Ei­ne SPD, die sich ver­kauft …

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We­ni­ger Geld und wei­ße Wes­te: So ge­winnt man eher Wah­len!

Sig­mar Ga­b­ri­el hat­te es so schön deut­lich for­mu­liert: „Wir ver­kau­fen kei­ne Amts­trä­ger und auch nicht die Par­tei an an­de­re Leu­te, die ge­nug Geld ha­ben!“Der SPD-Chef kri­ti­sier­te mit die­sen Wor­ten vor sechs Jah­ren die CDU, die in Nord­rhein-West­fa­len Tref­fen von In­dus­trie-Lob­by­is­ten mit dem da­ma­li­gen Mi­nis­ter­prä­si­den­ten Jür­gen Rütt­gers für 20 000 Eu­ro ver­scha­cher­te. Die kla­ren Wor­te von da­mals fal­len Ga­b­ri­el jetzt auf die Fü­ße. Auch sei­ne SPD ver­kauft sich an die Leu­te, die ge­nug Geld ha­ben. Auch der Zu­gang zur So­zi­al­de­mo­kra­tie ist für die, die reich­lich Ba­res da­für zah­len, leich­ter zu be­kom­men als für den ein­fa­chen Ar­bei­ter, den die SPD ja vom ei­ge­nen An­spruch her ver­tre­ten will … Ein­mal mehr zei­gen die Par­tei­en, dass sie je­de Lü­cke im Par­tei­en­gesetz aus­nüt­zen, um mehr Geld in die Kas­sen zu be­kom- men. Rich­tig ist: Die Par­tei­en brau­chen Geld, um ih­re de­mo­kra­ti­sche Rol­le aus­üben zu kön­nen. Doch wo­her das Geld kommt, muss klar er­sicht­lich sein – da­mit auch of­fen­kun­dig wird, wenn es bei be­stimm­ten Ge­set­zes­in­itia­ti­ven In­ter­es­sen­kon­flik­te gibt. Die SPD stopp­te ges­tern die über das Par­teimaga­zin Vor­wärts ein­ge­fä­del­ten Miet-Ge­sprä­che. Aber das reicht nicht! Die Lü­cke im Par­tei­en­gesetz muss ge­schlos­sen wer­den, wo­nach Spon­so­ring via Toch­ter­fir­men an der of­fi­zi­el­len Par­tei­en­fi­nan­zie­rung vor­bei er­laubt ist. SPD und Uni­on müs­sen end­lich ka­pie­ren: Mit we­ni­ger Geld und wei­ßer Wes­te kann man eher ge­gen Po­pu­lis­ten Wah­len ge­win­nen als mit viel Geld – und Dreck am Ste­cken. Klaus Rim­pel

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