Mord Schwa­bing: Sie sitzt in U-Haft

Ma­ri­on B. (50) in U-Haft

tz - - ERSTE SEITE - JO­HAN­NES HEININGER

Hat Ma­ri­on B. (50) ih­re Ex-Schwie­ger­mut­ter Mar­ga­re­te D. (†86) in de­ren Schwa­bin­ger Woh­nung ge­tö­tet? Die Ös­ter­rei­che­rin sitzt seit ver­gan­ge­nen Frei­tag in Un­ter­su­chungs­haft ( tz be­rich­te­te). Nach tzRe­cher­chen könn­ten aku­te Geld­sor­gen ein Tat­mo­tiv sein. Ma­ri­on B. ist als An­hän­ge­rin der Neo­na­zi-Sze­ne be­kannt. Ei­ne Spu­ren­su­che im düs­te­ren Le­ben der mut­maß­li­chen Mör­de­rin:

In In­ter­net­fo­ren von lin­ken Ak­ti­vis­ten wird Ma­ri­on B. als re­gel­mä­ßi­ge Teil­neh­me­rin an Pe­gi­da-De­mons­tra­tio­nen in Mün­chen auf­ge­führt. Nach tz- In­for­ma­tio­nen fiel die 50-Jäh­ri­ge im­mer wie­der durch rech­te Pa­ro­len auf. In so­zia­len Me­di­en be­kennt sie sich zur Par­tei Al­ter­na­ti­ve für Deutsch­land (AfD) und hetzt ge­gen Aus­län­der. „Ver­schwin­det und kommt nie wie­der!“, ätzt sie auf Face­book ge­gen Flücht­lin­ge. Und das, ob­wohl sie mit Micha­el D. (56), ih­rem ExMann und Sohn der er­mor­de­ten Rent­ne­rin, ei­nen Sohn hat, der zum Is­lam kon­ver­tiert sein soll.

Wie das Le­ben der ehe­ma­li­gen Te­le­kom-Mit­ar­bei­te­rin so in Schief­la­ge ge­ra­ten konn­te, ist ein Rät­sel. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren soll Ma­ri­on B. im­mer wei­ter an den rech­ten Rand der Ge­sell­schaft ab­ge­drif­tet sein. Bis zu ih­rer Ver­haf­tung in der Nacht zum Sams­tag – kurz nach­dem ihr Ex-Mann die Lei­che sei­ner Mut­ter in de­ren Woh­nung in der Eli­sa­beth­stra­ße ge­fun­den hat­te – haus­te sie mit zwei gleich­alt­ri­gen Män­nern in ei­ner Wohn­sied­lung in Mil­berts­ho­fen. Dro­gen, Al­ko­hol- und Ge­walt­ex­zes­se im Bahn­hofs­vier­tel be­stimm­ten zu­letzt ih­ren All­tag. Noch vor we­ni­gen Wo­chen soll sie nach tz- In­for­ma­tio­nen am Münch­ner Haupt­bahn­hof von ei­ner Po­li­zei­strei­fe fest­ge­nom­men wor­den sein, kurz nach­dem sie ei­nen Be­am­ten mit ei­ner Bier­fla­sche at­ta­ckiert hat­te.

Ma­ri­on B.’s ka­put­tes See­len­le­ben fiel auch da­durch auf, dass sie sich selbst Ver­let­zun­gen zu­ge­fügt ha­ben soll. Sie trug stets lan­ge Klei­dung, um Wund­ma­le an Ar­men und Bei­nen zu ka­schie­ren.

Of­fen­bar plag­ten die 50-Jäh­ri­ge mas­si­ve fi­nan­zi­el­le Pro­ble­me. Nach tz- In­for­ma­tio­nen leb­te sie seit Jah­ren von Ar­beits­lo­sen­geld. Ein Groß­teil da­von ging meist für Al­ko­hol und Zi­ga­ret­ten drauf. Ein Be­kann­ter zur tz: „In letz­ter Zeit war sie nur sel­ten nüch­tern an­zu­tref­fen. So­gar für Zug­fahr­ten fehl­te das Geld.“Woll­te sie sich das bei ih­rer ExSchwie­ger­mut­ter be­sor­gen? Fest steht: Ob­wohl die Ehe mit Micha­el D. be­reits vor Jah­ren in die Brü­che ge­gan­gen war, hielt sie den Kon­takt zu Mar­ga­re­te D. auf­recht. Ma­ri­on B. be­such­te die be­tag­te Da­me re­gel­mä­ßig – wie an je­nem ver­gan­ge­nen Frei­tag. Was in der Par­terre-Woh­nung in Schwa­bing ge­schah, ist noch un­klar. Als Sohn Micha­el sei­ne to­te Mut­ter fand, war Ma­ri­on B. auch noch im Haus, wirk­te stark an­ge- trun­ken. Als sie von den Be­am­ten der Mord­kom­mis­si­on be­fragt wur­de, ver­hielt sie sich plötz­lich selt­sam. So sehr, dass sie noch am sel­ben Abend fest­ge­nom­men wur­de. Zwei Ta­ge spä­ter er­ließ der Er­mitt­lungs­rich­ter Haft­be­fehl ge­gen die ge­bür­ti­ge Ös­ter­rei­che­rin. Die Lei­che von Mar­ga­re­te D. wur­de be­reits am Sams­tag ob­du­ziert. Die ge­naue To­des­ur­sa­che steht al­ler­dings noch nicht fest.

Micha­el D. leb­te zwar Tür an Tür mit sei­ner ge­tö­te­ten Mut­ter, will von den Be­su­chen sei­ner Ex-Frau aber nichts ge­wusst ha­ben. „Ich ver­ste­he das nicht“, sag­te er. Was wirk­lich ge­sche­hen ist, weiß nur Ma­ri­on B. …

Fo­to: Jantz

Ma­ri­on B. (50) gilt als Rechts­ak­ti­vis­tin und steht im Ver­dacht, ih­re ExSchwie­ger­mut­ter in de­ren Woh­nung in Schwa­bing ge­tö­tet zu ha­ben

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