Land­tags-Af­fä­re

Er­mitt­lun­gen ge­gen den SPD-Ab­ge­ord­ne­ten Li­nus Förs­ter

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SPD-Ab­ge­ord­ne­ter im Zwie­licht

Der Baye­ri­sche Land­tag kommt in punc­to Af­fä­ren nicht zur Ru­he. Erst die Suff-Fahrt des Frei­en Wäh­lers Bern­hard Pohl, die die­ser mit Be­wäh­rungs­stra­fe und Füh­rer­schein­ent­zug büßt. Dann der Be­trugs­ver­dacht ge­gen den Frei­en Wäh­ler Gün­ther Fel­bin­ger – und nun mög­li­cher­wei­se so­gar ein Schmud­del­fall: Ge­gen den Augs­bur­ger Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Li­nus Förs­ter (SPD) wird we­gen Kör­per­ver­let­zung und il­le­ga­ler Bild­auf- nah­men er­mit­telt. Wie die Augs­bur­ger Staats­an­walt­schaft ges­tern mit­teil­te, er­mit­telt sie ge­gen ei­nen 51 Jah­re al­ten Par­la­men­ta­ri­er we­gen ei­ner Straf­an­zei­ge. Am Di­ens­tag sei­en des­halb Wohn- und Bü­ro­räu­me in Mün­chen und Augs­burg durch­sucht wor­den. Förs­ter be­stä­tig­te der Augs

bur­ger All­ge­mei­nen die Er­mitt­lun­gen. „Es ist ei­ne pri­va­te An­ge­le­gen­heit, die nichts mit po­li­ti­schen Din­gen zu tun hat.“Bei den Er­mitt­lun­gen geht es nach An­ga­ben der Staats­an­walt­schaft um den Ver­dacht der vor­sätz­li­chen Kör­per­ver­let­zung und Ver­let­zung des höchst­per­sön­li­chen Le­bens­be­reichs durch Bild­auf­nah­men. Der Straf­rechts­pa­ra­graf zum letzt­ge­nann­ten Vor­wurf be­zieht sich un­ter an­de­rem auf voy­eu­ris­ti­sche Spann­er­fo­tos oder Auf­nah­men von hilf­lo­sen Per­so­nen. Er be­inhal­tet aber auch Vor­schrif­ten zu Nackt­auf­nah­men von Kin­dern und Ju­gend­li­chen (sie­he rechts). Nach der Af­fä­re um den frü­he­ren SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Se­bas­ti­an Eda­thy war der Pa­ra­graf ver­schärft wor­den. Da­mit soll­te auch die Her­stel­lung und der Han­del mit Akt­bil­dern Min­der­jäh­ri­ger er­fasst wer­den, wenn die­se straf­recht­lich nicht als Kin­der­por­nos an­ge­se­hen wer­den kön­nen.

Förs­ters An­walt Wal­ter Ru­bach gab an, dass es bei den Er­mitt­lun­gen nicht um die Ar­beit sei­nes Man­dan­ten im Land­tag ge­he. In­halt­lich woll­te sich Ru­bach nicht zu den Vor­wür­fen äu­ßern. Er be­ton­te aber, „dass die aus ei­ner Straf­an­zei­ge stam­men­den Vor­wür­fe nichts mit Spann­er­fo­tos von Kin­dern zu tun ha­ben“. Die Vor­sit­zen­de der SPD Augs­burg, Ul­ri­ke Bahr, gab bei ei­ner kurz­fris­tig ein­be­ru­fe­nen Pres­se­kon­fe­renz an, dass ei­ne An­zei­ge ge­gen Förs­ter vor­lie­ge, „die mit ei­ner Be­zie­hung zu ei­ner er­wach­se­nen Frau und Bild- so­wie Film­auf­nah­men zu tun hat“. Auch ha­be man Förs­ter auf­ge­for­dert, sei­ne Äm­ter ru­hen zu las­sen, bis das Ver­fah­ren ab­ge­schlos­sen sei. Die­ser Auf­for­de­rung kam Li­nus Förs­ter nach: Seit ges­tern Nach­mit­tag wird der SPD-Po­li­ti­ker bis auf Wei­te­res die Pos­ten als Be­zirks­vor­sit­zen­der der So­zi­al­de­mo­kra­ten in Schwa­ben und als stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der des Eu­ro­paAus­schus­ses im Land­tag nicht mehr aus­üben.

Ein Spre­cher der SPDLand­tags­frak­ti­on be­ton­te, für Förs­ter gel­te die Un­schulds­ver­mu­tung. Wei­te­re Er­kennt­nis­se, wo­rum es bei dem Fall geht, lä­gen ihm nicht vor. Auch Ul­ri­ke Bahr wünsch­te sich Sen­si­bi­li­tät in der Cau­sa Förs­ter.

F: Schlaf, dpa

Der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Li­nus Förs­ter lässt Spit­zen­äm­ter ru­hen

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