So soll es wie­der auf­wärts ge­hen

tz - - COMIC -

Bei Olym­pia in Rio fisch­ten wir lei­der nicht die er­hoff­ten Me­dail­len aus dem Was­ser. Wir ver­zwei­feln des­halb aber nicht, son­dern sam­meln jetzt die Kräf­te und schau­en be­reits auf 2020 und 2024. Bei den Kurz­bahnmeis­ter­schaf­ten am Wo­chen­en­de in Ber­lin fehlt noch ein Teil un­se­rer Eli­te. Stu­di­um, Aus­bil­dung und die Bun­des­wehr for­dern im Mo­ment noch un­se­re Ath­le­ten. Wo­bei wir uns in Zu­kunft oh­ne­hin mehr auf die Lang­bahn aus­rich­ten. Den Win­ter nut­zen wir zum Grund­la­gen­trai­ning. Um zur Welt­spit­ze auf­zu­schlie­ßen, be­nö­ti­gen wir gro­ße Um­fän­ge, do­mi­nan­tes Ma­xi­mal­kraft­trai­ning und bes­se­re in­di­vi­du­el­le Trai­nings­steue­rung. Rio hat ge­zeigt, dass wir ath­le­tisch nicht auf Au­gen­hö­he mit der in­ter­na­tio­na­len Kon­kur­renz sind. Für wich­tig hal­te ich auch die Kon­zen­tra­ti­on un­se­rer Ath­le­ten. Im Mo­ment sind für uns sie­ben Bun­des­stütz­punk­te sei­tens des DOSB vor­ge­se­hen. Die bes­ten Schwim­mer sol­len dort bei den bes­ten Trai­nern un­ter den bes­ten Be­din­gun­gen aus­ge­bil­det wer­den. Viel­leicht be­steht das Op­ti­mum für uns so­gar in fünf oder sechs Stütz­punk­ten – wir wer­den se­hen. Um wirk­lich auf Welt­klas­se­ni­veau zu trai­nie­ren, be­nö­ti­gen wir nicht nur Ath­le­ten, son­dern eben­so kom­pe­ten­te Trai­ner, Wis­sen­schaft­ler, Phy­sio­the­ra­peu­ten, Ath­le­tik­trai­ner, Ärz­te, Lauf­bahn­be­ra­ter, Dia­gnos­ti­ker, Hal­len­per­so­nal und vie­les mehr. Dies kos­tet Geld, auch des­halb ist die Zen­tra­li­sie­rung un­ab­ding­bar. Ich ar­bei­te aber nicht mit dem Holz­ham­mer. Wenn je­mand wei­ter in sei­ner Hei­mat trai­nie­ren will, kann er dies tun. Al­ler­dings wird er dann nicht die Vor­tei­le be­kom­men, die er an ei­nem Bun­des­stütz­punkt hät­te. Ne­ben den Spit­zen­ath­le­ten müs­sen wir be­son­ders auf den Nach­wuchs ach­ten, des­halb müs­sen wir eng mit den Län­dern zu­sam­men­ar­bei­ten, wenn wir Deut­sche bei Olym­pia und WM wie­der auf den Po­di­en se­hen wol­len. Auch die Fi­nan­zie­rung der Sport­ler wird zu­künf­tig an­ders über die SDSH ge­re­gelt. Ein A-Ka­der wird mo­nat­lich bei­spiels­wei­se pau­schal von 300,- Eu­ro im Mo­nat auf 600,- hoch­ge­stuft. Wenn er Top­leis­tun­gen bringt, sind bis zu 3000 Eu­ro drin. Da­mit liegt er dann auf oder über dem in­ter­na­tio­na­len Ni­veau und das ist sehr gut so.

Hen­ning Lam­bertz, Bun­des­trai­ner Schwim­men

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