Ge­sund durch den Win­ter

tz - - MÜNCHEN+REGION - ANDRE­AS BEEZ

Nach dem Ab­schied vom gol­de­nen Herbst win­ken vie­le Münch­ner mit dem Ta­schen­tuch, sie schnie­fen und schneu­zen sich dem Win­ter ent­ge­gen. „Die ers­te grö - ße­re Er­käl­tungs­wel­le der Sai­son hat die Stadt be­reits er­wischt“, weiß Dr. Karl­heinz Zeil­ber­ger. Im gro­ßen Re­port er­klärt der er­fah­re­ne Münch­ner In­ter­nist und Sport­me­di­zi­ner, wie Sie ver­nünf­tig mit ei­nem In­fekt um­ge­hen. Und dar­über hin­aus gibt er Tipps zur Er­käl­tungs­ab­wehr – da­mit es Sie (hof­fent­lich) gar nicht erst er­wischt … selbst über­neh­men – wenn die Kas­se den Ver­si­cher­ten nicht zu ei­ner Ri­si­ko­grup­pe zählt. Dann wer­den et­wa 30 Eu­ro fäl­lig. „Ab 60 Jah­ren emp­fiehlt sich zu­sätz­lich ei­ne Pneu­mo­kok­ken-Imp­fung“, rät Dr. Zeil­ber­ger wei­ter. Die­se Er­re­ger kön­nen ei­ne Lun­gen­ent­zün­dung ver­ur­sa­chen.

■ Den Vit­amin-D-Spie­gel über­prü­fen las­sen: Vit­amin D wird zum al­ler­größ­ten Teil in der Haut ge­bil­det – und zwar un­ter Ein­fluss von Son­nen­licht. Dem­ent­spre­chend be­steht ge­ra­de im Win­ter ein er­höh­tes Ri­si­ko für Vit­amin-D-Man­gel. Er kann fa­ta­le Fol­gen ha­ben, denn Vit­amin D ist un­ter an­de­rem wich­tig für die Psy­che und für die Kno­chen. „Ge­ra­de Pa­ti­en­ten mit Os­teo­po­ro­se lei­den oft an ei­nem Vit­amin-D-Man­gel und lau­fen da­durch noch stär­ker Ge­fahr, sich bei­spiels­wei­se bei Stür­zen zu ver­let­zen“, weiß Dr. Zeil­ber­ger.

■ Auf tü­cki­sche Tem­pe­ra­tur­wech­sel ein­stel­len: „Ge­ra­de in der Über­gangs­zeit zwi­schen Herbst und Win­ter kön­nen die Au­ßen­tem­pe­ra­tu­ren stark schwan­ken – vor al­lem dann, wenn man von der Son­ne in den Schat­ten geht oder um­ge­kehrt“, er­läu­tert der Münch­ner Me­di­zi­ner. Dar­auf soll­te man sich mit ei­ner fle­xi­blen Klei­dung nach dem so­ge­nann­ten Zwie­bel­scha­len­prin­zip ein­stel­len, die aus meh­re­ren Schich­ten be­steht. „Wich­tig ist: Lie­ber öf­ter um­zie­hen, auch wenn es et­was auf­wen­dig er­scheint. Denn so­wohl ein Aus­küh­len als auch ein Über­hit­zen kön­nen Gift für den Kör­per sein.“

Die schlech­tes­te Va­ri­an­te wä­re üb­ri­gens, bei wech­sel­haf­tem Wetter die ei­ge­nen vier Wän­de über­haupt nicht zu ver­las­sen. „Wir ■ müs­sen un­se­rem Kör­per auch die Chan­ce ge­ben, sich dar­an zu ge­wöh­nen“, mahnt Dr. Zeil­ber­ger.

Die ver­stopf­te Na­se re­gel­mä­ßig spü­len: „Die Na­se dient als ei­ne Art Fil­ter, um Krank­heits­er­re­ger aus der Luft zu zie­hen. Wenn sie ver­stopft ist, kann sie nicht so gut ar­bei­ten. Des­halb soll­te man sie mit Spü­lun­gen frei­ma­chen.“Wer Na­sen­sprays ver­wen­den möch­te, soll­te sich ein Pro­dukt auf Meer­salz­ba­sis be­sor­gen. Klas­si­sche Na­sen­sprays soll­te man nur für kur­ze Zeit be­nut­zen. „Sie ber­gen die Ge­fahr, die Schleim­häu­te aus­zu­trock­nen – und da­mit ih­re Ab­wehr­kraft ge­gen Vi­ren und Bak­te­ri­en zu schwä­chen.“

Fett­hal­ti­ge Cre­mes ver­wen­den: „Wenn die Tem­pe­ra­tu­ren sin­ken, pro­du­ziert die Haut nicht mehr so viel Talg“, so der Der­ma­to­lo­ge. „Die Haut wird sprö­der – und das Pro­blem durch die tro­cke­ne Hei­zungs­luft noch ver­stärkt. Des­halb soll­ten wir uns re­gel­mä­ßig mit fett­hal­ti­gen Cre­mes pfle­gen. Das gilt ins­be­son­de­re auch für die Hän­de.“Die Haut fett­hal­tig „er­näh­ren“: Da­zu emp­fiehlt Dr. Lie­bich vor al­lem fett­hal­ti­gen See­fisch, zum Bei­spiel Lachs. Er lie­fert der Haut wert­vol­le Fett­säu­ren. Die Herbst- und Win­ter­son­ne nicht un­ter­schät­zen: Sie hat ei­nen ho­hen UVB-An­teil und kann der Haut da­durch emp­find­lich zu­set­zen. Des­halb soll­te man im­mer ei­ne Son­nen­creme ver­wen­den, die min­des­tens den Schutz­fak­tor 30 hat, bes­ser noch 50. „Am bes­ten greift man zu ei­nem fett­hal­ti­gen Pro­dukt und trägt es dick auf“, emp­fiehlt Dr. Lie­bich. Auch die Lip­pen beim Son­nen­schutz nicht ver­ges­sen: „Ein Son­nen­blo­cker ver­hin­dert bei­spiels­wei­se, dass sich Her­pes­bläs­chen bil­den.“

■ Täg­li­che Wech­sel­du­schen und re­gel­mä­ßi­ge Sau­na­gän­ge in den All­tag ein­bau­en: „Sie stär­ken das Im­mun­sy­tem – eben­so wie ei­ne vit­amin­rei­che Er­näh­rung mit viel Ge­mü­se und Obst so­wie re­gel­mä­ßi­ger Sport“, weiß Dr. Zeil­ber­ger.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.