To­tal stan­dar­di­siert

tz - - BUNT GEMISCHT - CarOl h., MaxvOr­staDt

Wenn man Din­ge be­schreibt, die ab­so­lu­ter Durch­schnitt sind, be­ti­telt man sie ger­ne als 08/15 — wie­so? Nach Be­ginn des Ers­ten Welt­krie­ges be­stand sehr bald Be­darf an ei­nem leich­ten Ma­schi­nen­ge­wehr (MG) im deut­schen Heer. Da kei­ne nen­nens­wer­te Neu­kon­struk­ti­on vor­han­den war, wur­de das vom Her­stel­ler Ma­xim im Jahr 1908 ge­bau­te Ma­schi­nen­ge­wehr 1915 ent­schei­dend ver­bes­sert. Aus den Kon­struk­ti­ons­jah­ren 1908 und 1915 setzt sich auch der Na­me MG 08/15 zu­sam­men. Um in Kriegs­zei­ten Waf­fen schnell und in gro­ßen Stück­zah­len pro­du­zie­ren zu kön­nen, plan­te man die Waf­fen nach deut­schem Stan­dard her­zu­stel­len. Um ein­heit­lich pro­du­zie­ren zu kön­nen, ent­wi­ckel­te man die ers­te Deut­sche In­dus­trie Norm (DIN-Norm) für das MG 08/15. Bis weit in die 1930er-Jah­re wur­de es zum ge­bräuch­lichs­ten Ma­schi­nen­ge­wehr der deut­schen Be­waff­nung und bald auch von vie­len aus­län­di­schen Ar­me­en ein­ge­setzt. Vom deut­schen Sol­da­ten­tum ging der Be­griff 08/15 dann bald in den nor­ma­len deut­schen Sprach­ge­brauch über, als all­ge­mei­ne Be­zeich­nung für et­was ganz Nor­ma­les und Uno­ri­gi­nel­les — dem Stan­dard eben.

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