Zwei­ge wach­sen über Zaun

tz - - MENSCHEN - MA­RIA T. (86), MÜN­CHEN

Ich ha­be ein Pro­blem da­mit, dass mein Nach­bar nah am Zaun ver­schie­de­ne Pflan­zen und Bäu­me wach­sen lässt. Sie wu­chern im­mer wie­der hin­über und wach­sen in mei­nem Gar­ten bis an die Haus­wand, ra­gen über die Dach­rin­ne und das Dach. Dar­un­ter sind auch Sch­ling­pflan­zen wie zum Bei­spiel Efeu. Ich ha­be ihn oft an­ge­spro­chen, vor zwei Jah­ren wur­de dann ein bis­serl was ab­ge­schnit­ten. An­sons­ten sagt er im­mer, ich sol­le es halt selbst ab­schnei­den – aber ich bin 86 Jah­re alt. Bis vor zwei Jah­ren hat es ein Mie­ter mei­nes Nach­barn weg­ge­schnit­ten. Seit­dem der weg ist, pas­siert nichts mehr …

„Der Nach­bar muss da­für Sor­ge tra­gen, dass Äs­te nicht her­über­ra­gen und den Nach­barn be­ein­träch­ti­gen, das steht so im Bür­ger­li­chen Ge­setz­buch in Pa­ra­graf 910“, sagt Ru­dolf Stür­zer, Rechts­an­walt und Vor­sit­zen­der von Haus und Grund Mün­chen. Er rät der tz- Le­se­rin, den Nach­barn schrift­lich auf die­se Rechts­la­ge hin­zu­wei­sen und ihm ei­ne Frist zu set­zen, in der er die Äs­te und Pflan­zen be­sei­ti­gen soll. Zu­dem soll­te sie ihn dar­auf hin­wei­sen, dass sie an­sons­ten ei­nen Gärt­ner­be­trieb be­auf­tra­gen wird, die stö­ren­den Pflan­zen zu be­sei­ti­gen – und ihm dies in Rech­nung stel­len wird. Im schlimms­ten Fall müss­te sie sich die­se Kos­ten vom Nach­barn dann per Kla­ge zu­rück­ho­len. Stür­zer ap­pel­liert an den Nach­barn, die Äs­te frei­wil­lig zu be­sei­ti­gen – künf­tig so­gar bei­zei­ten, be­vor er viel­fach da­zu auf­ge­for­dert wird. „Hin­über­hän­gen­de Äs­te und Zwei­ge sind der zweit­häu­figs­te Punkt, über den Nach­barn strei­ten. An ers­ter Stel­le steht durch Hun­de oder Kin­der ver­ur­sach­ter Lärm“, sagt Stür­zer.

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