Streit vor den Kin­dern

tz - - BUNT GEMISCHT -

Ges­tern ha­ben wir Ur­laubs­fo­tos aus­ge­sucht, weil ich mit mei­ner Schwes­ter un­se­ren El­tern ei­nen Fo­to­ka­len­der für Weih­nach­ten ma­chen möch­te. Als ich mei­ne Kin­der ge­fragt ha­be, was sie am schöns­ten fan­den, sag­te mein Sohn: „Der letz­te Ur­laub war nicht so schön, weil ihr euch so viel ge­strit­ten habt.“Ich hät­te nicht ge­dacht, dass es so schlimm für ihn ge­we­sen ist. Was soll ich da­zu sa­gen? An­onyM

Al­lein schon die­ser Satz hat sie trau­rig ge­macht. Vi­el­leicht noch trau­ri­ger als die Strei­tig­kei­ten. Manch­mal ist man so mit sich und den Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten mit dem Part­ner be­schäf- tigt, dass man nicht mehr merkt, wie weh das ge­ra­de auch klei­nen und un­frei­wil­li­gen Zu­hö­rern tut. Sie wol­len Ma­ma UND Pa­pa. Und nicht, dass sie sich strei­ten. Noch da­zu im ei­gent­lich tol­len Ur­laub. Am wich­tigs­ten wär’s, dass man ge­ne­rell bei Strei­tig­kei­ten die „in­ne­re Not­brem­se“fin­det. Noch da­zu, wenn’s mehr mit Stress VOR dem Ur­laub und nicht so mit un­über­brück­ba­ren Grä­ben zu tun hat. Die Wahl ei­nes Aus­flugs­ziels kann dann schnell zur Grund­satz­fra­ge wer­den. Sie müss­ten sich klar wer­den, was Sie bei­de füh­len. Und ob ver­meint­lich klei­ne Kon­flik­te das al­les wirk­lich wert sind.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.