„Schö­ner Ab­schluss“

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Zeit für ein Fa­zit! Das Län­der­spiel­jahr2016 ist Ge­schich­te und die deut­sche Na­tio­nal­elf blickt auf ei­ne Spiel­zeit mit Hö­hen und Tie­fen zu­rück. High­light war zwei­fels­oh­ne die EM in Frank­reich, wo der Welt­meis­ter über wei­te Stre­cken des Tur­niers über­zeug­te, im Halb­fi­na­le al­ler­dings kein Mit­tel ge­gen stark auf­spie­len­de Fran­zo­sen fand. Die Heim­rei­se muss­te al­so oh­ne Pott im Ge­päck an­ge­tre­ten wer­den. Seit­dem spie­len Jo­gis Jungs ei­ne EMQua­li mit vier Sie­gen aus vier Spie­len, in de­nen die Zei­chen vor al­lem auf Ge­ne­ra­ti­ons­wech­sel stan­den. Ger­hardt, Hen­richs, Gn­ab­ry, Tah, Brandt, Weigl, Sü­le und Kim­mich sind die acht DFB-De­bü­tan­ten aus dem Jahr 2016 und zei­gen, dass man sich um die Zu­kunft des deut­schen Fuß­balls nun wirk­lich kei­ne Sor­gen machen soll­te. Se­hen auch ge­stan­de­ne Kräf­te wie Tho­mas Mül­ler so. „Wir ha­ben ei­ne sehr gro­ße Tie­fe in un­se­rem Ka­der und so­gar auch da­hin­ter, dem­ent­spre­chend brau­chen wir uns da kei­ne Angst ma- chen las­sen, dass wir zu we­nig Qua­li­tät in den Rei­hen hät­ten“, mein­te der Stür­mer nach der Null­num­mer in Ita­li­en. Wie tief die­ser Ka­der tat­säch­lich ist, be­weist die An­zahl an Spie­lern, die der Bun­des­trai­ner 2016 auf­ge­stellt hat: 38! DFBMa­na­ger Oli­ver Bier­hoff: „Am Ein­satz der Spie­ler sieht man, dass wir ei­ne gro­ße Aus­wahl ha­ben, dass wir vie­le jun­ge in­ter­es­san­te Spie­ler ha­ben, die wir früh­zei­tig ein­bau­en müs­sen.“

Und den­noch: Al­lem Op­ti­mis­mus zum Trotz bleibt das Halb­fi­na­le in Frank­reich der ein­zi­ge Fleck auf ei­ner Wes­te, die an­sons­ten blü­ten­weiß ist. Und selbst wenn der Welt­meis­ter aktuell „be­geis­tern­den Fuß­ball“spielt, wie Bier­hoff un­ter­strich, stell­te Mül­ler klar, was in die­ser Sport­art zählt: die Er­geb­nis­se. „Er­folgs­mä­ßig war es kein tol­ler Som­mer, weil wir vor al­lem in Deutsch­land wis­sen, dass man sich fürs Schön­spie­len nichts kau­fen kann“, ar­gu­men­tier­te der Münch­ner. „Wir müs­sen da im Hin­blick auf die nächs­ten Tur­nie­re hof­fen, dass wir da ef­fi­zi­en­ter agie­ren.“

Klei­ner Trost für Mül­ler: Wirft man ei­nen Blick auf die jüngs­ten Er­geb­nis­se, fällt auf, dass es in die rich­ti­ge Rich­tung geht. Nicht nur, dass Ita­li­en zum ers­ten Mal über­haupt in ei­nem of­fi­zi­el­len Spiel ge­gen Deutsch­land oh­ne Tor blieb, der Welt­meis­ter hat nun be­reits zum sechs­ten Mal in Fol­ge zu null ge­spielt – Re­kord. „Ich fin­de schon, dass wir an ge­wis­sen Punk­ten ge­ar­bei­tet ha­ben, dass man sehr kon­zen­triert bei der Sa­che ist“, mein­te Bier­hoff. „Dass sechs Spie­le jetzt zu null wa­ren, freut mich für un­se­re Tor­hü­ter.“Und es lässt op­ti­mis­tisch in die Zu­kunft bli­cken. Die Er­geb­nis­se in der WM-Qua­li stim­men, die Ju­gend schläft nicht und das Le­der läuft auch an­sehn­lich – „ein schö­ner Jah­res­ab­schluss“, be­fand auch der DFBMa­na­ger nach dem 8:0 in San Ma­ri­no und dem 0:0 in Ita­li­en. Und wei­ter: „Man hat ge­se­hen, dass da wie­der ei­ne neue Mann­schaft ist, wir ha­ben den Kon­kur­renz­kampf er­höht und un­se­re Fans sind bei den Spie­len in Ham­burg oder Han­no­ver zu­frie­den nach Hau­se ge­gan­gen. Das macht Hoff­nung und so ist die Mann­schaft in den Ta­gen hier auf­ge­tre­ten.“Und hof­fent­lich auch im nächs­ten Jahr.

Bun­des­trai­ner Joa­chim Löw

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