30 Jah­re nach dem Su­per-GAU

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30 Jah­re ist es her, dass es in Tscher­no­byl zur schlimms­ten Kern­re­ak­tor­ka­ta­stro­phe al­ler Zei­ten kam. Am 26. April 1986 selbst star­ben 30 Men­schen, in den Mo­na­ten da­nach et­wa 100 Lösch­ar­bei­ter – die so­ge­nann­ten Li­qui­da­to­ren. In der Fol­ge ver­lo­ren laut Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on WHO knapp 4000 Men­schen ihr Le­ben. Mehr als 100 000 An­woh­ner muss­ten eva­ku­iert wer­den, seit 1990 stieg in der Re­gi­on die Quo­te für Schild­drü­sen­krebs dras­tisch an. Ge­rin­ger Trost: Laut WHO ist es die ein­zi­ge Krebs­art, bei der ein An­stieg zu ver­zeich­nen war.

Wie sieht es heu­te aus? Die 4300 Qua­drat­ki­lo­me­ter gro­ße Sperr­zo­ne rund um das Atom­kraft­werk ist in­zwi­schen kei­ne hoch­ver­seuch­te Um­ge­bung mehr, in wel­cher der si­che­re Tod lau­ert. Täg­lich hal­ten sich Tau­sen­de Men­schen in der Zo­ne auf – Ar­bei­ter, aber auch Tou­ris­ten. Und auch Tie­re kön­nen in Tscher­no­byl be­ob­ach­tet wer­den. In wei­ten Tei­len ist die Strah­len­be­las­tung nicht hö­her als die Nor­mal­strah­lung, die uns auch in Deutsch­land um­gibt. Al­ler­dings gibt es Or­te in­ner­halb der Schutz­zo­ne, so­ge­nann­te Ho­ts­pots, an de­nen es star­ke Schwan­kun­gen der Be­las­tung gibt. Die­se Or­te stel­len noch im­mer ei­ne töd­li­che Ge­fahr dar. Der ra­dio­ak­ti­ve Stoff, der da­mals in die Luft ge­schleu­dert und auch über We­st­eu­ro­pa ver­teilt wur­de, war das Iso­top Cä­si­um-137. Mit ei­ner Halb­werts­zeit von 30 Jah­ren hat es sich seit der Ka­ta­s­to­phe al­so erst hal­biert. Ex­per­ten ge­hen da­von aus, dass die Ge­gend erst in 300 Jah­ren von den Strah­len be­freit sein wird.

Die wirk­lich ge­fähr­li­chen ra­dio­ak­ti­ven Stof­fe – Plu­to­ni­um, Uran – sind noch im zer­stör­ten Re­ak­tor ein­ge­schlos­sen. Der neue Sar­ko­phag soll da­für sor­gen, dass es noch lan­ge so bleibt.

Fo­tos: dpa

Vier Jah­re wur­de an der Stahl­hül­le ge­baut. Un­ter ihr hät­te selbst Not­re-Da­me in Pa­ris Platz

Fo­tos: rts, pa

Links: Zwei Li­qui­da­to­ren rei­ni­gen die ver­seuch­te Zo­ne rund um den ha­va­rier­ten Block vier. Oben: Ei­ne Frau trau­ert um ei­nen An­ge­hö­ri­gen, der den Strah­len zum Op­fer fiel

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