Fas­zi­nie­rend, die­se Frau!

tz - - MENSCHEN - FELICITAS BO­GNER

Sie war ein­zig­ar­tig in ih­rer Zeit: Ma­rie Cu­rie hat es zu Be­ginn des 20. Jahr­hun­derts nicht nur ge­schafft, sich in der män­ner­do­mi­nier­ten Phy­sik- und Che­mieWis­sen­schaft ei­nen Na­men zu ma­chen, son­dern auch ih­re zwei Kin­der als al­lein­er­zie­hen­de Mut­ter durch­zu­brin­gen. Denn ihr Ehe­mann, eben­falls ein re­nom­mier­ter Wis­sen­schaft­ler, kommt bei ei­nem tra­gi­schen Un­fall ums Le­ben. An die­sem Punkt steigt der Film Ma­rie Cu­rie ein, am Hö­he­punkt ih­rer Kar­rie­re und ih­res Le­bens. Am Mitt­woch­abend fei­er­te der Strei­fen der fran­zö­si­schen Re­gis­seu­rin Ma­rie No­ël­le Pre­mie­re im Münch­ner Ar­ri-Ki­no. „Cu­rie ist oh­ne Kon­ven­tio­nen ih­ren Weg mit viel Lei­den­schaft ge­gan­gen und war da­bei stets frei im Geis­te“, er­klärt die Fil­me­ma­che­rin ih­re Fas­zi­na­ti­on für die star­ke Frau­en­fi­gur. Auch weil sie sich selbst als weib­li­che Re­gis­seu­rin in ei­ner im­mer noch von Män­nern do­mi­nier­ten Bran­che durch­kämp­fen muss. Wun­der­bar in der Rol­le der blitz­ge­schei­ten und at­trak­ti­ven Wis­sen­schaft­le­rin und zwei­fa­chen No­bel­preis­trä­ge­rin: die Po­lin Ka­ro­li­na Grusz­ka. „Ich möch­te nicht be­haup­ten, vie­le Ge­mein­sam­kei­ten mit dem Cha­rak­ter von Cu­rie zu ha­ben“, sagt sie be­schei­den. „Mir ging es viel­mehr dar­um, die Un­ter­schie­de zu ver­ste­hen, da­mit ich die­se

Frau auch au­then­tisch spie­len kann. Ich hof­fe, es ist mir ge­lun­gen.“Fas­zi­niert sei sie vor al­lem von der Ener­gie, Stär­ke und Aus­dau­er der in Po­len ge­bo­re­nen Cu­rie. Und was sa­gen die Män­ner zu solch ei­ner star­ken Frau? „Ich fin­de es span­nend, dass ei­ne Frau zu die­ser Zeit ei­ne mehr­fa­che No­bel­preis­trä­ge­rin in ei­ner Män­ner­do­mä­ne wer­den konn­te“, so Schau­spie­ler Flo­ri­an Da­vid Fitz. Und auch Kol­le­ge Sa­mu­el Fin­zi, der selbst in dem Film in die Rol­le ei­nes fran­zö­si­schen Re­por­ters schlüpft, be­wun­dert die his­to­ri­sche Fi­gur Cu­rie.

Der Film schmückt das Le­ben na­tür­lich noch ein we­nig aus: die lei­den­schaft­li­che For­sche­rin, die als ers­te Frau an der be­rühm­ten Sor­bon­ne-Uni­ver­si­tät leh­ren darf, fängt bald ein stür­mi­sches Ver­hält­nis mit ei­nem ehe­ma­li­gen Stu­den­ten ih­res Mann an...

Of­fi­zi­el­ler Film­start ist der ers­te De­zem­ber.

Fo­tos: Heinz Weiß­fuß (3), P’ar­ti­san Film­pro­duk­ti­on

Schlüpft in die Rol­le der Phy­si­ke­rin und Che­mi­ke­rin Ma­rie Cu­rie: die pol­ni­sche Schau­spie­le­rin Ka­ro­li­na Grusz­ka (gro­ßes Fo­to). Spe­zia­lis­tin für his­to­ri­sche Stof­fe: die Fil­me­ma­che­rin Ma­rie No­ël­le (oben) Pre­mie­ren­par­ty: Flo­ri­an Da­vid Fitz (li.) mit Kol­le­ge Sa­mu­el Fin­zi

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