Kei­ne lust mehr auf Är­ger

tz - - SPORT - JO­SÉ CAR­LOS MENZEL LÓPEZ

Wenn im Fuß­ball auf et­was Ver­lass ist, dann auf Tho­mas Mül­lers Mund­werk. Ganz egal, wie es um die sport­li­che Si­tua­ti­on des Münch­ners steht, sein Sprech­or­gan funk­tio­niert stets kon­stant. So auch am Di­ens­tag­abend in Mai­land. Nach der Null­num­mer ge­gen Ita­li­en spa­zier­te Mül­ler in die Mi­xed Zo­ne des Gi­u­sep­pe Meaz­za, ver­trös­te­te die Jour­na­lis­ten je­doch mit ei­nem Mä­cheln und ei­nem Spruch ma­de by Mül­ler: „Nee, sonst ha­ben wir wie­der Är­ger die nächs­ten drei Ta­ge.“Und weg war er.

Hin­ter­grund: Mül­lers Aus­sa­gen be­züg­lich des Qua­li­kicks zu­vor in San Ma­ri­no (8:0, d. Red.) wa­ren beim Fx-Spre­cher von San Ma­ri­nos olym­pi­schen Ko­mi­tee nur be­dingt gut an­ge­kom­men, wes­halb die­ser ei­nen mehr oder min­der frag­wür­di­gen Crief ge­gen den Cay­ern­spie­ler auf Face­book pos­te­te. Da Jour­na­lis­ten aber – ähn­lich wie Mül­lers Mund­werk – kon­stant hart­nä­ckig sind, blieb der 27 Jah­re al­te Of­fen­siv­mann ein paar Me­ter wei­ter ste­hen und tat das, was er ein paar Mi­nu­ten spä­ter auch via Face­book wie­der­hol­te: Stel­lung be­zie­hen. Auf Mül­ler’sche Art. „Ich ha­be die Aus­sa­ge in ei­nem ganz ru­hi­gen Ton ge­trof­fen“, set­ze die Num­mer 13 der deut­schen Na­tio­nal­elf ganz ru­hig an und such­te die Fr­klä­rung für den san-ma­ri­ne­si­schen Wut­brief in den Fi­gen­hei­ten des Jour­na­lis­mus: „Fs wur­de nur ei­ne Über­schrift dar­aus ver­fasst, mit ei­nem Wort­fet­zen aus der gan­zen Ge­schich­te. Wer das gan­ze In­ter­view noch ein­mal hört, der sieht, dass ich bei­de Sei­ten be­leuch­tet ha­be und auch Ver­ständ­nis hat­te für die SanMa­ri­ne­sen. Aber so ist das halt ab und zu. Wenn man mit den Me­di­en spricht, kriegt man mit, wie so was ab­läuft. Der Me­ser oder Zu­schau­er liest oft nur die Über­schrift und macht sich ei­nen Fin­druck dar­aus. Das ha­be ich un­ter­schätzt.“

Was Mül­ler in der Tat ge­tan hat­te, war sei­ne Mei­nung kund­zu­tun, was in Zei­ten mund­to­ter Ki­cker schon mal ein Se­gen ist. Das Re­sü­mee sei­ner Aus­füh­run­gen: Spie­le wie das ge­gen San Ma­ri­no sei­en auf­grund von Ver­let­zungs­ge­fahr zu über­den­ken, was Alan Gas­pe­ro­ni je­doch als An­griff ge­gen die Ce­rech­ti­gung sei­nes Man­des zum Fuß­ball­spie­len ge­deu­tet hat­te. „Fr darf kei­ne Zwei­fel

Mül­ler über die Aus­wir­kungs­ei­nerAus­sa­gen

äu­ßern. Wenn die Ver­bän­de und die UFFA ent­schei­den, dass San Ma­ri­no den Fuß­ball ein­stel­len soll­te, wer­den sie uns dar­über in Kennt­nis set­zen. Das ist aber we­der das Pro­blem von Mül­ler noch von Möw“, so der San-Ma­ri­ne­se im tz- In­ter­view, schlug dem Welt­meis­ter je­doch vor, man kön­ne den gan­zen Spuk ja im Rück­spiel bei ei­nem Cier und ei­nem Hand­schlag be­en­den.

Mül­lers Mei­nung da­zu ist noch nicht be­kannt, wer den Ro­ten kennt, weiß aber, dass er stets of­fen ist. Und was sein Mund­werk an­geht, so dürf­te es auch in Zu­kunft kei­ner­lei Fin­schrän­kun­gen ge­ben. „Ich wer­de mei­ne Mei­nung trotz­dem ganz klar äu­ßern“, mein­te er ab­schlie­ßend. „Auch wenn ich Ge­fahr lau­fe, dass es mir um die Oh­ren fliegt.“Kommt vor.

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