Hier boh­ren die Stadt­wer­ke an der Zu­kunft

tz - - MÜNCHEN+REGION - SA­SCHA KAROWSKI

Über Geld spricht man nicht. Oder un­gern. Da­her war auch nicht zu er­fah­ren, was das neue Geo­ther­mie-Pro­jekt der Stadt­wer­ke (SWM) an der Schäft­larn­stra­ße kos­ten wird. „Bit­te ha­ben Sie Ver­ständ­nis“, sag­te Ge­schäfts­füh­rer Ste­phan Schwarz. Die Fähr­nis­se sei­en noch un­be­kannt, je­de ge­nann­te Zahl mi­t­hin ei­ne rei­ne Spe­ku­la­ti­on!

Im­mer­hin ein Rah­men ist be­kannt: Für die ge­sam­te Wen­de hin zum Ökostrom, die Aus­bau-Of­fen­si­ve Er­neu­er­ba­re Ener­gi­en, ha­ben die Stadt­wer­ke ein Bud­get von neun Mil­li­ar­den Eu­ro vor­ge­se­hen. Der Be­reich Wär­me­markt, al­so die Geo­ther­mie, frei­lich nimmt da nur ei­nen klei­nen Teil ein. Den­noch scheint Mün­chen ei­ne welt­wei­te Vor­rei­ter­rol­le ein­zu­neh­men. Das sagt ein Ex­per­te. Und wohl kaum ein an­de­res Ge­län­de steht der­art pla­ka­tiv für ei­ne Ener­gie­wen­de wie das Are­al an der Schäft­larn­stra­ße.

Das näm­lich ist vol­ler Ener­gie-Ge­schich­te: Pech- koh­le, St­ein­koh­le, schwe­res Heiz­öl, leich­tes Heiz­öl – all das wur­de in Send­ling schon ver­brannt. Zur Ener­gie-Ge- win­nung. Und nun die Wen­de hin zur Geo­ther­mie: Ab 2018 soll just an die­sem Stand­ort das mitt­ler­wei­le drit­te Erd­wär­me-Werk Mün­chens ent­ste­hen – ne­ben dem in Riem und Freiham. Es ist der nächs­te Schritt auf ei­nem lan­gen Weg: Bis 2040 soll Mün­chen die ers­te deut­sche Groß­stadt wer­den, in der Fern­wär­me zu 100 Pro­zent aus er­neu­er­ba­ren Ener­gi­en ge­won­nen wird. Doch Kri­ti­kern dau­ert das zu lan­ge. Sie wür­den die St­ein­koh­le-Ver­bren­nung im Münch­ner Nor­den ger­ne frü­her stop­pen. Der Prä­si­dent des Bun­des­ver­bands Geo­ther­mie, Er­win Kna­pek, be­stä­tigt in­des die lang­fris­tig an­ge­leg­te Stra­te­gie der SWM. „Für den Um­bau ist im Sin­ne der Stadt wie auch der Kun­den ein län­ger­fris­ti­ger Zei­t­raum not­wen­dig.“Man müs­se Geo­ther­mie-An­la­gen sehr sorg­fäl­tig pla­nen und Lern­ef­fek­te für künf­ti­ge Pro­jek­te nut­zen. Von die­sen Münch­ner Er­fah­run­gen könn­ten an­de­re Städ­te lan­ge da­nach pro­fi­tie­ren. „Das in Mün­chen ist mit Si­cher­heit das welt­weit am­bi­tio­nier­tes­te Pro­jekt.“

Dem in Send­ling üb­ri­gens sol­len noch drei wei­te­re fol­gen – die Stand­or­te je­doch sind noch ge­heim. Auch dar­über spricht man nicht.

Fo­tos: Götz­fried

Ge­bohrt wird in Send­ling ab 2018, 2019 soll die An­la­ge in Be­trieb ge­hen. Dar­auf freu­en sich Ste­phan Schwarz (gr. Fo­to links) und Er­win Kna­pek

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