Night­li­fe-Per­son des Jah­res

tz - - BAYERN -

Jetzt ist es amt­lich: Das Bes­te auf die Oh­ren gibt’s im Mi­xed Mu­nich Arts an der Kat­ha­ri­na­von-Bo­ra-Stra­ße. Das In­dus­trie-Denk­mal wird le­dig­lich Frei­tag und Sams­tag be­spielt, dann aber mit ei­nem groß­ar­ti­gen über­grei­fen­den Gen­re-Mix. Meist im in­ti­men Club. Echt jetzt? Ehr­li­cher­wei­se hat­te das Kid­do am Send­lin­ger-Tor-Platz nie­mand auf dem Schirm. Aber pah! Es gibt kei­nen La­den mit ei­nem bes­se­ren Ser­vice in der Stadt, fin­den Mün­chens Par­ty-Peop­le und de­ko­rie­ren den Kult- Club, in dem frü­her die Ers­te Li­ga re­si­dier­te, mit ei­nem fet­ten Award. Re­spekt! Letz­tes Jahr ent­schie­den sich die Par­ty­gän­ger da­für, dass man im schwu­len NY Club am bes­ten flir­ten kann. Nun be­loh­nen sie das Am­bi­en­te und die Aus­stat­tung. Im­mer­hin soll es dort so­gar ei­nen Ort ge­ben, an dem die Son­ne nie­mals scheint. Über­ra­schung geht an­ders. Vier Jah­re Night­li­fe Award, und je­des Mal heißt der Sie­ger in der Ka­te­go­rie Preis-Leis­tung Nacht­ga­le­rie. Nein, da macht der Craft AG als Be­trei­ber kei­ner was vor. Denn wo sonst be­kommt man die Hal­be Au­gus­ti­ner für 1,50 Eu­ro? Er schun­kelt im Dunk­len, da­bei ist er ei­gent­lich Rechts­an­walt: Tho­mas Oß­wald – der Sze­ne­ken­ner der Mit sei­ner Ko­lum­ne die am An­fang hieß, mischt Tho­mas Oß­wald seit 25 Jah­ren in der Club - sze­ne mit. In der Lau­da­tio hieß es: „Un­ser Held der Nacht be­rich­tet mit ei­ner Por­ti­on Wort­witz und ver­brei­tet sei­ten­wei­se Sze­ne- Ge­rüch­te.“ Hin & Mit, Schlepp & Weg – schon in den Vor­jah­ren kratz­te Jür­gen Mai­er mit sei­ner Pa­ra­di­so Tanz­bar am Ge­winn des Mu­nich Night­li­fe Awards als bes­ter Flirt-Schup­pen. Im­mer­hin hat­te dort Fred­dy Mer­cu­ry amou­rö­se Ar­ran­ge­ments aus­ge­lebt, und ir­gend­wie ist das Bag­ger- Gen dem Lo­kal er­hal­ten ge­blie­ben. Vi­el­leicht liegt es auch an Bur­les­que, die die Gäs­te in die Gän­ge hilft. Ei­ne der Kö­nigs­dis­zi­pli­nen, denn mit ei­nem kon­se­quen­ten Boo­king schärft man das Pro­fil. Und das ge­lingt der tech­no­iden Ro­te Son­ne (be­nannt nach der gleich­na­mi­gen Kult­film- Gro­tes­ke von 1969) nach Mei­nung der Par­ty­gän­ger der­zeit wie kei­nem an­de­ren. Dass der Un­der- ground Club schwe­re Re­le­vanz be­sitzt, mag man auch am ei­ge­nen Wi­ki­pe­dia-Ein­trag fest­ma­chen. Eh­re, wem Eh­re ge­bührt. Erst im Op­ti­mol­werk be­hei­ma­tet, war Da­vid Süß mit sei­nem „Har­ry“ei­ner der ers­ten, die ins Zen­trum zo­gen. Und da­für ei­nen Club nach Maß bau­ten, voll­kom­men schall­iso­liert und mit groß­ar­ti­ger