Schutz­zo­ne im Fünf­se­en-Land

tz - - VOGELGRIPPE-ALARM IN GANZBAYERN -

Die Vo­gel­grip­pe greift im­mer wei­ter und im­mer schnel­ler um sich. Seit Frei­tag gibt es zwei dras­ti­sche Ent­wick­lun­gen zu der Seu­che in Bay­ern: ei­ne all­ge­mei­ne Stall­pflicht für Haus- und Nutz­ge­flü­gel zum ei­nen, An­lein­pflicht für Hun­de im Fünf­se­en­land zum an­de­ren.

Die Stall­pflicht be­grün­de­te Um­welt­mi­nis­te­rin Ul­ri­ke Scharf (CSU) in Mün­chen so: „Im Sin­ne der Tier­ge­sund­heit und der Seu­chen­be­kämp­fung ist es jetzt be­son­ders wich­tig, ei­ne Aus­wei­tung der Vo­gel­grip­pe auf das Haus­ge­flü­gel zu ver­hin­dern.“Die Stall­pflicht gilt für ge­werbs­mä­ßi­ge Ge­flü­gel­hal­ter und für Züch­ter und Pri­vat­per­so­nen, die Ge­flü­gel hal­ten – und zwar auf un­be­stimm­te Zeit.

Im Kreis Starn­berg wur­de ei­ne Schutz­zo­ne um Starn­ber­ger- und Am­mer­see ein­ge­rich­tet. Aus­lö­ser hier­für war ei­ne to­te Rei­he­ren­te, die mit der ge­fähr­li­chen Vo­gel­grip­pe vom Sub­typ H5N8 in­fi­ziert ge­we­sen war. Die Schutz­zo­ne um die Se­en hat ei­ne Brei­te von drei Ki­lo­me- tern. Das be­deu­tet für Ge­flü­gel­hal­ter, dass sie ih­re Tie­re im Stall las­sen müs­sen. Dies er­gibt sich aus der An­ord­nung des Um­welt­mi­nis­te­ri­ums zur all­ge­mei­nen Stall­pflicht. An­de­rer­seits sol­len in die­ser Zo­ne Hun­de­be­sit­zer ih­re Lieb­lin­ge an­lei­nen, Kat­zen­be­sit­zer soll­ten ih­re Tie­re nicht so ein­fach her­um­stromern las­sen. Bei­de Haus­tier­ar­ten könn­ten näm­lich zum Über­trä­ger wer­den. Bis ges­tern Nach­mit­tag gab es fünf wei­te­re Ver­dachts­fäl­le der Ge­flü­gel­pest am Starn­ber­ger See. Zur Ab­klä­rung wur­den die Tier­ka­da­ver an das Fried­rich-Lo­eff­ler-In­sti­tut ge­schickt, schreibt der Starn­ber­ger Mer­kur. Für Ge­flü­gel­märk­te und Aus­stel­lun­gen wür­den wei­te­re Maß­nah­men vor­be­rei­tet.

Sol­che Ver­an­stal­tun­gen wer­den nach der all­ge­mei­nen Stall­pflicht übe­r­all im Frei­staat neu be­wer­tet, auch kurz­fris­tig. Die Ka­nin­chen­und Ge­flü­gel­schau bei­spiels­wei­se, die die Klein­tier­züch­ter in Peit­ing (Kreis Weil­heim-Schon­gau) für die­ses Wo­che­n­en­de ge­plant ha­ben, fin­det zwar statt – aber oh­ne Ge­flü­gel.

Ist der Seu­che über­haupt noch bei­zu­kom­men? Im­mer schnel­ler lau­fen die Mel­dun­gen über Ver­dachts­fäl­le bei den Land­krei­sen und in den Städ­ten ein. In In­gol­stadt, im Kreis Neuburg-Schrobenhausen, im Kreis Lands­hut – übe­r­all neue Ver­dachts­fäl­le. Die to­ten Vö­gel wur­den zur Be­stä­ti­gung des Ver­dachts an das Fried­richLo­eff­ler-In­sti­tut wei­ter­ge­lei­tet. Hier wird auch im­mer ge­prüft, ob es sich um die hoch­an­ste­cken­de Va­ri­an­te H5N8 han­delt.

Im­mer­hin: Für Men­schen be­steht durch die Vo­gel­grip­pe kei­ne Ge­fahr, be­ton­te der Lei­ter des Traun­stei­ner Ge­sund­heits­amts, Wolf­gang Krä­mer. „Bis­her hat sich am In­flu­en­za­vi­rus H5N8 welt­weit kein Mensch an­ge­steckt.“

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