Das ist De­li­as Wohn­t­raum

tz - - MENSCHEN - SAN­DRA BROCKÖTTER

Strah­lend öff­net West­win­gG­rün­de­rin De­lia Fi­scher die Tür zu ih­rem Wohn­t­raum im Münch­ner Os­ten. „Will­kom­men“, sagt die bild­hüb­sche Blon­di­ne und nimmt mir den Man­tel ab. Der tz er­klärt sie die neu­es­ten Wohn­trends und schnel­le De­ko-Tipps.

Ker­zen ver­strö­men ei­nen süß­li­chen Duft mit ei­nem Hauch von Ze­dern­holz. Die an­dert­halb­jäh­ri­ge fran­zö­si­sche Bull­dog­ge Lo­la springt über­mü­tig durch die Woh­nung. War­mes Licht, ein gro­ßer Spie­gel­schrank, groß­for­ma­ti­ge Bil­der, ein klei­ner Strauß Blu­men und ei­ne Bank run­den das En­trée ab. Hier passt al­les zu­sam­men. „Der Ein­gangs­be­reich ist die Vi­si­ten­kar­te ei­ner Woh­nung“, so die 32-Jäh­ri­ge. „Er ist fast wie ein Hän­de­druck. Der Raum soll­te Ge­müt­lich­keit aus­strah­len.“Und das geht auch in ei­nem klei­nen Flur. „Dort kann man zum Bei­spiel ei­nen Schuh­schrank als Kon­so­le be­nut­zen und ihn mit De­kostü­cken und Bil­der­rah­men sei­ner Liebs­ten ver­schö­nern.“

Ihr In­ter­es­se für Woh­nungs­de­ko­ra­ti­on hat sie von Mut­ter Jo­han­na, die in­zwi­schen zu­sam­men mit De­lia bei West­wing ar­bei­tet. „Sie hat sehr dar­auf ge­ach­tet, dass es bei uns zu Hau­se hübsch aus­sieht. Beim ge­mein­sa­men Abend­es­sen stand bei­spiels­wei­se im­mer ein Sträuß­chen Gän­se­blüm­chen oder Gar­ten­kräu­ter auf dem Tisch. Klei­nig­kei­ten nur, aber mit viel Lie­be aus­ge­sucht.“

Wäh­rend ih­rer Zeit als Re­dak­teu­rin bei El­le De­co­ra­ti­on leb­te sie ih­rFai­b­le für In­te­ri­or-De­sign aus. „Da­bei ha­be ich auf mei­nen Rei­sen für das Ma­ga­zin vor al­lem im Aus­land ge­merkt, dass es so vie­le tol­le Mö­be­lund De­ko-Mar­ken gibt, die zu­dem auch noch er­schwing­lich wa­ren. Aber das Pro­blem war, dass man sie bei uns nicht kau­fen konn­te. So ent­stand die Idee von West­wing.“Die jun­ge Frau kün­dig­te dar­auf­hin ih­ren Job und stürz­te sich mit Ge­schäfts­part­ner Stefan Smal­la in das Aben­teu­er West­wing. Heu­te hat die Fir­ma 1600 Mit­ar­bei­ter und ist in 14 Län­dern ver­tre­ten – un­ter an­de­rem in Ita­li­en, Frank­reich, Nie­der­lan­de, Bra­si­li­en, Russ­land.

Um in den Län­dern nach den neu­es­ten Trends zu su­chen und den Ge­schmack ih­rer Kun­den zu tref­fen, reist die Start-up-Grün­de­rin viel. „Min­des­tens zwei­mal im Mo­nat bin ich weg. Ge­ra­de war ich zum Bei­spiel auf ei­ner wich­ti­gen Mö­bel­mes­se in North Ca­ro­li­na. Aber am Schöns­ten ist es doch zu Hau­se.“Und dort lebt sie ih­ren per­sön­li­chen Wohn­t­raum auf fast 100 Qua­drat­me­tern.

