Bob Dy­lan hat Bes­se­res vor

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Bob Dy­lan reiht sich in ei­ne il­lus­tre Rie­ge ein. Bo­ris Pas­ternak ( Dok­tor Schi­wa­go) et­wa, Je­an-Paul Sart­re ( Der Ekel) oder auch El­frie­de Je­linek ( Die Kla­vier­spie­le­rin). Sie al­le wur­den mit dem Li­te­ra­tur-No­bel­preis aus­ge­zeich­net, und sie al­le ka­men nicht oder lehn­ten ab. Pas­ternak wies ihn 1958 auf Druck des So­wje­tRe­gimes zu­rück, Sart­re (1964) ak­zep­tier­te aus Prin­zip kei­ne Aus­zeich­nun­gen, und Je­linek (2004) hat­te zu gro­ße Angst vor den vie­len Men­schen. Und Dy­lan? Hat so­zu­sa­gen Bes­se­res vor. Nach lan­gem Hin und Her hat der wohl wich­tigs­te Song­schrei­ber der Rock­ge­schich­te nun per Brief be­kannt ge­ge­ben: Er hat „an­de­re Ver­pflich- tun­gen“, sprich: Er will sei­ne Tour­nee nicht un­ter­bre­chen.

Die Schwe­di­sche Aka­de­mie trägt es äu­ßer­lich mit Fas­sung: „Dass ein No­bel­preis­trä­ger nicht nach Stock­holm rei­sen kann, um den Preis ent­ge­gen­zu­neh­men, ist un­ge­wöhn­lich, aber nicht au­ßer­ge­wöhn­lich“, for­mu­liert’s die Ju­ry mit Con­ten­an­ce.

Ges­tern stan­den auf der Home­page des 75-jäh­ri­gen Dy­lan nur Tour­da­ten bis 23. No­vem­ber, wo er in Fort Lau­der­da­le (Flo­ri­da) gas­tie­ren will. Bis zur Ver­lei­hung am 10. De­zem­ber wä­re al­so noch et­was Zeit, um die Aus­zeich­nung (um­ge­rech­net ca. 800 000 Eu­ro) per­sön­lich aus den Hän­den des schwe­di­schen Kö­nigs Carl Gus­taf ent­ge­gen­zu­neh­men. Das ist na­tür­lich Was­ser auf die Müh­len der­je­ni­gen Ju­ro­ren, die Dy­lan oh­ne­hin nicht als wür­dig ge­nug emp­fan­den. Die dür­fen nun ei­nen Boy­kott wit­tern. Was Dy­lan, dem gro­ßen Schwei­ger, herz­lich egal sein dürf­te. Und wohl auch sei­nen Fans.

Fo­to: dpa

Bob Dy­lan (75) singt lie­ber, statt den No­bel­preis ent­ge­gen­zu­neh­men

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