Auf die­se Bild­schär­fe wer­den Sie flie­gen!

tz - - KULTUR + TV - JÖRG HEIN­RICH

Was ist DVB-T2 HD? Das neue An­ge­bot ist der Nach­fol­ger des di­gi­ta­len An­ten­nen­fern­se­hens DVB-T, das al­lein im Groß­raum Mün­chen rund 360 000 Haus­hal­te für den TV-Emp­fang nut­zen, mit dem Erst- oder Zweit­fern­se­her. Weil das 2005 ein­ge­führ­te DVB-T nicht mehr zeit­ge­mäß ist, wird es durch die zwei­te Ge­ne­ra­ti­on er­setzt, die im Raum Mün­chen, Oberbayern und in den an­de­ren deut­schen Bal­lungs­ge­bie­ten zu se­hen ist. Die Emp­fangs­be­rei­che kön­nen Sie un­ter dvb-t2hd.de/ re­gio­nen ab­ru­fen.

Was ist der gro­ße Vor­teil? DVB-T2 HD be­sei­tigt die größ­te Schwä­che des Vor­gän­gers, die un­schar­fe Bild­qua­li­tät. Der Nach­fol­ger lie­fert erst­mals schar­fe Full-HD-Bil­der für Flach­bild­fern­se­her, Smart­pho­nes oder Ta­blets – nur per An­ten­ne, oh­ne Ka­bel, Sa­tel­lit oder In­ter­net.

Wie vie­le Pro­gram­me sind vom Start weg im An­ge­bot?

Im Raum Mün­chen und Oberbayern kön­nen Sie künf­tig rund 40 Sen­der se­hen, doppelt so vie­le wie bis­her. Da­bei sind ARD und ZDF mit ih­ren Ab­le­gern wie BR, ZDF­neo, Ar­te oder Ki­ka, die al­le kos­ten­los zu emp­fan­gen sind. Aber auch die Pri­va­ten sind wie­der an Bord, nach­dem sich die RTL-Grup­pe zu­letzt aus dem Münch­ner DVB-T-An­ge­bot zu­rück­ge­zo­gen hat­te. RTL, VOX, Sat.1, ProSie­ben & Co. sind eben­falls in HD-Qua­li­tät zu se­hen – al­ler­dings nicht gra­tis.

Was kos­ten die Pri­vat­sen­der? Sie sind im Pa­ket „Fre­e­net TV“ge­bün­delt, des­sen Emp­fang 69 Eu­ro im Jahr kos­tet. In ei­ner Über­gangs­pha­se bis 30. Ju­ni 2017 sind noch al­le Sen­der gra­tis, da­nach wer­den die Pri­va­ten kos­ten­pflich­tig.

Wer auf Fern­seh­schau­en fliegt, ist hier genau rich­tig – un­ten se­hen Sie, wie ein Hub­schrau­ber auf dem Funk­turm die An­ten­ne ver­län­gert, da­mit Sie noch schär­fer durch­bli­cken. Denn, falls Sie es noch nicht ge­wusst ha­ben: Heu­te ist der „Welt­tag des Fern­se­hens“. Aus die­sem An­lass in­for­mie­ren ARD, ZDF und die Pri­va­ten heu­te aus­führ­lich über das neue An­ten­nen­fern­se­hen DVBT2 HD, das am 29. März 2017 of­fi­zi­ell star­tet. Was bringt die neue Emp­fangs­mög­lich­keit, wel­che Tech­nik ist er­for­der­lich, und wie teu­er wird der Spaß? Wir be­ant­wor­ten die wich­tigs­ten Fra­gen.

Wel­che Aus­stat­tung brau­che ich? Weil kom­plett neue Di­gi­tal­tech­nik zum Ein­satz kommt, ist Ihr bis­he­ri­ger DVB-T-Re­cei­ver oder auch Ihr Stick fürs Smart­pho­ne ab 29. März lei­der Elek­tro­schrott. Sie brau­chen ei­nen neu­en Emp­fän­ger. Re­cei­ver für den Fern­se­her fin­den Sie ab et­wa 40 Eu­ro. Je nach La­ge brau­chen Sie zu­dem ei­ne Zim­mer­an­ten­ne oder ei­ne klei­ne Au­ßen­an­ten­ne, die Sie ans Fens­ter klem­men. Un­ter dvb-t2hd.de/emp­fang­s­check kön­nen Sie für Ih­re Post­leit­zahl ab­ru­fen, wel­che An­ten­ne Sie be­nö­ti­gen. Üb­ri­gens: Falls Sie schon ei­ne DVB-T-An­ten­ne ha­ben, kön­nen Sie die in al­ler Re­gel wei­ter­ver­wen­den.

