Ga­b­ri­el – noch mal Par­tei­sol­dat?

tz - - POLITIK -

Es ist ein biss­chen wie beim War­ten aufs Christ­kind: Je­der weiß, dass es kommt – aber wann ge­nau das Glöck­chen läu­tet, ist of­fen. Schon am Sonn­tag? Oder wird An­ge­la Mer­kel doch erst am Ni­ko­laus­tag (al­so am 6. De­zem­ber) beim CDU-Par­tei­tag in Es­sen ih­re er­neu­te Kan­di­da­tur an­kün­di­gen? Wäh­rend bei der Uni­on al­so weit­ge­hend si­cher ist, dass Mer­kel er­neut in den Wahl­kampf-Ring klet­tern wird, ist bei der SPD noch al­les of­fen. Denn Sig­mar Ga­b­ri­el ist Par­tei­sol­dat ge­nug, dem chan­cen­rei­che­ren Ge­nos­sen den Vor­tritt zu las­sen – das hat er be­reits bei der Kanz­ler­kan­di­da­tur von Peer St­ein­brück be­wie­sen. An­ge­sichts der an­hal­tend mie­sen per­sön­li­chen Zu­stim­mungs­wer­te, die Ga­b­ri­el in den Um­fra­gen hat, wä­re sei­ne Kan­di­da­tur ge­gen die trotz al­ler Rück­schlä­ge im­mer noch be­lieb­te Kanz­le- rin wohl we­nig er­folg­ver­spre­chend. Es wä­re ein klu­ger Schach­zug der SPD, wenn sie auf Mar­tin Schulz als Kanz­ler­kan­di­dat set­zen wür­de: Wäh­rend Sig­mar Ga­b­ri­el schon ei­ne ge­fühl­te Ewig­keit auf un­se­ren TV-Schir­men spricht (und manch­mal auch herum­motzt), wür­de Schulz noch auf ei­ne ge­wis­se Neu­gier­de sto­ßen. Man weiß zwar, dass der EU-Par­la­ments­prä­si­dent ein Freund kla­rer Wor­te ist, der sich ger­ne auch mit Mäch­ti­ge­ren wie einst Ber­lus­co­ni und heu­te Er­do­gan an­legt. Aber im Ver­gleich zu Ga­b­ri­el wä­re Schulz der un­ver­brauch­te­re, bes­se­re Kan­di­dat. Wenn es der SPD ge­lingt, ihn (aus­nahms­wei­se mal!) oh­ne Que­re­len und Stol­pe­rei­en in Stel­lung zu brin­gen, könn­te der Wahl­kampf so­gar noch span­nend wer­den. Klaus Rim­pel

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