Lö­wen

Is­ma­ik kommt in die Are­na

tz - - ERSTE SEITE - CLAU­DI­US MAY­ER

Es gibt Spie­le, an die Trai­ner bei ih­rer Kar­rie­re­pla­nung am liebs­ten kei­nen Ge­dan­ken ver­schwen­den wür­den. Wenn’s näm­lich um al­les oder nichts geht, um den ei­ge­nen Job. Kos­ta Run­jaic steht heu­te Abend vor die­ser Si­tua­ti­on. Ge­gen den 1. FC Kai­sers­lau­tern muss ein Sieg her, an­sons­ten dürf­te sei­ne Tä­tig­keit beim TSV 1860 nach nur fünf Mo­na­ten be­en­det sein. Dass auch In­ves­tor Ha­san Is­ma­ik ein­flie­gen und sich in der Al­li­anz Are­na selbst ein Bild vom Zu­stand der bis­her so ent­täu­schen­den Lö­wen (nur elf Punk­te aus zwölf Spie­len) ma­chen will, dürf­te für Run­jaic al­les an­de­re als be­ru­hi­gen­de Wir­kung ha­ben. Senkt der In­ves­tor noch im Sta­di­on nach dem Ab­pfiff den Dau­men? Schon wäh­rend des Spiels könn­te es In­di­zi­en ge­ben, die auf Is­maiks Lau­ne schlie­ßen las­sen. Spielt der Mann aus Abu Dha­bi zum Bei­spiel ge­lang­weilt auf sei­nem Smart­pho­ne her­um, ist höchs­te Vor­sicht an­ge­ra­ten…

Zwar sagt Prä­si­dent Pe­ter Cas­sa­let­te, dass Is­maiks An­we­sen­heit in Mün­chen „nichts mit der ak­tu­el­len Bri­sanz zu tun“, son­dern „sich so er­ge­ben“ha­be. An­de­rer­seits hat der In­ves­tor sonst nichts an­de­res vor in der baye­ri­schen Lan­des­haupt­stadt, will auch, so heißt es, ganz schnell wie­der zu­rück­flie­gen. Er ist al­so schon aus­schließ­lich we­gen des TSV 1860 in Mün­chen.

Es wer­de aber im Fall des Fal­les trotz­dem „kei­ne schnel­le Ent­schei­dung“ge­ben, so Cas­sa­let­te, und das ha­be nichts da­mit zu tun, dass er am Di­ens­tag nicht vor Ort ist, son­dern nach Por­tu­gal reist. Zu­sam­men mit Ro­land Kn­eißl, dem Ge­schäfts­füh­rer der Fan­ar­ti­kel Gm­bH, ist er von Lö­wen­aus­rüs­ter Ma­cron, der auch Sporting Lis­s­a­bon un­ter Ver­trag hat, zum Spiel ge­gen Re­al Ma­drid ein­ge­la­den. Cham­pi­ons-Le­ague- Luft schnup­pern. Wann kommt man als Löwe schon mal zu die­ser Ge­le­gen­heit?

Soll­te das Er­geb­nis am Mon­tag al­ler­dings Dis­kus­si­ons­be­darf ein­for­dern, wer­de man das in Ru­he tun. Cas­sa­let­te: „Dann wer­den wir uns zu­sam­men­set­zen und be­ra­ten, ob es Gra­vie­ren­des zu ver­än­dern gibt. Schließ­lich geht’s am kom­men­den Sonn­tag für uns nach Braunschweig, zum Ta­bel­len­füh­rer. Da wirst du auch nicht hoch ge­win­nen…“

Dass er sich mit der pre­kä­ren Si­tua­ti­on auch öf­fent­lich aus­ein­an­der­setzt, hält der Lö­wen­boss für le­gi­tim: „Man muss die Din­ge ja auch mal an­spre­chen und hin­ter­fra­gen. Es sind nor­ma­le Mecha­nis­men, die nicht 1860-spe­zi­fisch sind. Ich hof­fe aber, dass sie vi­el­leicht auch ein Weck­ruf für den Mon­tag sind.“

Und auch die Rück­kehr von Stefan Ai­g­ner nach zehn­wö­chi­ger Ver­let­zungs­pau­se ist für ihn An­lass zu Op­ti­mis­mus. Cas­sa­let­te: „Ob Stefan jetzt von Be­ginn an spielt oder erst ein­ge­wech­selt wird, spielt da kei­ne Rol­le. Al­lein dass er wie­der da­bei ist, macht Hoff­nung und soll­te auch ein po­si­ti­ves Zei­chen für die Mann­schaft sein.“

Fo­to: Sampics

Bleibt’s auch am Mon­tag beim Lä­cheln? Is­ma­ik (re.) und Run­jaic

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