Trump: TTIP vor dem Aus

Do­nald Trump stoppt Frei­han­dels­ab­kom­men mit Asi­en-Pa­zi­fik-Re­gi­on

tz - - ERSTE SEITE - IN­TER­VIEW: KLAUS RIMPEL

Sie­ben Jah­re lang ha­ben die USA, Ka­na­da, Ja­pan, Aus­tra­li­en, Neu­see­land, Viet­nam, Me­xi­ko und fünf an­de­re asia­ti­sche und latein­ame­ri­ka­ni­sche Staa­ten ver­han­delt. Die transpa­zi­fi­sche Part­ner­schaft (TPP) über die größ­te Frei­han­dels­zo­ne der Welt wur­de im Fe­bru­ar in Auck­land un­ter­zeich­net. Doch nach An­kün­di­gung von Do­nald Trump, aus TPP aus­zu­stei­gen, ist das Ab­kom­men mau­se­tot! „TPP hat kei­nen Sinn oh­ne die USA“, so Ja­pans Re­gie­rungs­spre­cher Yo­shihi­de Su­ga. Das noch nicht fer­tig aus­ge­han­del­te Frei­han­dels­ab­kom­men mit der EU er­wähn­te Trump in sei­nem 100-Ta­ge-Pro­gramm zwar nicht, aber auch TTIP dürf­te da­mit am En­de sein. Grund zum Ju­bel für die vie­len TTIP- Geg­ner in Deu­sch­land? Wir spra­chen dar­über mit ei­nem der füh­ren­den Köp­fe der An­ti-TTIP-Be­we­gung in Eu­ro­pa, dem Grü­nen Sven Gie­gold.

Ist mit dem En­de von TPP auch TTIP tot?

Sven Gie­gold, Grü­nen-Eu­ro­pa­ab­ge­ord­ne­ter: Das TTIPAb­kom­men war so­wie­so auf ei­ner fal­schen Spur, denn es ist ein über­grif­fi­ger Ver­trag, der tief in un­se­re De­mo­kra­tie ein­greift. Ich wei­ne TTIP kei­ne Trä­ne nach. Trotz­dem

ist Trumps Kurs der Ab­schot­tung ein Irr­weg.

Trotz­dem: Müs­sen TTIPGeg­ner jetzt Do­nald Trump nicht dank­bar sein?

Gie­gold: Nein. Un­ser Leit­bild bleibt der fai­re Han­del, nicht Ab­schot­tung. Ein TTIP, das sich tat­säch­lich am fai­ren Han­del ori­en­tiert und nicht nur an den In­ter­es­sen der Groß­in­dus­trie, wä­re ein ech­ter Fort­schritt. Die meis­ten Men­schen in Deutsch­land sind nicht ge­gen frei­en Han­del auf die Stra­ße ge­gan­gen, son­dern ge­gen ei­ne Form von Wild-West-Ka­pi­ta­lis­mus. Und lei­der scheint Herr Trump ge­nau für die­sen Wild-West-Ka­pi­ta­lis­mus zu ste­hen. Aber auch er muss die Chan­ce be­kom­men, uns al­le noch zum Stau­nen zu brin­gen.

Groß­bri­tan­ni­en und die USA wol­len die Kör­per­schafts­steu­er un­ter 15 Pro­zent sen­ken. Droht nach Br­ex­it und dem Trump-Sieg ein Wett­lauf beim Steu­er-Dum­ping für Un­ter­neh­men?

Gie­gold: Ja, das ist ge­fähr­lich. Aber es ist nichts Neu­es – wir ha­ben in der EU längst Staa­ten wie Bul­ga­ri­en mit ei­nem Kör­per­schaft­steu­er­satz von zehn Pro­zent, 12,5 in Ir­land und Zy­pern. Für mich ist das ein Weck­ruf: Wenn wir ge­gen solch ein welt­wei­tes Steu­er­dum­ping an­ge­hen wol­len, müs­sen wir als Ers­tes in Eu­ro­pa Min­dest­steu­er­sät­ze ein­füh­ren. Die Kon­ser­va­ti­ven und Li­be­ra­len im EU-Par­la­ment ha­ben das im­mer ab­ge­lehnt.

F.: r t s

Do­nald Trump stell­te am Mon­tag sein Pro­gramm für die ers­ten 100 Ta­ge nach der Ve­rei­di­gung am 20. Ja­nu­ar 2017 vor und kün­dig­te so­fort ra­di­ka­le Maß­nah­men ge­gen den Frei­han­del an

F.:Rts

TTIP-Geg­ner am Ziel? Do­nald Trump glaubt, dass Frei­han­dels­ab­kom­men US-Jobs ver­nich­ten

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