Die Wohn­ex­per­tin er­klärt, dass man auch mit klei­nen Ve­rän­de­run­gen Gro­ßes be­wir­ken kann. „Ich wür­de mir zum Bei­spiel nicht dau­ernd neue So­fas kau­fen. Mei­ne ha­be ich seit ich vor drei Jah­ren hier ein­ge­zo­gen bin.“Ak­zen­te setzt sie nur mit De­ko-Stü­cken – je nach Jah­res­zeit. „Ich tau­sche Bil­der und än­de­re die Kis­sen.“Da­bei ver­sucht sie in je­dem Raum ei­ner Farb­fa­mi­lie treu zu blei­ben. „Die- se Win­ter­sai­son set­ze ich auf hel­les Grau und zar­te Ro­sé­tö­ne im Wohn­zim­mer.“Da­zu De­kostü­cke aus Mes­sing. „Um die­sen Trend kommt man ge­ra­de nicht her­um“, so die ge­bür­ti­ge Schwä­bin. Neue Pro­duk­te tes­tet sie erst ein­mal bei sich zu Hau­se. „Es ist dann in­ter­es­sant, wie Fa­mi­lie und Freun­de re­agie­ren. Ih­re Mei­nung ist wich­tig, und dann ent­schei­de ich, was ins Sor­ti­ment auf­ge­nom­men wird.“

In­spi­ra­ti­on holt sich die Jung­un­ter­neh­me­rin aus un­zäh­li­gen Ein­rich­tungs­bü­chern. „Da­von ha­be ich fast 400.“Et­wa hun­dert von die­sen so­ge­nann­ten Cof­fee Ta­ble Books hat sie zu Hau­se. Und auch die setzt sie im of­fe­nen Re­gal ge­konnt in Sze­ne. „Ich ord­ne sie nicht nach The­men, son­dern nach der Far­be ih­res Ein­bands, dann wirkt ein Bü­cher­re­gal ru­hi­ger“, er­klärt die Wohn­ex­per­tin und ver­sucht die ver­spiel­te Lo­la im Zaum zu hal­ten. „Da­bei hat sie sich schon so ge­bes­sert und knab­bert kei­ne Schu­he mehr an“, sagt die sym­pa­thi­sche Ge­schäfts­frau. „Ihr sind näm­lich ein Paar Di­or-High-Heels zum Op­fer ge­fal­len.“Lan­ge bö­se sein kann sie der klei­nen Lo­la aber nicht. „Mit ih­rer herz­al­ler­liebs­ten, toll­pat­schi­gen Art ver­süßt sie mir den Tag“, ver­rät die Un­ter­neh­me­rin, und nach Fei­er­abend ku­schelt sich Lo­la dann an Frau­chen und in die vie­len tren­di­gen So­fa­kis­sen.

West­wing-Grün­de­rin De­lia Fi­scher (l.) ge­währt tz-Ko­lum­nis­tin San­dra Brockötter ganz pri­va­te Ein­bli­cke. Wich­tig: Im­mer mit da­bei ist ih­re sü­ße Hün­din – die fran­zö­si­sche Bull­dog­ge Lo­la

Das Händ­chen für De­ko- und Mö­bel­stü­cke hat die Un­ter­neh­me­rin von ih­rer Mut­ter Jo­han­na (l.), die heu­te mit ih­rer Toch­ter zu­sam­men­ar­bei­tet – zwei ech­te Po­wer­frau­en

Fotos: Phil­ipp Gül­land

Ge­ra­de voll im Trend: ein Bar­wa­gen. De­li­as Mo­dell ist vom Floh­markt – heu­te gibt es aber vie­le güns­ti­ge­re Re­pli­ka­tio­nen

In ih­rer Kü­che do­mi­niert ei­ne al­te An­rich­te. „Sie war schon in der Woh­nung, als ich ein­zog, und pass­te lus­ti­ger­wei­se per­fekt zu mei­nem Nost­al­gie-Kühl­schrank“, so die Jung­un­ter­neh­me­rin

Schi­cker Schuh­schrank: An ei­nem schö­nen Paar High Heels kann De­lia fast nicht vor­bei­ge­hen. Schnel­le Weih­nachts­de­ko (u.): Ein Mes­sing-Tel­ler mit Zwei­gen und Duft­ker­ze

Im Ein­gangs­be­reich do­mi­nie­ren hel­le Far­ben. Wich­tig: ei­ne Sitz­ge­le­gen­heit, um Schu­he zu wech­seln

Schön: Die Bü­cher im Re­gal nach Far­ben ord­nen

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