Plätz­chen­bä­cke­rei

tz - - BUNT GEMISCHT - Bir­giT W., Mün­chen

Der Ad­vent steht vor der Tür und vie­le sind f lei­ßig am Plätz­chen­ba­cken, aber wo­her kommt die­se Tra­di­ti­on ei­gent­lich? Schon in vor­christ­li­chen Zei­ten wur­de im Win­ter aus ri­tu­el­len Grün­den ge­ba­cken. Die Kel­ten glaub­ten, dass sol­che Op­fer­ga­ben sie vor bö­sen Dä­mo­nen be­schütz­ten. Der Ur­sprung der Plätz­chen, wie wir sie heu­te ken­nen, liegt ver­mut­lich im Mit­tel­al­ter, wo in Klös­tern ge­ba­cken wur­de, um der Ge­burt Chris­ti zu ge­den­ken. Die Klös­ter ver­füg­ten auch über ge­nü­gend Ka­pi­tal für die teu­ren Ge­wür­ze aus dem Ori­ent, die für die Weih­nachts- bä­cke­rei ge­braucht wer­den, wie zum Bei­spiel Zimt, Nel­ken, Mus­kat, Ing­wer und Kar­da­mom. We­gen der Kos­ten wa­ren Plätz­chen bis weit ins 19. Jahr­hun­dert hin­ein ein Lu­xus. Denn auch Zu­ta­ten wie Zu­cker, Man­deln oder Ka­kao wa­ren sehr teu­er. Lan­ge Zeit ge­nos­sen al­so nur die fei­nen Da­men aus hö­he­ren Ge­sell­schafts­schich­ten Plätz­chen und Kek­se zu ih­rem Tee. Erst als Zu­cker güns­ti­ger wur­de und aus der hei­mi­schen Zu­cker­rü­be er­zeugt wer­den konn­te, wur­de die Plätz­chen­bä­cke­rei zu be­son­de­ren An­läs­sen wie Weih­nach­ten auch für die ein­fa­chen Leu­te zur Tra­di­ti­on.

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