Das Bes­te, was uns pas­sie­ren kann

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Man muss nicht in al­len Din­gen ei­ner Mei­nung mit An­ge­la Mer­kel sein, aber Deutsch­land kann sich glück­lich schät­zen, ei­ne Frau wie sie an der Spit­ze der Re­gie­rung zu ha­ben. Sie ist in ei­ner Welt der tes­to­ste­ron­ge­steu­er­ten Macht-Män­ner von Trump über Pu­tin bis hin zu Er­do­gan ei­ne der we­ni­gen wohl­tu­end un­auf­ge­reg­ten und ver­nünf­ti­ge Stim­men. Au­ßer­dem hat sie sich in den elf Jah­ren ih­rer Kanz­ler­schaft dank ih­rer Zu­ver­läs­sig­keit und Ver­bind­lich­keit in­ter­na­tio­na­le Re­pu­ta­ti­on und An­er­ken­nung er­wor­ben. Nicht für sich, son­dern für Deutsch­land! Zu­ge­ge­ben: Es gab Zei­ten, da schien sich Mer­kel da­hin zu ent­wi­ckeln, Pro­ble­me in ähn­li­cher Wei­se aus­zu­sit­zen, wie das einst ihr Zieh­va­ter Hel­mut Kohl tat – und der über­zog da­mals die Re­pu­blik mit ei­ner blei­er­nen Schwe­re. Ei­ne schnel­le Ent­schei­de­rin ist Mer­kel auch heu­te noch nicht, aber an­ge­sichts der ef­fekt­hei­schen­den Wort­kas­ka­den vie­ler Spit­zen­po­li­ti­ker ist es in­zwi­schen eher be­wun­derns­wert, wenn je­mand nicht so­fort zu al­lem sei­nen Senf ab­son­dert – son­dern statt­des­sen wei­ter ar­bei­tet. Und da­bei auch noch das tut, von dem er wirk­lich über-

zeugt ist und das auch of­fen ver­tritt. An­ge­la Mer­kel steht tat­säch­lich für die Wer­te ein, die sie pre­digt. Und sie scheut auch nicht da­vor zu­rück, dicke Bret­ter zu boh­ren. Das ist ge­ra­de jetzt be­son­ders wich­tig, denn in die­ser glo­ba­li­sier­ten Welt gibt es kei­ne ein­fa­chen Lö­sun­gen mehr – vi­el­leicht muss sie das bes­ser kom­mu­ni­zie­ren und er­klä­ren. Wenn sie das schafft, dann kann uns nichts bes­se­res pas­sie­ren, als ih­re Wie­der­wahl.

Wolf­gang de Pon­te

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