Run­jaic ge­rät im­mer mehr in die En­ge

tz - - SPORT - CLAU­DI­US MAY­ER

Die Fra­ge muss­te kom­men. Näm­lich, wie Kos­ta Run­jaic mit dem Druck um­geht, den Prä­si­dent Pe­ter Cas­sa­let­te in den ver­gan­ge­nen Ta­gen öf­fent­lich aus­ge­übt hat? Vor dem so wich­ti­gen Spiel am Mon­tag ge­gen den 1. FC Kai­sers­lau­tern. „Bei ei­ner Nie­der­la­ge brennt’s“, hat­te Cas­sa­let­te fest­ge­stellt, und die Fra­ge, wer wohl als Ers­ter Feu­er fängt, er­üb­rigt sich ei­gent­lich: Der Trai­ner.

Run­jaic soll nicht ge­ra­de er­baut ge­we­sen sein, dass derPrä­si­d­ent­der­art Dampf ab­ge­las­sen hat. Bei der gest­ri­gen Pres­se­kon­fe­renz al­ler­dings ließ er sich dies­be­züg­lich nichts an­mer­ken und ging nur kurz auf das The­ma ein. „Wir sind al­le säu­er­lich und ent­täuscht über die ak­tu­el­le Si­tua­ti­on.“

Sport­chef Eichin re­agier­te fol­gen­der­ma­ßen: „Der Prä­si­dent hat das Recht, das zu sa­gen, das ha­ben wir auf­ge­nom­men und das ist okay. Kos­ta und ich kön­nen da­mit le­ben. Und dass hier Druck herrscht, das ist doch nor­mal.“

Eben­so, dass der In­ves­tor sei­nen Un­mut äu­ßert. Ver­gleicht Is­ma­ik die Zah­len, die er in die­ser Sai­son in den Ka­der ge­steckt hat, mit je­nen in der Ta­bel­le, dann ver­wun­dert es kei- nen, dass er es kra­chen lässt. „Bis­her ist er ja sehr nach­sich­tig da­mit um­ge­gan­gen, was die sport­li­che Si­tua­ti­on be­trifft“, sag­te Cas­sa­let­te. „Er hat aber et­was an­de­res er­war­tet. Weil er vie­le Wün­sche er­füllt hat.“Im Ge­gen­satz zur ver­gan­ge­nen Sai­son. Der Lö­wen­boss: „Der Spie­ler­ka­der war vor ei­nem Jahr si­cher­lich nicht so gut wie jetzt. Jetzt ha­ben wir gut be­zahl­te Leute, die end­lich was brin­gen müs­sen.“Und Cas­sa­let­te blickt im­mer noch mit Schau­dern auf die letz­te Nie­der­la­ge in Sand­hau­sen zu­rück. „Was dort in der zwei­ten Halb­zeit pas­siert ist, das ist nicht ak­zep­ta­bel.“Und ei­ne Wie­der­ho­lung ei­ner sol­chen Dar­bie­tung wä­re wohl das Aus für den Trai­ner. Mit dem Miss­er­folg schwin­det auch das In­ter­es­se der Fans im­mer mehr. „Ge­gen Kai­sers­lau­tern, das wa­ren frü­her Spie­le, da hat­ten wir im­mer so um die 30 000 Zu­schau­er“, sagt Cas­sa­let­te. Am Mon­tag rech­net der TSV 1860 mit 18 000 bis 19 000 Be­su­chern. Und mit dem Come­back von Ste­fan Ai­g­ner. Ret­tet er Run­jaic?

Dass die­ser Ta­ge Ge­rüch­te über ei­ne even­tu­el­le Rück­kehr von Ru­bin Oko­tie im Win­ter auf­ge­kom­men sind, passt in den Wirr­warr, den ein sport­li­cher Miss­er­folg im­mer mit sich bringt. Der 29-jäh­ri­ge Stür­mer steht seit Som­mer beim chi­ne­si­schen Zweit­li­gis­ten Bei­jing En­ter­pri­ses un­ter Ver­trag und wird wohl auch dort blei­ben. „Ich ha­be kei­ne An­fra­ge von 1860“, sag­te der Ös­ter­rei­cher ges­tern ge­gen­über der tz, „son­dern ste­he bei En­ter­pri­ses noch zwei­ein­halb Jah­re un­ter Ver­trag.“Auch Cas­sa­let­te be­zeich­ne­te ein Come­back von Oko­tie als „ab­we­gig“: „Da ist null­kom­ma­null­null dran. Wir kön­nen und wol­len Ru­bin nicht ver­pflich­ten.“

Lö­wen-Sport­chef Tho­mas Eichin

Fo­tos: Pri­vat, dpa, Sam­pics

Hoff­nungs­trä­ger Ste­fan Ai­g­ner: Ret­tet er den von Prä­si­dent Cas­sa­let­te und In­ves­tor Is­ma­ik an­ge­zähl­ten Trai­ner Run­jaic?

Zu­frie­den in Chi­na: Ex-Lö­wen-Stür­mer Ru­bin Oko­tie

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