Ein neu­er Zau­ber

tz - - COMIC - DIERK SINDERMANN

Ed­die Red­may­ne (34) trägt ei­nen Pull­over der Mar­ke Guc­ci. Denn es ist be­reits win­ter­lich kalt, als er im New Yor­ker Ho­tel Four Sea­sons zum In­ter­view für sei­nen neu­en Film Phan­tas­ti­sche Tier­we­sen und wo sie zu fin­den sind (ak­tu­ell im Ki­no) ein­trifft. Der sym­pa­thi­sche Star er­kennt un­se­ren Re­por­ter auf An­hieb: „Wann ha­ben wir uns das letz­te Mal ge­se­hen?“Klei­ner Hin­weis: Da­mals war es auch kalt. Red­may­ne er­in­nert sich: „In Ber­lin. In ei­nem Re­stau­rant.“Da­mals wirk­te der Os­car-Preis­trä­ger et­was ver­dutzt. Aus zwei Grün­den, wie er jetzt er­klärt. Ein­mal, weil ihm ge­ra­de in Ber­lin ein Hol­ly­wood­re­por­ter über den Weg lief und wei­ter, weil er zum Jung­ge­sel­len­ab­schied von 50 Sha­des of Grey- Star Ja­mie Dor­n­an ein­ge­la­den war und be­reits „an­fing zu lal­len“. Kei­ne Angst, man hat es kaum be­merkt, be­schwich­tigt ihn un­ser Re­por­ter Dierk Sindermann, der ihn heu­er er­neut zum tz- In­ter­view traf:

In „Phan­tas­ti­sche Tier­we­sen und wo sie zu fin­den sind“wir­ken Sie auch wie­der so, als ob Sie et­was ne­ben sich ste­hen wür­den.

Ed­die Red­may­ne: Das fin­de ich so toll an der Fi­gur Newt Sca­man­der. Er hat die­se hel­den­haf­ten Ei­gen­schaf­ten, aber ist gleich­zei­tig ge­sell­schaft­lich scheu. Mit sei­nen ma­gi­schen Krea­tu­ren kann er um­ge­hen, mit Men­schen eher we­ni­ger.

Sie gel­ten da ja eher als der im­mer freund­li­che und lie­bens­wer­te Typ. Gibt es auch Mo­men­te, in de­nen Sie übel ge­launt sind?

Red­may­ne: Ich bin von Hau­se aus nett und freund­lich. Wenn ich am Set bin und wüss­te, dass die gan­ze Cr­ew mich für ein Ar­sch­loch hält, dann wür­de mich das ner­vös ma­chen. Des­halb ver­su­che ich, mich mit je­dem gut zu stel­len.

Durch­schau­en Sie Men­schen, die nur nett zu Ih­nen sind, weil sie et­was von Ih­nen wol­len?

Red­may­ne: Ich hö­re auf mei­nen In­stinkt und fal­le da­mit ab und zu auf die Na­se. Mei­ne Frau kann den wah­ren Cha­rak­ter ei­nes an­de­res auf An­hieb viel bes­ser le­sen als ich.

Wie war es bei J.K. Row­ling, als Sie sie das ers­te Mal tra­fen?

Red­may­ne: Ich hat­te echt Schiss, als ich sie das ers­te Mal ge­trof­fen ha­be. Ich nei­ge zu neu­ro­ti­schem Ver­hal­ten und ha­be er­war­tet, dass ich als un­ge­eig­net ge­feu­ert wer­de, wenn sie mich sieht. Aber sie ist ein­fach toll. Wir ha­ben uns ei­ne St­un­de über mei­ne Rol­le un­ter­hal­ten.

Newt Sca­man­der ist ma­gi­scher Zoo­lo­ge. Wie kom­men Sie ei­gent­lich mit Krea­tu­ren der Haus­tier­sor­te zu­recht?

Red­may­ne: Ich hat­te mal ei­ne Hün­din, Sie hieß Dar­by, war total taub und hat ein ab­so­lu­tes Cha­os an­ge­rich­tet. Aber ich ha­be sie un­glaub­lich ge­liebt. An­sons­ten bin ich höchst all­er­gisch ge­gen Kat­zen, Pfer­de und an­de­re Haus- tie­re. Das kann sehr pein­lich sein. Ich ha­be mich bei mei­nen Schwie­ger­el­tern mal auf ei­nen Ses­sel ge­setzt, der sonst der Stamm­platz der Fa­mi­li­en­kat­ze ist. Plötz­lich hat­te ich über­all Aus­schlag.

