Auf der Su­che nach der Idee

tz - - PANORAMA -

Nach vier Jah­ren un­glaub­li­cher Vor­herr­schaft des FC Bay­ern hat die Li­ga ih­re Span­nung zu­rück. Die Münch­ner sind nach ei­nem Drit­tel der Sai­son noch nicht ent­eilt, sie sind so­gar nicht mal Ta­bel­len­füh­rer. Dar­an ist der über­ra­schend star­ke Auf­stei­ger aus Leip­zig nicht un­schul­dig, die Bay­ern selbst al­ler­dings auch nicht. Die Do­mi­nanz der ver­gan­ge­nen Jah­re ist ver­schwun­den, der über­fall­ar­ti­ge Schwung des An­ce­lot­ti-Stils aus den ers­ten Spie­len aber auch. Der Re­kord­meis­ter ist mo­men­tan nicht nur auf der Su­che nach sei­ner Top-Form, son­dern vor al­lem nach ei­ner prä­gen­den Idee. Ei­ner, die sein Spiel wie­der schwe­rer aus­re­chen­bar macht. Ei­ner, mit der er je­dem Geg­ner auf der Welt Pro­ble­me be­rei­ten kann. So ei­ne Idee fehlt der­zeit. Spie­ler und Ver­ant­wort­li­che wa­ren am Sams­tag­abend sicht­lich an­ge­fres­sen und zugleich doch be­müht, kei­ne An­griffs­flä­che zu bie­ten. Die Spie­ler lob­ten ih­ren Auf­tritt in Dortmund so­gar, der zwar nicht blut­leer, aber al­les an­de­re als lei­den­schaft­lich war. Karl-Heinz Rum­me­nig­ge ver­zich­te­te auf ein Don­ner­wet­ter wie noch in Frank­furt, die nächs­te öf­fent­li­che Dis­kus­si­on wol­len die Bay­ern un­ter al­len Um­stän­den ver­mei­den. In­tern dürf­te es in den nächs­ten Ta­gen aber si­cher Ge­sprä­che ge­ben, wei­te­re Aus­rut­scher dür­fen sich Phil­ipp Lahm (der un­ter An­ce­lot­ti plötz­lich nicht mehr un­an­tast­bar er­scheint) & Co. nun nicht mehr er­lau­ben. Doch vi­el­leicht hat die der­zei­ti­ge Pha­se auch et­was Gu­tes. Noch hat An­ce­lot­ti ge­nug Zeit, die Pro­ble­me zu be­he­ben und ge­wis­se Stell­schrau­ben in­ner­halb des Teams noch­mals neu zu jus­tie­ren. Denn beim FC Bay­ern be­ginnt die Sai­son be­kannt­lich erst im Früh­jahr so rich­tig. Und wenn die Span­nung in der Li­ga bis da­hin an­hält, ist das vi­el­leicht genau der be­nö­tig­te Be­schleu­ni­ger für Glanz­mo­men­te auf in­ter­na­tio­na­lem Par­kett, die in den letz­ten Jah­ren fehl­ten.

Von Sven Wes­ter­schul­ze

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