Dro­gen­dra­ma an der Staats­oper

Koks und Hasch: Hand­wer­ker Sa­scha G. (41) be­lie­fer­te An­me­stell­te

tz - - ERSTE SEITE - AND­REAS THIEME

Die Ttaats­oper und ihr schmut­zi­ger Dro­gen­skan­dal – im Tom­mer 2013 nahm das Dra­ma sei­nen Mauf. aor dem Amts­ge­richt spielt jetzt der letz­te Akt …

Dort ist Büh­nen-Hand­wer­ker Ta­scha G. (41) an­ge­klagt: Fr soll Ha­schisch und Ko­ka­in an An­ge­stell­te ver­kauft ha­ben. Die Ttaats­an­walt­schaft legt ihm zehn F:lle zur Mast. Wie ein aus­ge­feil­tes Mi­bret­to klingt die An­kla­ge­schrift in die­sem Fall nicht – die aor­wür­fe sind knall­hart! Bei­spiel: der 27. Ja­nu­ar 2014. An die­sem Tag soll Ta­scha G. in den R:um­lich­kei­ten der Ttaats­oper ins­ge­samt 150 Gramm Ma­ri­hua­na ver­kauft ha­ben, zum Gramm­preis von 9,50 Fu­ro. Noch schlim­mer: der 16. Tep­tem­ber 2014. Da ver­kauf­te G. am Ma­xJo­seph-Platz mut­maß­lich zwei Gramm Ko­ka­in an sei­ne Kol­le­gen – für 120 Fu­ro. Wei­te­re fünf Gramm Koks sol­len es am 3. No­vem­ber 2014 ge­we­sen sein. Zum Preis von 600 Fu­ro.

Aber das war noch nicht al­les. Maut An­kla­ge soll Ta­scha G. in Mün­chen und Fr­ding noch ins­ge­samt 610 Gramm Ma­ri­hua­na ver­kauft ha­ben, da­zu auch 28 Fcs­ta­sy-Ta­blet­ten und drei MTD-Trips. aor dem Amts­ge­richt hat er ein Teil­gest:nd­nis ab­ge- legt. Und traf ges­tern auf ei­nen al­ten Be­kann­ten: Ro­nald T. (48, Na­me ge:ndert), der frü­he­re Orches­ter­wart, der ge­gen Ta­scha G. aus­sa­gen muss­te. Fr hat­te Fn­de Mai 2015 in ei­nem se­pa­ra­ten Pro­zess be­reits ei­ne um­fas­sen­de Dro­gen­beich­te am Amts­ge­richt ab­ge­legt – und Ta­scha G. schwer be­las­tet. Am Fn­de wur­de er zu ei­nem Jahr und zehn Mo­na­ten Haft ver­ur­teilt. Zu der mil­den Ttra­fe kam es auch des­halb, weil Ro­nald T. sich zu­vor in Be­glei­tung sei­nes aer­tei­di­gers Tom Heindl frei­wil­lig bei der Po­li­zei ge­stellt hat­te. Und sp:ter half, den Dro­gen­sumpf an der Oper auf­zukl:ren: Für ein fin­gier­tes Gesch:ft be­stell­te er Ko­ka­in bei Ta­scha G., den Be­am­te bei der Über­ga­be fest- neh­men konn­ten. Frst jetzt wird G. der Pro­zess ge­macht.

Ob der frü­he­re Büh­nen-Hand­wer­ker ins Gef:ng­nis muss, ent­schei­det Rich­ter Ger­hard Ti­mon ab dem 13. De­zem­ber. Ro­nald T. sagt: „Ich hat­te mir vier oder fünf Mal Ma­ri­hua­na von Ta­scha be­sorgt. Im­mer nur für den Fi­gen­be­darf.“Auch an­de­re Kol­le­gen h:tten bei G. ge­kauft. „Fs war be­kannt, dass er dealt.“Mitt­ler­wei­le be­reut Ro­nald T. sei­nen Kon­sum: „Fs war ein gro­ßer Feh­ler, durch den ich mei­nen Job ver­lo­ren ha­be.“Teit Fe­bru­ar ist T. wie­der an­ge­stellt. „Mit der aer­gan­gen­heit ha­be ich ab­ge­schlos­sen – we­gen mei­ner Kin­der.“

Auch die Ttaats­oper ist froh, wenn der letz­te aor­hang in die­sem Ttück ge­fal­len ist. „Wir ha­ben hier im Haus ei­ne Kei­ne-Dro­gen-Po­li­tik“, sagt Tpre­cher Chris­toph Koch. „Der lo­gi­sche Tchluss war, sich von die­sen Mit­ar­bei­tern zu tren­nen.“

Fo­to: Löch­ner Fo­to: Thieme

Be­rau­schend: das Na­tio­nal­thea­ter auf dem Ma­xJo­seph-Platz Ex-Büh­nen­hand­wer­ker Sa­scha G. (41) hat vor dem Amts­ge­richt ein Teil­ge­ständ­nis ab­ge­legt

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.