Sca­man­der hat na­tür­lich auch ma­gi­sche Kräf­te. Was wür­den Sie da­mit an­fan­gen?

Red­may­ne: Ich weiß gar nicht, wo ich an­fan­gen soll. Wahr­schein­lich mit der USWahl (lacht). Und wenn mei­ne Zau­ber­kräf­te rich­tig mäch­tig wä­ren, wür­de ich Frie­dens­ver­hand­lun­gen auf der Welt aus­lö­sen. Ich ha­be so­gar noch ei­nen Zau­ber­stab aus mei­ner Kind­heit.

Sie woll­ten al­so schon früh Zau­be­rer wer­den?

Red­may­ne: Ja, lan­ge vor Har­ry Pot­ter. Mei­ne Oma hat mich als Bub in die Zau­ber­lä­den in Edin­burgh mit­ge­nom­men. Sie war aus dem Häu­schen, als ich die Rol­le in Phan­tas­ti­sche Tier­we­sen be­kam. Sie sag­te: „Ich ha­be im­mer ge­wusst, dass in dir ein ech­ter Ma­gier schlum­mert“.

Was war der fan­tas­tischs­te und ma­gischs­te Mo­ment in Ih­rem Le­ben?

Red­may­ne: Da gab es zwei. Mei­ne Hoch­zeit und die Ge­burt mei­ner Toch­ter Iris.

Sie dre­hen Fil­me am Fließ­band, rei­sen um die gan­ze Welt und ha­ben jetzt ein Neu­ge­bo­re­nes. Fin­den Sie und ih­re Frau Han­nah noch Zeit al­lein für­ein­an­der?

Red­may­ne: Nach­dem ich mit The Da­nish Girl fer­tig war, hat­te ich ei­ne Ar­beits­pau­se ein­ge­legt. Es war himm­lisch. Wir sind mit un­se­rer acht Wo­chen al­ten Toch­ter so­gar zu den Olym­pi­schen Spie­len nach Rio ge­reist. Ich woll­te mal durch­at­men und mir Zeit neh­men. Ich weiß aber auch, wie schnell­le­big Er­folg in mei­ner Bran­che ist. Zu neu­en Rol­len darf man nicht zu lan­ge Nein sa­gen.

Für „Phan­tas­ti­sche Tier­we­sen“sol­len Sie hin­ge­gen schon für vier wei­te­re Fil­me Ja ge­sagt ha­ben…

Red­may­ne: Die Sto­ry hat un­glaub­li­ches Po­ten­zi­al. Ich hof­fe, die Leu­te fin­den den Film toll, so­dass es mit der nächs­ten Fol­ge wei­ter­geht. An mir soll es nicht lie­gen. Fünf Jah­re ist es her, dass der letz­te Har­ryPot­ter-Strei­fen über die Lein­wand flim­mer­te. Jetzt hat Er­fin­de­rin J.K. Row­ling er­neut die Fe­der zur Hand ge­nom­men. Al­ler­dings nicht als Ro­man­au­to­rin, son­dern für ein Dreh­buch. läuft ak­tu­ell in den deut­schen Ki­nos. Vier wei­te­re Tei­le sol­len noch fol­gen. Die Fil­me er­zäh­len das Le­ben des ma­gi­schen Zoo­lo­gen Newt Sca­man­der (Ed­die Red­may­ne) und spie­len im New York der 1920er-Jah­re, al­so rund 75 Jah­re vor den Har­ry-Pot­ter-Bü­chern. Sca­man­der reist aus En­g­land in die USA. Mit da­bei auch ein Kof­fer, in dem er sel­te­ne ma­gi­sche Ge­schöp­fe ver­steckt. Als ei­ni­ge da­von in Man­hat­tan aus­büch­sen, ist das Cha­os vor­pro­gram­miert. Es ist der Start ei­ner neu­en Kult­rei­he. Ein wei­te­rer Su­per­star ist als Bö­se­wicht üb­ri­gens be­stä­tigt. John­ny Depp wird bald eben­falls den Zau­ber­stab schwin­gen.

Ed­die Red­may­ne als Zau­be­rer Newt Sca­man­der

Red­may­ne mit tz- Re­por­ter Dierk Sindermann J.K. Row­ling (l.) schrieb das Dreh­buch Red­may­ne mit Ehe­frau Han­nah Bags­ha­we

Phan­tas­ti­sche Tier­we­sen und wo sie zu fin­den sind

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