Mit Si­cher­heit ver­murkst

tz - - MÜNCHEN+REGION - TOS

Ge­ra­de erst ist der neue, 17 Mil­lio­nen Eu­ro teu­re Hoch­si­cher­heits­saal in Sta­del­heim er­öff­net wor­den – da wird er auch schon wie­der ge­schlos­sen. Nach nur ei­nem ein­zi­gen Ver­hand­lungs­tag kann der Ge­richts­saal „bis auf Wei­te­res“nicht mehr ge­nutzt wer­den. Hin­ter­grund sei­en „Un­zu­läng­lich­kei­ten im Sa­ni­tär­be­reich, de­ren Nach­bes­se­rung ge­prüft wer­den muss“. Kon­kret heißt das: Es gibt zu we­nig Toi­let­ten.

Andrea Titz, Spre­che­rin des Ober­lan­des­ge­richtsMün­chen, er­klär­te ges­tern der tz: „Erst im Echt­be­trieb hat sich ge­zeigt: Sechs Toi­let­ten sind zu we­nig.“Be­reits am ers­ten Ver­hand­lungs­tag am Mon­tag, bei dem zehn mut­maß­li­che Mit­glie­der der Tür­ki­schen Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei auf der An­kla­ge­bank sa­ßen, hat­te es ei­nen Eklat ge­ge­ben. Un­ter an­de­rem, weil die Toi­let­te in ei­ner Zel­le in der Nä­he des Saals für die An­ge­klag­ten kei­ne Ab­tren­nung hat­te.

Die jet­zi­ge Schlie­ßung des Saals ha­be mit die­ser Toi­let­te aber „rein gar nichts“zu tun, sag­te Spre­che­rin Titz. Viel­mehr sei­en feh­len­de Klos im Haft­zel­len­be­reich der Grund. Wie lan­ge der Saal im Un­ter­ge­schoss der JVA Sta­del­heim ge­schlos­sen bleibt? Da­zu woll­te Spre­che­rin Titz kei­ne Pro­gno­se ab­ge­ben.

Klei­ne Pan­ne oder gro­ße Pein­lich­keit? Spre­che­rin Titz will kei­ne gro­ße Af­fä­re in der Sa­che se­hen und be­zeich­net die feh­len­den Toi­let­ten als „Klei­nig­kei­ten“, die sich „als stö­rend auf den Ge­samt­ab­lauf“aus­wir­ken wür­den. Al­les „nichts völ­lig Au­ßer­ge­wöhn­li­ches“.

Bay­erns Jus­tiz­mi­nis­ter Win­fried Baus­back hat­te den „hoch­mo­der­nen Ge­richts­saal“bei der fei­er­li­chen Er­öff­nung An­fang Sep­tem­ber als ei­nen „in Bay­ern ein­zig­ar­ti­gen Jus­tiz­bau“ge­rühmt, der „spe­zi­ell auf die Be­dürf­nis­se von Staats­schutz­sa­chen“aus­ge­rich­tet sei. Die Be­dürf­nis­se der An­ge­klag­ten sind bei der Pla­nung of­fen­bar in den Hin­ter­grund ge­rückt.

Hier will man laut Jus­tiz­spre­che­rin Titz nun nach­bes­sern: „Es hilft nichts. Hier geht es im End­ef­fekt um die Men­schen­wür­de – und die hat Vor­rang.“

F: Jantz (2)

Wie lan­ge der Saal ge­schlos­sen bleibt, kann Spre­che­rin Andrea Titz nicht sa­gen

Bea­mer und Ka­me­ras im Saal

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.