Für im­mer bes­te Freun­de …

tz - - REPORT - Chris­ti­an DeutsCh­län­Der

Früch­te des Zorns? Oder Fut­ter für ei­nen ge­sün­de­ren Wett­streit? Auf dem Roll­wä­gel­chen wer­den Tel­ler mit fri­schem Obst in die Par­tei­zen­tra­le ge­fah­ren. Äp­fel, Trau­ben, Man­da­ri­nen bil­den die ku­li­na­ri­sche Um­rah­mung des Kri­sen­ge­sprächs zwi­schen CSUChef Horst See­ho­fer und sei­nem Ri­va­len Mar­kus Sö­der. Ob das Tref­fen ges­tern Abend in der Par­tei­zen­tra­le in­halt­lich frucht­voll ist, dürf­ten aber erst die nächs­ten Wo­chen zei­gen.

Zu­min­dest en­det es nicht in ei­nem of­fe­nen Eklat. Zwar reicht es nicht für ei­ne ge­mein­sa­me Stel­lung­nah­me vor den Ka­me­ras. Aber in für ihn un­ge­wohn­ter Kür­ze und klas­si­schem Po­li­ti­kerSprech ver­kün­det Sö­der an­schlie­ßend, er ha­be mit See­ho­fer „ein sehr gu­tes, sehr ver­nünf­ti­ges, sehr kon­struk­ti­ves Ge­spräch“ge­führt. Es ge­be das ge­mein­sa­me In­ter­es­se, in erns­ten Zei­ten er­folg­reich zu­sam­men­zu­ar­bei­ten. 18 Se­kun­den dau­ert Sö­ders Er­klä­rung, er ent­kommt den Nach­fra­gen durch die Dreh­tür.

Ei­ne kon­kre­te Ab­ma­chung zwi­schen bei­den war oh­ne­hin nicht er­war­tet wor­den. Wor­auf auch? See­ho­fer wei­gert sich wei­ter­hin ka­te­go­risch, vor dem ers­ten Quar­tal 2017 of­fen über Na­men für die künf­ti­gen Spit­zen­äm­ter in Par­tei und Re­gie­rung zu re­den oder klar- zu­stel­len, in wel­chen Äm­tern er selbst zu blei­ben ge­denkt. Sö­der ist al­so, klar ge­gen sei­nen Wil­len, wei­ter im Topf mög­li­cher Be­wer­ber für ei­nen Wech­sel nach Ber­lin. Und ob sich der Fi­nanz­mi­nis­ter sei­ner­seits dar­auf ein­lässt, sei­ne öf­fent­li­chen Äu­ße­run­gen strik­ter auf sein Fach­ge­biet ein­zu­schrän­ken, lässt sich zu­min­dest sta­tis­tisch nicht be­grün­den. Die letz­ten zwei, drei Kri­sen­ge­sprä­che zwi­schen bei­den hat­ten je­weils nur für ein paar Wo­chen bei­der­seits be­frie­den­de Wir­kung. Da­bei wur­de die Aus­spra­che En­de 2012 so­gar als „in­ten­si­ves Ge­spräch“be­zeich­net.

An­dert­halb St­un­den sitzt man al­so dies­mal im vier­ten Stock der neu­en Par­tei­zen­tra­le zu­sam­men. De­tails sind bis­her kaum pu­blik. See­ho­fer lässt sich nach dem Tref­fen nicht mehr zi­tie­ren. An­ge­deu­tet hat er zu­min­dest, Sö­der recht deut­lich ge­gen­über­zu­tre­ten. Er wol­le Ein­tracht, und „die­se Ein­tracht wird her­ge­stellt“. Es ge­hö­re zum „in­tims­ten Be­steck“ei­nes Par­tei­vor­sit­zen­den, die Par­tei zu­sam­men­zu­hal­ten.

Fo­to: dpa

Die ziem­lich bes­ten Freun­de See­ho­fer und Sö­der auf dem Nock­her­berg im Fe­bru­ar 2015

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