Soko Das Se­ri­en-Aus von Guil­lau­me

Der Schau­spie­ler Mi­chel Guil­lau­me teigt aus der „SOKO Mün­chen“aus In der tz er­in­nert er sich an die bes­ten Mo­men­te aus 25 Jah­ren

tz - - ERSTE SEITE - IN­TER­VIEW: STE­FA­NIE THYS­SEN

Guil­lau­me: Die SOKO ist ein Fa­mi­li­en­pro­gramm. Man kann sich um 18 Uhr zum Es­sen ver­sam­meln und ge­mein­sam schau­en. Es ist nicht zu bru­tal, man muss den Kopf ein­schal­ten, kann aber trotz­dem zwi­schen­durch ein Bier­chen ho­len und kommt schnell wie­der ins Ge­sche­hen rein. Und, was uns Schau­spie­ler be­son­ders freut, Po­li­zis­ten sa­gen: „Ja, das, was ihr da macht, ist rea­lis­tisch. So läuft das bei der Po­li­zei.“Wir sind au­then­tisch – das geht in vie­len an­de­ren Kri­mis flö­ten. Neu­lich sind in ei­nem Tat­ort zwei ein­sa­me Er­mitt­ler in ei­nem Ro­cker­club auf­ge­schla­gen. Ich ken­ne je­man­den bei den Ban­di­dos. Der hat sich schlapp­ge­lacht und ge­meint: Wenn bei uns ei­ne Schie­ße­rei ist, kommt gleich ein SEK.

Gibt es ei­ne Zeit aus den 25 Jah­ren, an die Sie sich be­son­ders gern er­in­nern?

Guil­lau­me: Die ers­te Zeit war schon su­per – und dra­ma­tisch. Denn ei­ne Wo­che nach­dem ich mei­nen Ver­trag un­ter­schrie­ben hat­te, bin ich beim Berg­stei­gen ab­ge­stürzt. Milz ver­lo­ren, ei­ne Nie­re weg, lin­kes Bein ab­ge­trennt. Ich war kli­nisch tot, lag sechs Wo­chen im Ko­ma. Das war am 21. Ju­li 1992. Und am 9. Ok­to­ber soll­te mein ers­ter Dreh­tag sein.

Da­ha­ben Sie sich die „SOKO“Kar­rie­re erst mal ab­ge­schminkt, oder?

Guil­lau­me: Ne. So bin ich nicht. Als ich aus dem Ko­ma auf­wach- te, kam der Pro­du­zent und sag­te: „Ers­ter Dreh­tag: 9. Ok­to­ber.“Das war mei­ne Ret­tung. Ich hat­te ein Ziel vor Au­gen und ha­be ge­kämpft wie ein Lö­we. Bis heute bin ich Jo­chen Lud­wig dank­bar.

Ha­ben Sie mit der Rol­le mal ge­ha­dert?

Guil­lau­me: Ha­dern wür­de ich nicht sa­gen, aber ich ma­che mir Ge­dan­ken dar­über, ob nicht ir­gend­wann al­le Ge­schich­ten in so ei­ner Se­rie mal er­zählt sind.

Ist das der Grund, war­um Sie die Rol­le an den Na­gel hän­gen?

Guil­lau­me: Ja, auch. Ich seh­ne mich ein­fach nach neu­en Her­aus­for­de­run­gen. Ich spie­le wahn­sin­nig ger­ne Thea­ter, pro­du­zie­re dem­nächst ei­nen Sechs-Mil­lio­nen-Eu­ro-Ki­no­film und wer­de künf­tig als Re­gis­seur für die SOKO Mün­chen ar­bei­ten. Dar­auf freue ich mich schon sehr.

Wor­auf ha­ben Sie für 25 Jah­re „SOKO“ver­zich­tet?

Guil­lau­me: Gu­te Fra­ge. Das ist im­mer so ein zwei­schnei­di­ges Schwert. Vie­le Kol­le­gen be­nei­den mich und sa­gen: „Man, du hast so ein Glück ge­habt. 25 Jah­re SOKO, das ist doch wie ein Sech­ser im Lot­to.“Das ist al­les rich­tig. Aber? Guil­lau­me: Aber ich ha­be auch zwei Ehen hin­ter mir. Ich ha­be ge­ar­bei­tet wie ein Ir­rer und mei­ne Kin­der nicht auf­wach­sen se­hen. Ich ha­be auf vie­les ver­zich­tet.

Wer­fen die Kin­der Ih­nen das heute vor? Guil­lau­me: Mei­ne Toch­ter, die heute 23 Jah­re alt ist, schon, ja. Mein Sohn ist zwölf, der we­ni­ger. Aber wenn ich mich mit mei­ner Toch­ter un­ter­hal­te, über­le­ge ich schon – war es das al­les wert? Und: Wo will ich in Zu­kunft hin? Ein biss­chen mehr le­ben wä­re schön.

Was wür­de Sie be­ruf­lich – au­ßer der Re­gie – noch rei­zen?

Guil­lau­me: Wenn mir je­mand ei­ne Rol­le als Tat­ort- Kom­mis­sars an­bie­ten wür­de, wür­de ich sa­gen: „Cool, das ist zwar wie­der ein Po­li­zist, aber ei­ne neue Her­aus­for­de­rung.“

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