„Die an­de­ren über­ho­len uns“

tz - - SPORT - IN­TER­VIEW: MA­THI­AS MÜL­LER

2001 grün­de­te Ro­bert Sturm sein Mo­to­cross-/Su­per­cross-Team, beim ADAC Su­per­cross am Frei­tag und Sams­tag in der Olym­pia­hal­le schickt er vier Fah­rer ins Ren­nen. Das tz- In­ter­view. Herr Sturm, wie stellt sich ein Team auf? Sturm: Wir ha­ben ei­nen re­la­tiv fes­ten Kreis an Jungs, die für uns fah­ren. Für die Events be­set­zen wir dann un­se­re Start­plät­ze. Das ist nicht im­mer ein­fach, in Mün­chen feh­len uns die­ses Jahr die Fran­zo­sen, weil de­ren na­tio­na­le Se­rie gleich­zei­tig statt­fin­det.

Wie ge­winnt man gu­te Fah­rer für sich?

Sturm: Mit viel Geld oder mit Über­zeu­gungs­ar­beit. Wir ver­su­chen die best­mög­li­chen Vor­aus­set­zun­gen zu lie­fern und ha­ben ei­nen sehr per­sön­li­chen Kon­takt zu den Fah­rern, vie­le von ih­nen woh­nen wäh­rend ih­rer Zeit in Deutsch­land bei uns zu Hau­se im ers­ten Stock. Die Kon­kur­renz wird grö­ßer, weil Su­per­cross auch in Dä­ne­mark oder Po­len po­pu­lä­rer wird. In Deutsch­land nicht un­be­dingt… Sturm: Die an­de­ren Na­tio­nen über­ho­len uns. In Deutsch­land hat sich die letz­ten Jah­re we­nig ver­än­dert, ei­ni­ge Ver­an­stal­tun­gen düm­peln da­hin. Mün­chen ist ein po­si­ti­ves Bei­spiel, dort blickt man auch auf an­de­re Se­ri­en und über den Tel­ler­rand hin­aus. Was ich in Deutsch­land nicht gut fin­de: Star­ten kann nur, wer zu ei­nem Team ge­hört. Ich fin­de, je­der soll­te in der Qua­li­fi­ka­ti­on die Mög­lich­keit ha­ben, die Qua­li­täts­un­ter­schie­de wä­ren klei­ner. Was ver­dient die Eli­te? Sturm: Der Fran­zo­se Gre­go­ry Aran­da bei­spiels­wei­se kann im Jahr si­cher auf 200 000 Eu­ro kom­men, wenn es sport­lich läuft. Die größ­te Ein­nah­me­quel­le für ein Team ist die Ga­ge der Ver­an­stal­ter. Beim Preis­geld ist das un­ter­schied­lich, man­che Teams kas­sie­ren mit, manch­mal be­kom­men es kom­plett die Fah­rer. In Hol­land hat man kürz­lich ei­nem Fah­rer an­geb­lich 70 000 Eu­ro An­tritts­prä­mie ge­zahlt, da­für ist das Preis­geld mi­ni­mal. In Mün­chen gibt es das nicht, da­für ist der Sie­ger­scheck hö­her.

Aran­da fällt ver­letzt aus, wie gut sind Ih­re vier Ame­ri­ka­ner?

Sturm: Nick Schmidt trau­en vie­le den Sieg zu, aber man muss ab­war­ten. In den USA sind die Run­den bis zu ei­ner Mi­nu­te lang, hier nur 25 – 29 Se­kun­den, da ist ein an­de­rer Fahr­stil ge­fragt, man muss wen­dig sein. Auch die Hal­len un­ter­schei­den sich, in Chem­nitz ist der Bo­den meist nach zwei Run­den zer­bombt, da kommt es auf das fah­re­ri­sche Kön­nen an. In Mün­chen hin­ge­gen ist es hart und stau­big. Was macht Mün­chen aus? Sturm: Die Kom­bi­na­ti­on aus ei­nem gu­ten Ver­an­stal­ter und der Welt­stadt mit Herz. Vie­le Ame­ri­ka­ner kom­men, weil ih­nen Mün­chen ein Be­griff ist. Und wenn sie Mün­chen nicht ken­nen, dann das Ok­to­ber­fest.

Fo­to: fkn

25 – 29 Se­kun­den brau­chen die Fah­rer in Mün­chen für ei­ne Run­de

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