Ra­ben­schwar­ze Rück­kehr

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Mats Hum­mels war ei­ner der letz­ten FCB-Stars, der am Sams­tag­abend in den Bus stieg. Zum ei­nen, weil er na­tür­lich ein ge­frag­ter Ge­sprächs­part­ner war. Und zum an­de­ren, weil er noch je­de Men­ge al­te Weg­ge­fähr­ten im Si­gnal-Idu­na-Park traf. Da durf­te auch der Gang in die Ka­bi­ne des Geg­ners nicht feh­len – in der Hum­mels von sei­nen Ex-Kol­le­gen mit hä­misch­ver­äp­peln­den Schrei­en be­grüßt wur­de, wie aus der an­lie­gen­den Mi­xed Zo­ne zu ver­neh­men war. Es war al­ler­dings bei Wei­tem nicht die ein­zi­ge Si­tua­ti­on, die sich der Münch­ner beim Du­ell ge­gen sei­nen Ex-Ver­ein an­ders vor­ge­stellt hat­te. 0:1 ver­lo­ren, Teil­schuld vor dem Ge­gen­tor und Wir­bel um ei­ne Ak­ti­on vor dem An­pfiff – für Hum­mels war es ei­ne ra­ben­schwar­ze Rück­kehr.

Durch die Nie­der­la­ge ver­pass­ten die Ro­ten den Sprung zu­rück an die Spit­ze, die Leip­zig tags zu­vor mit dem 3:2-Sieg in Le­ver­ku­sen er­obert hat­te. Und sie lie­ßen den zwi­schen­zeit­lich schon auf acht Punk­te dis­tan­zier­ten BVB, den die Münch­ner nach wie vor als ärgs­ten Ti­tel­kon­kur­ren­ten an­se­hen, wie­der bis auf drei Zäh­ler her­an­rü­cken. Rich­tig un­zu­frie­den war Hum­mels ko­mi­scher­wei­se aber nicht. Die Nie­der­la­ge fal­le zwar wie al­le an­de­ren sonst auch schwer, doch „Tat­sa­che ist, dass wir ein gu­tes Spiel ge­macht ha­ben“. Denn der 27-Jäh­ri­ge woll­te „nur das Spiel, nicht das Er­geb­nis“be­wer­ten. „Wenn es 1:0 für uns aus­geht, be­schwert sich auch kei­ner“, mein­te Hum­mels trot­zig.

Dass es so al­ler­dings nicht kam, lag an der Sze­ne in der elf­ten Mi­nu­te, an der auch der Na­tio­nal­spie­ler be­tei­ligt war. Göt­ze tun­nel­te den FCB-Ver­tei­di­ger bei sei­ner Vor­ar­beit zum Tref­fer von Auba­meyang. Ei­ne grö­ße­re Mit­schuld am Ge­gen­tor wies er aber von sich: „Ich muss na­tür­lich raus auf Göt­ze. Ob er mir den Ball durch die Bei­ne spielt oder, wenn ich die Bei­ne zu­ma­che, vor­ne rum­geht – ei­nen Tod stirbt man im­mer.“An­schlie­ßend merk­te er noch an, dass „Au­ba ziem­lich blank“stand und das Tor „durch­aus zu ver- hin­dern ge­we­sen“wä­re. Na­tür­lich war ihm der Ge­gen­tref­fer nicht al­lei­ne an­zu­krei­den, den­noch mach­te er ei­ne un­glück­li­che Fi­gur – wie auch schon vor der Par­tie. Da mar­schier­te Hum­mels näm­lich ein ers­tes Mal in den Dort­mun­der Ka­bi­nen­gang. „Das wür­de ich Mats Hum­mels als jet­zi­ger Trai­ner nicht un­be­dingt ver­bie­ten, aber na­he­le­gen, das nach dem Spiel zu ma­chen. Vor dem Spiel soll­te die Kon­zen­tra­ti­on dem Spiel gel­ten und nicht den al­ten Freund­schaf­ten“, kri­ti­sier­te Sky-Ex­per­te Lothar Mat­thä­us. Hum­mels war die Mei­nung des Re­kord-Na­tio­nal­spie­lers „ziem­lich wurscht. Ich ha­be hier drei, vier Ver­ant­wort­li­che be­grüßt, die Mann­schaft war noch gar nicht da.“Die be­such­te er erst nach dem Ab­pfiff. Doch auch die Be­geg­nung war be­kannt­lich nicht die schöns­te…

Hum­mels vor dem Spiel beim Gang in die BVB-Ka­bi­ne

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