Schwe­rer Ab­schied von Oba­ma

tz - - POLITIK -

Ba­rack Oba­ma war 2008 ein­deu­tig der US-Prä­si­dent­schafts­kan­di­dat der Deut­schen. Le­gen­där das Bild, auf dem ihm 200 000 Men­schen an der Sie­ges­säu­le zu­ju­bel­ten. Nä­her ans Bran­den­bur­ger Tor woll­te Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel den Po­lit-Shoo­ting­star aus Chi­ca­go nicht rü­cken las­sen. Längst ist die­ses Zei­chen des Miss­trau­ens ver­ges­sen: Als Oba­ma jetzt zum letz­ten Mal als Prä­si­dent in der Haupt­stadt ein­traf, ist es un­über­seh­bar ein Be­such bei Freun­den. Wie im­mer Oba­ma da­zu steht, dass sei­ne acht Jah­re im Wei­ßen Haus, die ihn er­grau­en lie­ßen, vor­bei sind – die Wahl Do­nald Trumps zu sei­nem Nach­fol­ger stürzt ihn in tie­fe Sor­ge um sein Land. Selbst da er­weist er sich als coo­ler Staats­mann, fin­det klu­ge, be­son­ne­ne Wor­te, die so­wohl Trump als auch ver­zwei­fel­te Bür­ger von un­be­dach­ten Hand­lun­gen ab­hal­ten sol­len. Doch Be­rich­te von Über­grif­fen ge­gen Min­der­hei­ten, aus­ge­führt von auf­ge­hetz­ten Ma­ke-Ame­ri­ca-Gre­at-Again-Wäh­lern, las­sen US-Bür­ger Schlim­mes be­fürch­ten. Auch Eu­ro­pa ist tief ver­un­si­chert. 2008 hat­te Oba­ma zum Brü­cken­bau­en auf­ge­ru­fen, zum Kli­ma­schutz, zu Part­ner­schaft zwi­schen den Na­tio­nen. Al­les Zie­le, die Trump ab­lehnt. Er will Mau­ern bau­en und lehnt Zu­sam­men­ar­beit ab. Bei der­art be­droh­li­chen Aus­sich­ten tre­ten hier­zu­lan­de die Ent­täu­schun­gen über den ver­meint­li­chen Heils­brin­ger Oba­ma in den Hin­ter­grund: NSAS­päh­ak­tio­nen, Droh­nen­an­grif­fe, Gu­an­tá­na­mo... Nun ste­hen uns vier Jah­re mit dem un­be­re­chen­ba­ren Wü­te­rich Trump be­vor. Der Ab­schied von Ba­rack Oba­ma fällt noch viel schwe­rer als ge­dacht. Bar­ba­ra Wim­mer

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