Tu­kur und Har­zer – das ist gro­ßes Ki­no!

tz - - KULTUR + TV -

Jens Har­zer, der Thea­ter­star, der 16 Jah­re lang Mün­chen ver­zau­ber­te, macht den Hes­sen- Tatort. Ein Glück für die Flim­mer­kis­te!

Har­zer ist der wun­der­ba­re An­t­ago­nist in ei­ner klug ge­strick­ten Ge­schich­te (Erol Yesil­ka­ya), die vom ver­ba­len Zwei­kampf zwei­er Schau­spiel­gi­gan­ten lebt. Auf der ei­nen Sei­te Har­zer, ein Se­ri­en­mör­der na­mens St­ein­metz, der sich als To­des­en­gel sieht, auf der an­de­ren Ul­rich Tu­kur als zu­tiefst schwer­mü­ti­ger Kom- mis­sar Mu­rot, der sei­nen Schmerz in Al­ko­hol, Zi­ga­ret­ten und Kind­heits­er­in­ne­run­gen er­tränkt.

Zwi­schen bei­den ent­spinnt sich un­ter der Re­gie von Se­bas­ti­an Mar­ka ein pa­cken­des Kam­mer­spiel. Ei­nes, bei dem man die üb­ri­gen Darstel­ler in ei­ne 22-tä­gi­ge Kaf­fee­pau­se hät­te schi­cken kön­nen. Ein kon­ge­nia­les Duo, das ei­ne ähn­li­che Ma­gie ent­wi­ckelt wie Tu­kur und Ul­rich Mat­thes einst bei Im Schmerz ge­bo­ren ( tz-Ro­sen­strauß).

Es le­be der Tod be­fasst sich mit dem Ster­ben, der Fra­ge, wann das Le­ben noch le­bens­wert ist. St­ein­metz will sei­nen Op­fern ei­nen „wür­de­vol­len Ab­gang“be­rei­ten. „In­spi­riert wur­de ich durch Sie, Mu­rot“, sagt er ein­mal in ei­ner der über­ra­schen­den Wen­dun­gen. Die To­des­sehn­sucht von Kom­mis­sar Mu­rot und sei­ne Angst, an ei­ner De­pres­si­on zu er­kran- ken, mo­ti­vie­ren den Mör­der, der bis zu­letzt an sei­ner Mis­si­on fest­hält.

Tu­kurs sechs­ter Tatort ist gro­ßes Ki­no oh­ne Opu­lenz, da­für in­ten­siv, span­nend und mit Sucht­po­ten­zi­al, das sich über 90 Mi­nu­ten stei­gert.

Fo­to: HR

Zwei Schau­spiel-Gi­gan­ten: Ul­rich Tu­kur (l.) als Kom­mis­sar Mu­rot und Jens Har­zer als wahn­sin­ni­ger To­des­en­gel

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.