Lö­wen

Das Cha­os hat ei­ne Hei­mat!

tz - - ERSTE SEITE - LUD­WIG KRAM­MER

Ei­gent­lich, so dach­te man zu Be­ginn die­ses denk­wür­di­gen Di­ens­tags, sei halt mal wie­der ei­ne Trai­ner­ent­las­sung zu mo­de­rie­ren. Die ge­fühlt 150. der letz­ten zwölf Jah­re bei den Lö­wen und mit Si­cher­heit nicht die un­be­rech­tigs­te. Doch Kos­ta Run­jaics so­for­ti­ge Be­ur­lau­bung nach 13 Spiel­ta­gen und zwölf Punk­ten war nach ein paar St­un­den schon gar nicht mehr die Haupt­nach­richt in Sa­chen Sech­zig. Fi­nan­zier Ha­san Is­ma­ik hat­te bei der ei­ligst ein­be­ru­fe­nen Pres­se­kon­fe­renz im drit­ten Stock der Ge­schäfts­stel­le noch we­sent­lich mehr News auf La­ger. Ei­ne De­gra­die­rung, ei­ne Neu­ein­stel­lung und ei­ne Klar­stel­lung in Sa­chen Klub­ver­kauf. Die tz be­leuch­tet die wich­tigs­ten Punk­te des Is­ma­ik’schen Rund­um­schlags. ■ Kos­ta Run­jaic: Das En­de des er­folg­lo­sen Chef­trai­ners war ent­ge­gen an­ders­lau­ten­der Be­rich­te be­reits vor dem 1:1 ge­gen den 1. FC Kai­sers­lau­tern be­schlos­se­ne Sa­che. „Wir ha­ben als Auf­sichts­rat seit Län­ge­rem die sport­li­che Leis­tung un­ter die Lu­pe ge­nom­men und sind nach al­len Über­le­gun­gen zur der Ent­schei­dung ge­kom­men, dass wir ihn be­ur­lau­ben“, er­klär­te Is­ma­ik. Und Prä­si­dent Pe­ter Cas­sa­let­te er­gänz­te: „Auch wenn wir ge­won­nen hät­ten, wä­re sie ge­trof­fen wor­den. Den letz­ten Kick hat Sand­hau­sen ge­ge­ben. Man muss sich nur die Ta­bel­le an­schau­en. Wir sind mit an­de­ren Er­war­tun­gen in die Sai­son ge­gan­gen und ha­ben uns er­hofft, dass wir ei­nen an­de­ren Platz ein­neh­men, als es der Fall ist. Wir ha­ben nicht ge­se­hen, dass der Plan des Trai­ners uns da­hin führt, wo wir ger­ne wä­ren.“Dum­mer­wei­se hat­te Is­ma­ik erst am Mon­tag Zeit für ei­ne Auf­sichts­rats­sit­zung. Und na­tür­lich ha­be Run­jaic wäh­rend des Spiels noch nichts von sei­nem be­schlos­se­nen Aus ge­wusst, so Cas­sa­let­te wei­ter. Laut Is­ma­ik soll der neue Trai­ner und Nach­fol­ger von In­te­rims­lö­sung Da­ni­el Bier­of­ka vor der Rück­run­de kom­men. „Wir ha­ben schon ei­ni­ge Kan­di­da­ten im Vi­sier“, so Is­ma­ik. „Deut­sche und aus­län­di­sche Trai­ner. Wir su­chen ei­nen Trai­ner, der den Ver­ein und die Fans ver­steht.“Noch in­ter­es­san­ter war frei­lich die Tat­sa­che, dass auch Ma­na­ger Tho­mas Eichin über die Run­jaic-Be­ur­lau­bung nur un­ter­rich­tet wur­de. Die ei­gent­li­che Ent­schei­dung fiel oh­ne Mit­wir­ken des Ge­schäfts­füh­rers, der seit ges­tern kei­ner mehr ist. ■ Tho­masEichin:„ Eichin wird nicht mehr Ge­schäfts­füh­rer sein, son­dern nur noch Sport­di­rek­tor. Aber das war von vorn­her­ein so ge­plant“, sag­te Is­ma­ik. Cas­sa­let­te sag­te auf Nach­fra­gen: „Das ist kei­ne Ent­mach­tung, das war so ver­ein­bart.” Al­ler­dings wur­de der Be­schwich­ti­gungs­ver­such be­reits we­ni­ge Mi­nu­ten spä­ter von Is­ma­ik kon­ter­ka­riert. Der In­ves­tor rech­ne­te gna­den­los mit Eichin ab: „Sei­ne Leis­tung ist noch nicht auf dem Ni­veau, wie wir uns das er­war­tet ha­ben. Bei die­sen In­ves­ti­tio­nen müss­ten wir oben in der Ta­bel­le ste­hen.“Trotz­dem wer­de Eichin„wei­ter­un­ter­stützt“, was auch im­mer das hei­ßen soll. Als al­lei­ni­ger Ge­schäfts­füh­rer fun­giert ab so­fort der Is­ma­ik-Ver­trau­te und Fi­nanz­ex­per­te Ant­ho­ny Po­wer (50), der bis auf

Wei­te­res den kauf­män­ni­schen Be­reich ver­ant­wor­ten soll. Als Nach­fol­ger gilt wei­ter­hin der schei­den­de Boss des FC Li­ver­pool, Ian Ay­re (53), der spä­tes­tens kom­men­de Sai­son über­neh­men soll. ■ 40 Mil­lio­nen: Ein An­ge­bot in die­ser Hö­he für 1860 ha­be er kürz­lich ab­ge­lehnt,

ließ Is­ma­ik wis­sen. „Die­ser Ver­ein steht nicht zum Ver­kauf. Selbst bei vier Mil­li­ar­den wür­de ich nicht ver­kau­fen. Ich bin als In­ves­tor ein­ge­stie­gen, aber 1860 ist mir sehr ans Herz ge­wach­sen. Ich se­he mich als Fan.“Sprach’s und düs­te im May­bach da­von.

Fo­tos (5): Sampics

An­ge­fres­sen: In­ves­tor Ha­san Is­ma­ik ne­ben Prä­si­dent Pe­ter Cas­sa­let­te

Run­jaic und Co-Trai­ner Na­dar­og­lu auf dem Weg zur Ge­schäfts­stel­le

Eichin woll­te sich zu sei­ner De­gra­die­rung nicht äu­ßern

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