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tz - - SPORT - IN­TER­VIEW: LE­NA MEY­ER

Ba­by­fläsch­chen statt Mund­schutz, Ras­seln statt Eis­ho­ckey­schlä­ger. Tor­hü­ter Da­vid Leg­gio (32), der am Frei­tag beim 6:4-Sieg des EHC RB Mün­chen ge­gen Kre­feld im Tor stand, er­war­tet seit neu­es­tem nach dem Trai­ning ein Kon­trast­pro­gramm da­heim: der klei­ne Leo. Vier­ein­halb Mo­na­te ist der Leg­gio-Spross mitt­ler­wei­le alt. Ge­mein­sam mit Ma­ma Kris­ten (30) be­glei­te­te der Klei­ne sei­nen Pa­pa für des­sen zwei­te Sai­son bei den Red Bulls von Buf­fa­lo (USA) nach Mün­chen. Die tz traf die jun­ge Fa­mi­lie zum In­ter­view.

Herr Leg­gio, es ist Ih­re zwei­te Sai­son in Mün­chen – und Ih­re al­ler­ers­te als Va­ter. Was hat sich ver­än­dert?

Da­vid Leg­gio: Ei­gent­lich al­les! (lacht) Kin­der zu ha­ben, ist et­was, das man nicht be­schrei­ben kann. Ein völ­lig neu­es, wun­der­schö­nes Le­bens­ge­fühl. Und na­tür­lich än­dert sich auch die täg­li­che Rou­ti­ne. Vie­les muss auf das Kind aus­ge­rich­tet wer­den. Aber ich muss sa­gen, dass Kris­ten das groß­ar­tig ma­na­get. Sie ach­tet im­mer dar­auf, dass ich ge­nü­gend Zeit be­kom­me, um mich zu er­ho­len.

Das heißt, Sie kom­men im­mer aus­ge­schla­fen ins mor­gend­li­che Trai­ning?

Da­vid Leg­gio (lacht): Ja, das funk­tio­niert wirk­lich gut! Wenn Leo nachts wach wird, küm­mert Kris­ten sich meis­tens dar­um. Ich ver­su­che sie im Ge­gen­zug zu ent­las­ten, wenn ich aus dem Trai­ning kom­me, schnap­pe mir Leo und ma­che ei­ne Spa­zier­gang oder der­glei­chen, so­dass sie sich ein we­nig er­ho­len kann.

Kris­ten Leg­gio: Das Gu­te ist au­ßer­dem, dass Leo ein wirk­lich gu­ter Schlä­fer ist. Er wacht sehr sel­ten nachts auf und weint.

Frau Leg­gio, für Sie ist es eben­falls die zwei­te Sai­son in Mün­chen. War es die­ses Mal – mit Ba­by – schwe­rer, die Hei­mat für knapp ein Jahr zu ver­las­sen?

Kris­ten Leg­gio: Si­cher, das war nicht ein­fach. Na­tür­lich ist es scha­de, dass wir nicht in der Nä­he un­se­rer Fa­mi­li­en le­ben und Leo da­durch bei­spiels­wei­se sei­ne Groß­el­tern so sel­ten sieht.

Da­vid Leg­gio: …wo­bei das für die Groß­el­tern si­cher­lich noch här­ter ist (lacht).

Kris­ten Leg­gio: Stimmt! (lacht eben­falls) Aber des­halb kom­men un­se­re Fa­mi­li­en uns ja auch in der Weih­nachts­zeit und kurz da­nach in Mün­chen be­su­chen. Es hat al­les sei­ne Vor- und Nach­tei­le. Ich ver­su­che je­den­falls im­mer, das Po­si­ti­ve zu se­hen: Durch Da­vids Job ha­ben wir die Mög­lich­keit viel zu rei­sen und neue Kul­tu­ren ken­nen­zu­ler­nen. In der kur­zen Pau­se wäh­rend des Deutsch­land Cups wa­ren wir zum Bei­spiel für vier Ta­ge an der Al­ma­fi-Küs­te. Es war toll, ein neu­es Land zu se­hen. Und das ist auch et­was, von dem Leo spä­ter pro­fi­tie­ren kann.

Da­vid Leg­gio: Hof­fent­lich spie­le ich noch, wenn er alt ge­nug ist, um selbst auf dem Eis zu ste­hen und Ho­ckey zu spie­len.

Das heißt, wir se­hen hier ei­ne neue Ge­ne­ra­ti­on der EHC-Go­alies?

Da­vid Leg­gio: Das kann Leo am En­de ent­schei­den. Er soll das tun, was ihn glück­lich macht. Wenn er An­walt wer­den will, ist das ge­nau­so su­per wie wenn er Eishockey-Go­a­lie wer­den will.

Sie tei­len sich mit Dan­ny aus den Bir­ken qua­si den Sta­tus als ers­tem Tor­hü­ter des Teams. Wer spielt, wird häu­fig erst kurz vor der Par­tie ent­schie­den. Wie schwer ist die­ses stän­di­ge Du­ell für Sie?

Da­vid Leg­gio: Na­tür­lich will man als Spie­ler im­mer so viel wie mög­lich auf dem Eis ste­hen und na­tür­lich wür­de auch ich gern im­mer spie­len. Aber ich schät­ze Dan­ny sehr und letzt­end­lich ist es wich­tig, dass wir als Mann­schaft er­folg­reich sind. Das Team, die Sie­ge ste­hen über al­lem. Da muss man auch mal per­sön­li­che Wün­sche und Ei­tel­kei­ten bei­sei­te schie­ben.

Für das Team läuft es ja mo­men­tan sehr gut. Sie ste­hen auf Platz eins der Ta­bel­le.

Da­vid Leg­gio: Stimmt, wir ha­ben es ge­schafft, uns schnell ein­zu­spie­len und ei­ne Ein­heit zu wer­den. Un­se­re gro­ße Stär­ke ist si­cher­lich die Tie­fe der Mann­schaft. So konn­ten wir zu­letzt die Pha­se, in der wir sehr vie­le Ver­letz­te hat­ten, gut kom­pen­sie­ren. Jetzt, da vie­le Spie­ler zu­rück­kom­men, hof­fe ich, dass wir noch bes­ser wer­den.

Leg­gio über sei­neRol­le­als Fa­mi­li­en­va­ter

Fo­tos: Ge­pa, sam­pics

Da­vid Leg­gio mit sei­nem Leo und in Ak­ti­on im Tor des EHC (klei­nes Fo­to oben)

Fo­to: sam­pics

EHC-Kee­per Da­vid Leg­gio mit sei­ner Frau Kris­ten, Söhn­chen Leo und tz-Re­por­te­rin Le­na Mey­er beim In­ter­view

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