Zu­dem kün­dig­te er an, auf das Prä­si­den­ten­ge­halt von 400 000 US-Dol­lar ver­zich­ten zu wol­len. Statt­des­sen wol­le er nur ei­nen sym­bo­li­schen Dol­lar als Ver­dienst. Die tz fasst die wich­tigs­ten Aus­sa­gen zu­sam­men: ■ Die Mau­er zu Me­xi­ko: Im Wahl­kampf hieß es noch, die Mau­er wer­de um je­den Preis ge­baut und Me­xi­ko sol­le sie zah­len. Im In­ter­view ru­der­te er ein biss­chen zu­rück. Ja, er wol­le wei­ter an der Mau­er fest­hal­ten, be­ton­te Trump. Al­ler­dings wür­de an ei­ni­gen Grenz­pos­ten auch ein Zaun rei­chen. Ei­nes sei­ner wich­tigs­ten Wahl­kampf­the­men weicht Trump schon nach ein paar Ta­gen auf. Ver­mut­lich auch, weil ihm klar wird, dass ei­ne 3000 Ki­lo­me­ter lan­ge Mau­er nie­mals zu rea­li­sie­ren

ist.

Es sind noch zwei Mo­na­te, bis der de­si­gnier­te Prä­si­dent Do­nald Trump in Wa­shing­ton als 45. Prä­si­dent der US- Ge­schich­te ver­ei­digt wird. Sein aktuelles Be­ra­ter-Team, in dem auch sei­ne Kin­der Do­nald jr., Eric und Ivan­ka ak­tiv sind, müs­sen bis da­hin rund 4000 Stel­len be­set­zen. Wer in sei­nem Ka­bi­nett ver­tre­ten sein wird, dar­über wahrt Trump noch Still­schwei­gen. Zwei wich­ti­ge Po­si­tio­nen hat der Mil­li­ar­där al­ler­dings schon be­setzt. Rein­ce Prie­bus (u.), Par­tei­vor­sit­zen­der der Re­pu­bli­ka­ner, wird sein St­abs­chef im Wei­ßen Haus und da­mit zweit­wich­tigs­ter Mann in der Schalt­zen­tra­le der Macht. Die Er­nen­nung von Prie­bus könn­te ein Schach­zug Trumps sein, um ein Zei­chen der Zu­sam­men­ar­beit in Rich­tung Par­tei zu sen­den. Den ra­di­ka­len Pro­vo­ka­teur Ste­phen Ban­non (r.), der eben­falls als An­wär­ter auf das Amt des St­abs­chefs ge­gol­ten hat­te, mach­te Trump zu sei­nem po­li­ti­schen Chef­stra­te­gen. ■ Oba­ma­ca­re: Die Ge­sund­heits­re­form­ge­hö­re­ab­ge­schafft, ein voll­kom­men neu­es Sys­tem müs­se in­stal­liert wer­den. Das wa­ren die Wor­te Trumps im Wahl­kampf. Nach dem ers­ten Tref­fen mit Oba­ma je­doch ver­nahm man sanf­te­re Tö­ne. Trump kön­ne sich vor­stel­len, dass Oba­ma­ca­re er­hal­ten blei­be, al­ler­dings mit ei­ni­gen Än­de­run­gen. Und auch das Ver­hält­nis zu Oba­ma per­sön­lich hat sich, im Ver­gleich zum Wahl­kampf, um 180 Grad ge­dreht: „Er ist ein wun­der­ba­rer Mann. Klug und hu­mor­voll. Ich re­spek­tie­re ihn.“■ Hil­la­ry Cl­in­ton: Vor ei­ni­gen Wo­chen noch mein­te man, Cl­in­ton und Trump ver­bin­de ei­ne jahr­zen­te­lan­ge Feind­schaft. Der Wahl­kampf war so per­sön­lich und schmut­zig wie noch nie. Doch sie­he da, al­les scheint ver­pufft zu sein. Über den An­ruf in der Nacht sei­nes Sie­ges sag­te er in dem In­ter­view: „Es war ein freund­li­ches Ge­spräch, sie hät­te nicht net­ter sein kön­nen.