Ge­fahr für die Ma­gie

tz - - TZ PLUS - KAT­JA KRAFT

Es müss­te schon ein be­son­ders fie­ser Ma­gier­meis­ter da­hin­ter­ste­cken, wenn die­se Zau­ber­for­mel nicht auf­gin­ge. J.K. Row­ling gibt ihr De­büt als Dreh­buch­au­to­rin – und hat gleich fast die gan­ze Har­ry Pot­ter- Er­folgs­trup­pe ge­bucht, da­mit die Ki­no­kas­se wei­ter klin­gelt. Von Re­gis­seur Da­vid Ya­tes, der die letz­ten vier Pot­ter- Block­bus­ter in­sze­nier­te, über die Pro­du­zen­ten Da­vid Hey­man, Ste­ve Kl­oves und Lio­nel Wi­gram, bis zu dem os­car­prä­mier­ten Vi­su­el­le-Ef­fek­te-Meis­ter Tim Bur­ke und sei­nem Kol­le­gen Chris­ti­an Manz. Das größ­te Ka­nin­chen, das sie aus dem Hut zau­bern kann, ist je­doch Ed­die Red­may­ne. Der Os­car-Preis­trä­ger ( The Da­nish Girl) ist die Ide­al­be­set­zung für den Ma­gie­zoo­lo­gen Newt Sca­man­der

ie­ser ver­husch­te jun­ge Mann mit den zar­ten Ge­sichts­zü­gen will nur eins: die phan­tas­ti­schen Tier­we­sen vor dem Auss­ter­ben schüt­zen. Es muss Bur­ke und Manz ei­ne die­bi­sche Freu­de ge­we­sen sein, die flie­gen­den, krie­chen­den, schlän­geln­den und her­um­stamp­fen­den Ar­ten zu ani­mie­ren. Die Vor­ga­ben hat Row­ling längst ge­lie­fert: mit dem Hog­warts-Lehr­buch Phan­tas­ti­sche Tier­we­sen und wo sie zu fin­den sind.

Be­son­ders nied­lich der Niff­ler. Das schwar­ze Wühl­tier mit Hang zum Dieb­stahl von al­lem, was glit­zert, wird frag­los der Pu­bli­kums­lieb­ling der neu­en auf fünf Tei­le an­ge­leg­ten Fan­ta­sy-Rei­he. Groß­ar­tig die Sze­ne, in der Sca­man­der ihn auf den Kopf stellt und sei­ne Pföt­chen kit­zelt, um auch den letz­ten Dia­man­ten aus dem Beu­tel­chen des Niff­lers pur­zeln zu las­sen. Das ist VFX-Tech­nik ers­ter Klas­se.

Über­haupt geht es in die­sem Spin-off zur Har­ry Pot­ter- Rei­he ge­nau­so zau­ber­haft zu, wie . wir es von Row­ling ken­nen. Ein paar Un­ter­schie­de gibt’s frei­lich schon: Teil eins spielt in New York; die Mug­gels hei­ßen hier No-Ma­js, ei­ne Be­zie­hung zwi­schen Zau­be­rern und Nich­tZau­be­rern ist ver­bo­ten; und wenn es ma­gisch wird, er­tönt Swing-Mu­sik.

Es ist das Jahr 1926: Et­was Ge­heim­nis­vol­les streift durch die Stra­ßen und be­droht die Ge- mein­schaft der Zau­be­rer, ei­ne fa­na­ti­sche Grup­pe von NoMa­js, die die ma­gi­sche Welt ver­nich­ten wol­len. Ver­se­hent­lich lässt der No-Maj Ja­cob Ko­wal­ski (Dan Fog­ler) ei­ni­ge der Tie­re in der Stadt frei, auf der Su­che nach ih­nen ge­ra­ten er, Sca­man­der, die Zau­ber­schwes­tern Ti­na und Quee­nie Gold­stein mit­ten hin­ein in den von dunk­len Mäch­ten ge­steu­er­ten Kampf.

Ko­wal­ski kann das al­les ver­ständ­li­cher­wei­se nicht ganz fas­sen. Doch la­ko­nisch stellt er fest: „Ich ha­be nicht das Hirn da­zu, mir so et­was aus­zu­den­ken“– al­so muss es wahr sein. Row­ling be­weist mit die­sem Film, dass sie nicht nur Ro­ma­ne, son­dern auch Dreh­bü­cher schrei­ben kann.

Be­wer­tung:

Fo­tos: War­ner

Auf der Su­che nach den fan­tas­ti­schen Tie­ren tref­fen Newt Sca­man­der (Ed­die Red­may­ne, lin­kes Fo­to rechts) und Ja­cob Ko­wal­ski (Dan Fog­ler) un­ter an­de­rem den Ko­bold Gn­ar­lak (Ron Perl­man, Mit­te) und den sü­ßen Niff­ler (rechts)

Fo­to: War­ner

Newt Sca­man­der streicht dem Don­ner­vo­gel über das Haupt­ge­fie­der

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.