Deutsch­land ret­tet Tho­mas-Mann-Vil­la

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Es ist ge­lun­gen! Deutsch­land hat die Vil­la ge­kauft, in der Tho­mas Mann (18751955) von 1942 bis 1952 nach sei­ner Flucht vor den Na­zis im ka­li­for­ni­schen Exil leb­te. Wahr­schein­lich wur­de das Haus da­mit vor dem Ab­riss be­wahrt. Das Grund­stück mit der Adres­se 1550 San Re­mo Dri­ve, Pa­ci­fic Pa­li­sa­des ist nach schwie­ri­gen Ver­hand­lun­gen und Zah­lung von 13,25 Mil­lio­nen Dol­lar nun Ei­gen­tum der Bun­des­re­pu­blik, wie die Süd­deut­sche Zei­tung be­rich­tet.

Die Im­mo­bi­li­en­an­zei­ge der US-Mak­le­rin Joy­ce Rey hat­te noch nicht ein­mal den Na­men Tho­mas Mann er­wähnt. Sie ver­sprach Käu­fern ein An­we­sen auf 4000 Qua­drat­me­tern mit Pool, Ka­min und sechs Ba­de­zim­mern. „Zum ers­ten Mal seit fast 65 Jah­ren auf dem Markt!“, schwärm­te sie. Aber das Haus, 1942 er­baut, ist weit mehr als ein „Ein­fa­mi­li­en­haus“mit 489 Qua­drat­me­tern Wohn­flä­che – es ist ge­leb­te Ge­schich­te!

Au­ßen­mi­nis­ter Frank-Wal­ter St­ein­mei­er be­schrieb am Frei­tag die Vil­la, in der Tho­mas Mann Meis­ter­wer­ke wie Dr. Faus­tus oder Fe­lix Krull schrieb, als „so et­was wie das ‚Wei­ße Haus des Exils‘“. Von dort sei we­sent­lich der Kampf der Exi­lan­ten ge­gen Hit­ler-Deutsch­land ge­führt wor­den.

In un­mit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft steht üb­ri­gens das eins­ti­ge Haus des Schrift­stel­lers Li­on Feucht­wan­ger (1884 - 1958). Auch sei­ne Vil­la Au­ro­ra war da­mals ein Treff­punkt von Na­ziFlücht­lin­gen – Ber­tolt

Brecht, Ar­nold Schön­berg, Kurt Weill, Theo­dor Ador­no und Al­bert Ein­stein gin­gen ein und aus. Seit 1995 ist das Haus ein Ort für Kul­tur und Aus­tausch. Der deut­sche Film fei­ert dort sei­nen tra­di­tio­nel­len Os­car-Emp­fang, Sti­pen­di­en für Künst­ler sind be­gehrt. Ähn­li­ches ist auch für die Tho­masMann-Vil­la ge­plant. Sie wird zur Re­si­denz für Sti­pen­dia­ten aus­ge­baut.

Mit dem Kauf der Tho­mas-Mann-Vil­la en­det ei­ne Zit­ter­par­tie: Das Ge­bäu­de, von Bau­haus-Ar­chi­tekt Ju­li­us Ralph Da­vid­son nach Manns Wün- schen ent­wor­fen, war in Pri­vat­be­sitz. Da es nicht un­ter Denk­mal­schutz stand, hat­te man Sor­ge, das Haus könn­te von ei­nem pri­va­ten In­ves­tor für ei­nen Neu­bau ab­ge­ris­sen wer­den. Kul­tur­staats­mi­nis­te­rin Mo­ni­ka Grüt­ters und ei­ne von No­bel­preis­trä­ge­rin Her­ta Mül­ler un­ter­stütz­te Pe­ti­ti­on war­ben da­für, Deutsch­land sol­le die Vil­la kau­fen. Jetzt hat die Bun­des­re­pu­blik den Schlüs­sel zur Haus­num­mer San Re­mo Dri­ve 1550.

Au­ßen­mi­nis­ter Frank-Wal­ter St­ein­mei­er

St­ein­mei­er un­ter­stütz­te den Kauf

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