Auf in den (Wahl-)Kampf

Mer­kel: Mit Er­fah­rung ge­gen Dem­ago­gen

tz - - POLITIK -

Ei­nes ist nach dem 40-mi­nü­ti­gen Auf­tritt der Kanz­le­rin im Bun­des­tag klar: Mer­kel bleibt Mer­kel. Ge­wohnt ge­schäfts­mä­ßig ar­bei­tet die CDUChe­fin die The­men der Zeit ab. Vom Flücht­lings­de­al mit der Tür­kei über den sy­ri­schen Bür­ger­krieg, von der La­ge der EU zur Pfle­ge­ver­si­che­rung, von Trump bis Twit­ter. Die­ser un­über­sicht­li­chen Si­tua­ti­on in der Welt will Mer­kel vor al­lem eins ent­ge­gen­set­zen: ih­re Er­fah­rung nach 12 Jah­ren im Kanz­ler­amt.

Ihr Ver­spre­chen: sie wer­de sich um ge­ord­ne­te Ver­hält­nis­se be­mü­hen. „Vie­le Men­schen ma­chen sich in die­sen Ta­gen Sor­ge um die Sta­bi­li­tät un­se­rer ge­wohn­ten Ord­nung.“An­griffs­lus­tig wirk­te die Kanz­le­rin da­bei nicht – und auch nicht be­son­ders kon­zen­triert. Sie wirk­te

fah­rig, ab­ge­lenkt und schien er­leich­tert, als ih­re Re­de nach gut 40 Mi­nu­ten vor­bei war.

Mer­kels Kom­pass: Die Ach­tung der Wer­te wie Frei­heit und Recht – oh­ne den künf­ti­gen USPrä­si­den­ten Do­nald Trump auch nur ein­mal zu er­wäh­nen. Den nö­ti­gen „Ge­sprächs­fa­den“mit der Tür­kei, die Kri­tik an Russ­lands Kriegs­po­li­tik in Sy­ri­en, die Chan­cen der Glo­ba­li­sie­rung, die Not­wen­dig­keit in­ter­na­tio­na­ler Han­dels­ab­kom­men, die gu­te Wirt­schafts­la­ge in Deutsch­land, wo er­neut zu­guns­ten der jun­gen Ge­ne­ra­ti­on kei­ne neu­en Schul­den ge­macht wer­den. Mit an­de­ren Wor­ten: Kei­ne Ex­pe­ri­men­te.

Die Kanz­le­rin will weg vom Ne­ga­ti­ven, will Er­run­gen­schaf­ten nen­nen. Sie ist aber ein­fach nicht der emo­tio­na­le Typ, den sich man­che jetzt als Ge­gen­ge­wicht zu Po­pu­lis­ten wün­schen. In der Uni­on fürch­ten vie­le, dass es bei der nächs­ten Bun­des­tags­wahl eher ei­nen Kampf um die Her­zen denn um die Köp­fe der Men­schen ge­ben könn­te.

Of­fen­heit wird un­s­mehrSi­cher­heit . brin­gen als Ab­schot­tung Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU)

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