Vor­wür­fe ge­gen die Bahn

tz - - BAYERN -

Im Pro­zess ge­gen den Fahr­dienst­leis­ter, der sich we­gen des Un­glücks mit zwölf To­ten vor dem Land­ge­richt Traun­stein ver­ant­wor­ten muss, hat ges­tern ein Gut­ach­ter Vor­wür­fe ge­gen die Deut­sche Bahn er­ho­ben. Die Stre­cke war sei­ner Mei­nung nach tech­nisch nicht vor­schrifts­mä­ßig aus­ge­stat­tet. Die 1971 elek­tri­fi­zier­te Bahn­li­nie hät­te si­gnal­tech­nisch längst nach­ge­rüs­tet wer­den müs­sen, sag­te der Mit­ar­bei­ter der Ei­sen­bahn­un­ter­su­chungs­stel­le. Al­ler­dings gel­te die Ein­schrän­kung, dass die Bahn dies nur im Rah­men ih­rer fi­nan­zi­el­len Mög­lich­kei­ten tun müs­se.

Auch das Re­gel­werk der DB für das Be­die­nen der Si­gna­le ist dort nach den Wor­ten des Sach­ver­stän­di­gen nicht ein­deu­tig ge­nug. „Was soll ein ar­mer Fahr­dienst­lei­ter für Be­stim­mun­gen an­wen­den?“, frag­te der Sach­ver­stän­di­ge. Das zu­stän- di­ge Per­so­nal hän­ge „ir­gend­wie in der Luft“. Der 62-Jäh­ri­ge be­schei­nig­te dem an­ge­klag­ten Micha­el P. (40) den­noch gra­vie­ren­de Fehl­ent­schei­dun­gen. So ha­be et­wa die vier­mi­nü­ti­ge Ver­spä­tung von ei­nem der bei­den Zü­ge dem Fahr­dienst­lei­ter am Un­glücks­mor­gen kei­ne Ab­wei­chung vom Fahr­plan für die­se Stre­cke er­laubt. Der Bahn­mit­ar­bei­ter ver­leg­te je­doch das Kreu­zen der Zü­ge auf der ein­glei­si­gen Stre­cke von Kol­ber­moor nach Bad Ai­b­ling. Der Pro­zess wird fort­ge­setzt.

Fo­tos: dpa, mc

We­gen des Un­glücks steht Fahr­dienst­lei­ter Micha­el P. vor Ge­richt. Ges­tern sag­te ein Gut­ach­ter aus

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