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tz - - POLITIK -

Ein Su­per­rei­cher als Kämp­fer für die Ar­men? Das ist na­iv.

Do­nald Trump, der Mann der klei­nen Leu­te… Es liegt schon ei­ne be­son­de­re Iro­nie dar­in, dass vie­le Ame­ri­ka­ner den Mil­li­ar­där ge­wählt ha­ben, da­mit er es „de­nen da oben“mal so rich­tig zeigt. Wie es aus­sieht, wird er es al­len­falls sei­nen Ge­schäfts­kon­kur­ren­ten so rich­tig zei­gen, weil er nun wun­der­bar sei­ne po­li­ti­sche Macht für sein Fa­mi­li­en­busi­ness nut­zen kann. Aber zu er­war­ten, dass aus­ge­rech­net ein Su­per­rei­cher zum Kämp­fer für die ver­ar­men­de Ar­bei­ter­schicht wird, war schon ziem­lich na­iv. Die Men­schen in den USA lei­den dar­un­ter, dass es der öf­fent­li­chen Hand an al­len Ecken und En­den an Geld fehlt – ma­ro­de Stra­ßen, Kran­ken­häu­ser wie in Dritt-Welt-Staa­ten … Trumps Ant­wort dar­auf: Noch we­ni­ger Geld für den Staat, noch mehr Geld für die Rei­chen! Un­ter­neh­men sol­len noch we­ni­ger Kör­per­schaft­steu­er zah­len. Und die Ban­ken sol­len wie­der ent­fes­selt wer­den wie vor der Fi­nanz­kri­se. Ha­ben die US-Bür­ger wirk­lich schon ver­ges­sen, dass es die Gier vie­ler Bank­ma­na­ger war, die die Welt in ei­ne der größ­ten Kri­sen der Nach­kriegs­zeit ge­ris­sen hat? Jetzt will Trump die Ge­set­ze Oba­mas rück­gän­gig ma­chen, mit de­nen der schei­den­de US-Prä­si­dent die Raub­tie­re an der Wall Street we­nigs­tens ein biss­chen ge­zähmt hat. Aber Trump stoppt TTIP! Woll­ten vie­le Deut­sche das nicht im­mer? So si­cher nicht. Denn Pro­tek­tio­nis­mus und zwi­schen­staat­li­che Ver­trä­ge, die ei­nen Un­ter­bie­tungs­wett­be­werb bei Um­welt­stan­dards und Steu­ern in Gang set­zen, sind kei­ne Al­ter­na­ti­ve zu frei­em Han­del nach fai­ren Re­geln.

Klaus Rimpel

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