■ Wor­auf muss ich beim Kauf neu­er Ge­rä­te ach­ten?

Das deut­sche DVB-T2 HD ar­bei­tet mit ei­ner Kom­pri­mie­rung na­mens H.265. Ei­ni­ge Bil­lig­ge­rä­te un­ter­stüt­zen die­sen Stan­dard aber nicht. Pas­sen­de Re­cei­ver er­ken­nen Sie am of­fi­zi­el­len grü­nen Auf­kle­ber „DVB-T2 HD“oder am Lo­go „Fre­e­net TV“. Er­kun­di­gen Sie sich im Zwei­fel, ob tat­säch­lich H.265 un­ter­stützt wird. Das gilt auch für Fern­seh­ge­rä­te, die be­reits DVB-T2 HD ein­ge­baut ha­ben, oder für so­ge­nann­te CI+-Mo­du­le, die Sie in den Fern­se­her ste­cken, und die eben­falls DVB-T2 HD er­mög­li­chen. Ob der Emp­fang funk­tio­niert, kön­nen Sie jetzt schon tes­ten, denn das neue An­ten­nen­fern­se­hen läuft be­reits mit ARD/ZDF und vier Pri­vat­sen­dern im Pro­be­be­trieb.

Wie sieht es un­ter­wegs aus? Mo­bi­le Emp­fän­ger, bei­spiels­wei­se fürs Smart­pho­ne, sind noch Man­gel­wa­re. Die ers­ten Sticks wie der Ter­ra­tec Ci­ner­gy T2 (50 Eu­ro) un­ter­stüt­zen zu­dem nicht die Ent­schlüs­se­lung der Pri­vat­sen­der. Bis März 2017 än­dert sich das aber noch. Fre­e­net bringt ei­nen Stick auf den Markt, der dann auch fürs Pri­vat-TV taug­lich ist.

Was pas­siert am 29. März 2017? Wenn Sie Ihr Pro­gramm bis­her mit DVB-T emp­fan­gen und sich kei­ne neue Tech­nik zu­le­gen, bleibt Ihr Bild­schirm ab die­sem Tag schwarz. Weil die Par­al­lel­aus­strah­lung der bei­den Di­gi­tal­an­ge­bo­te zu teu­er wä­re, wird das bis­he­ri­ge An­ten­nen­fern­se­hen mit dem Start von DVB-T2 HD ab­ge­schal­tet. An­ders­rum funk­tio­niert’s: Wenn Sie sich jetzt ei­nen Emp­fän­ger für DVB-T2 HD zu­le­gen, kön­nen Sie da­mit bis März auch das bis­he­ri­ge An­ge­bot se­hen. Auf der Kar­te oben se­hen Sie die Emp­fangs­ge­bie­te von DVB-T2 HD in Bay­ern (Pro­gno­se). Die grü­nen Ge­bie­te, die am hells­ten sind, emp­fan­gen mit der Dach­an­ten­ne. Die in der mitt­le­ren Grün­stu­fe ge­hal­te­nen Ab­schnit­te mit der Au­ßen­an­ten­ne – und die dun­kel­grü­nen Ge­bie­te mit der Zim­mer­an­ten­ne. Ge­plant ist im Üb­ri­gen, dass die un­ver­sorg­ten wei­ßen Flä­chen im­mer klei­ner wer­den und mög­lichst ganz ver­schwin­den. Die blau­en Punk­te (Nürn­berg, Mün­chen, Wen­del­stein) mar­kie­ren die Stand­or­te der Sen­der.

Pro­gno­se: Me­dia Bo­rad­cast Gm­bH

Per Hub­schrau­ber wird die An­ten­ne für ei­nen DVB-T2-Sen­de­mast an­ge­lie­fert

Fo­to: ddp

Rund 360 000 Haus­hal­te in Mün­chen nut­zen das bis­he­ri­ge Emp­fangs­sys­tem DVB-T

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.