“Auch ihr Mann Bill ha­be an­ge­ru­fen. Er wä­re sehr wür­de­voll ge­we­sen und gra­tu­lier­te zum be­ein­dru­ckends­ten Wahl­kampf, den er je er­lebt ha­be. ■ Das The­ma Ho­mo-Ehe: Im Wahl­kampf war er noch ein Geg­ner der Ho­mo-Ehe, im In­ter­view be­ton­te er, dass er das be­ste­hen­de Ge­setzt nicht än­dern wol­le. Die gleich­ge­schlecht­li­che Ehe sei für ihn „okay“. ■ Ab­schie­bun­gen: Hier bleibt der de­si­gnier­te Prä­si­dent hart. Er wol­le schnell zwei oder gar drei Mil­lio­nen il­le­ga­le Ein­wan­de­rer ab­schie­ben las­sen. Und zwar je­ne, die kri­mi­nell sei­en. Al­les Wei- te­re wer­de nach der Grenz­si­che­rung ge­klärt wer­den. Im Wahl­kampf stan­den noch Zah­len von elf oder zwölf Mil­lio­nen im Raum. In dem CBS-In­ter­view nann­te er il­le­ga­le Ein­wan­de­rer „groß­ar­ti­ge Men­schen“. Wor­te, die man vom Wahl­kampf-Trump nie­mals er­war­tet hät­te. ■ Wa­shing­to­ner Eli­te: Trump hat­te an­ge­kün­digt, Wa­shing­ton vom po­li­ti­schen Esta­blish­ment säu­bern zu wol­len. Jetzt um­gibt er sich aus­ge­rech­net mit je­ner Eli­te – Re­pu­bli­ka­ner-Chef Rein­ce Prie­bus wird sein neu­er St­abs­chef – und ei­ner Viel­zahl von Lob­by­is­ten. Nur lee­re Wor­te im Wahl­kampf? Trumps Ant­wort: „Ich muss mit dem ar­bei­ten, was da ist. Je­der, der in Wa­shing­ton sitzt, ist doch ein Lob­by­ist.“ Zu Zei­ten flog te­zet­chen ger­ne mit Fern­seh­re­dak­teu­rin Ste­fa­nie Thys­sen nach Of­fen­burg, Er­furt und manch­mal auch nach Mallor­ca. Das war al­les pri­ma, aber am En­de ist es doch da am schöns­ten, wo man da­heim ist – das gilt für te­zet­chen ge­nau­so wie für Tho­mas Gott­schalk. Und des­we­gen kehrt Thom­my nun zu sei­nen Wur­zeln zu­rück und ist ab Ja­nu­ar wie­der im BR-Ra­dio zu hö­ren. Was ge­nau er dort vor­hat, er­zähl­te er ges­tern im Funk­haus des Baye­ri­schen Rund­funks. Eh­ren­sa­che, dass te­zet­chen wie­der mit von der Par­tie war und be­geis­tert zu­ge­hört hat. S. 17

Fotos: AFP

Links: Do­nald Trump hetz­te, pol­ter­te und schimpf­te sich durch den Wahl­kampf. Er nahm nie ein Blatt vor den Mund und stol­per­te da­durch in so man­chen Skan­dal. Nach der Wahl zeigt er ein an­de­res Ge­sicht und ver­sucht, in je­der Se­kun­de staats­män­nisch auf­zu­tre­ten

Zum ers­ten Mal seit der Wahl stell­te sich Trump in ei­nem TV-In­ter­view den Me­di­en. Er und sei­ne Fa­mi­lie wur­den vom Sen­der CBS be­fragt

Fotos: AFP, dpa

Foto: dpa

Im Wahl­kampf griff Trump Prä­si­dent Oba­ma mehr­fach an. Beim kürz­li­chen Tref­fen im Wei­ßen Haus schlug er ganz an­de­re Tö­ne an. Sie scherz­ten so­gar

Wet­ten, dass..?-

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