Akus­tik. Noch wich­ti­ger als der Bau sind die In­hal­te: Top-Boo­kings, gu­te At­mo­sphä­re, fai­re Prei­se und sehr sze­ni­ge Gäs­te. Noch nicht mal ein Jahr ge­öff­net (okay, im De­zem­ber ist’s so­weit), wur­de die Bar Her­zog so­fort von den Nacht­schwär­mern an­ge­nom­men. Mon­dä­ne Aus­stat­tung, pro­mi­nen­ter Platz – und mit Lu­kas Mo­te­jzik ein Bar­chef, der sei­nen Job ver­steht. Erst kürz­lich wur­de er zum Mi­xo­lo­gen des Jah­res 2017 ge­wählt. Ge­ra­de ha­ben Tom Hil­ner und Re­ne Vaitl das sa­gen­haf­te 20-Jäh­ri­ge ih­rer World-Le­ague-Rei­he mit ei­nem Big Bang im Muf­f­at­werk ge­fei­ert – nun gibt’s den nächs­ten An­lass, das Glas zu he­ben. Ihr stän­di­ges Be­mü- hen, nur die bes­ten und an­ge­sag­tes­ten in­ter­na­tio­na­len Künst­ler an die Münch­ner Misch­pul­te zu ho­len, wur­de mit ei­nem Night­li­fe Award be­lohnt. Mit was? Mit Recht! Sie ver­ste­hen sich als krea­ti­ve Cli­que, die De­signs, Kon­zep­te und Äs­t­he­tik ent­wi­ckelt. Und nachts das Crux auf­mischt. Denn ih­re sams­täg­li­che Hip -Hop-Af­ter­hour in der Cru­xHei­mat Zer­wirk folgt ganz ih­rem Cre­do, im­mer al­les bes­ser zu ma­chen, „was wir hö­ren, be­rüh­ren, se­hen und füh­len“. Mis­si­on er­füllt, bes­ser geht’s kaum mehr. Als DJ hat Club - stars­grün­der Pa­scha den Sieg in der Ka­te­go­rie Bes­ter Club-DJ nur knapp ver­fehlt – da­für räumt er mit sei­ner Fe­te Kiss The 90s im Frei­heiz mäch­tig ab. Kul­t­hits von A wie Ace of Ba­se über Ma­don­na bis hin zu V wie The Ver­ve brin­gen die Hal­le re­gel­mä­ßig zum Be­ben. Und mit­ten­drin „Pa­schi­to“und Gi­gi Smart an den Decks. Beats, La­ser und Ne­bel – das sind die In­gre­di­en­zi­en, aus de­nen Ste­fan Sum- Als DJ hat er schon Grand­mas­ter Flash und Us­her sup­por­ted, nun steht der Crown’s Club Re­si­dent selbst ganz oben. Mit Elend – wie sein HipHop-Mitt­woch­sRe­gu­lar Mi­se­ry in deut­scher Über­set­zung heißt, hat sei­ne Mu­cke schon so was von gar nichts zu tun. Das Duo kann sei­ne Crowd so ver­zau­bern, dass sie schon mal als klang­li­che Wie­der­gän­ger von Sieg­fried & Roy be­zeich­net wur­den, aus­ge­stat­tet mit Sin­nen aus Elec­tro -Stahl, ge­küsst von Dis­co-Fun­ken. Dass Main­stream al­les an­de­re als ein be­lie­bi­ger Mu­sik-Mix sein kann, be­weist DJ Da­ny Le­on seit Jah­ren als Re­si­dent des Ru­by Dance­clubs. Er bringt die Leu­te zum Zap­peln und hat den Sha­ke.

Club­chefs, DJs und Sze­ne­gän­ger: Ges­tern Abend tra­fen sich al­le in der Al­ten Ro­ta­ti­on im Pres­se­haus Münch­ner Mer­kur/tz

tz. Par­ty­sze­ne, In­si­de Mün­chen

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