Die Miet-Mi­nis­ter

Bis zu 7000 Eu­ro für ein Tref­fen mit Spit­zen­po­li­ti­kern: SPD stoppt Spon­so­ring

tz - - GELD+MARKT -

D ie SPD zieht die Not­brem­se: Nach dem Be­richt des ZDF-Ma­ga­zins Fron­tal 21 über käuf­li­che Ge­sprä­che mit Mi­nis­tern ( tz be­rich­te­te) hat die Par­tei die­se „Ren­ta-So­zi“-Pra­xis ge­stoppt. „ Vor­wärts- Ge­sprä­che – ob mit oder oh­ne Spon­so­ring – wird es in Zu­kunft nicht mehr ge­ben“, teil­te SPDSchatz­meis­ter Diet­mar Nie­t­an mit. Die SPD wer­de die Bun­des­tags­ver­wal­tung bit­ten, die vom SPD-Par­teimaga­zin Vor­wärts aus­ge­rich­te­ten Ge­sprä­che um­fas­send zu prü­fen.

Nach Ein­schät­zung der Bun­des­tags­ver­wal­tung gibt es aber kei­ne An­halts­punk­te für ei­nen Ver­stoß ge­gen Fi­nan­zie­rungs­re­geln des Par­tei­en­geset­zes. Aus der SPD-Spit­ze hieß es, Par­tei­chef Sig­mar Ga­b­ri­el sei ent­setzt über die Vor­gän­ge.

Fron­tal 21 hat­te auf­ge­deckt, dass Fir­men und Lob­by­is­ten für 3000 bis 7000 Eu­ro Tref­fen mit Mi­nis­tern, Staats­se­kre­tä­ren und Funk­tio­nä­ren der So­zi­al­de­mo­kra­ten qua­si bu­chen konn­ten.

Pein­lich für Ga­b­ri­el, der 2010 nach Auf­de­ckung der „Rent-a-Rütt­gers“-Af­fä­re die CDU scharf kri­ti­siert hat­te und da­mals über die SPD ge­sagt hat­te: „Wir ver­kau­fen kei­ne Amts­trä­ger und auch nicht die Par­tei an an­de­re Leu­te, die ge­nug Geld ha­ben.“Da­mals hat­te die CDU für 20 000 Eu­ro da­für an­ge­bo­ten, dass der da­ma­li­ge NRW-Mi­nis­ter­prä­si­dent zum Ge­spräch am Par­tei­tags-Stand vor­bei­schaut.

Jetzt leg­te Fron­tal 21 of­fen, dass bei­spiels­wei­se die nie­der­län­di­sche ING-Di­ba-Bank für ein Ge­spräch mit Jus­tiz­mi­nis­ter Hei­ko Maas am 12. Ok­to­ber an die zwi­schen­ge- schal­te­te SPD-Agen­tur NWMD Geld ge­zahlt ha­be. Maas, aber auch die an­de­ren be­trof­fe­nen Mi­nis­ter Andrea Nah­les (Ar­beit), Bar­ba­ra Hend­ricks (Um­welt) und Ma­nue­la Schwe­sig (Fa­mi­lie) hät­ten nicht ge­wusst, wie die Ge­sprä­che ver­mit­telt wor­den sei­en, be­teu­ert der SPD-Schatz­meis­ter.

Bun­des­tags­prä­si­dent Nor­bert Lam­mert (CDU), der den Par­tei­en bei ih­ren Fi­nanz­ge­schäf­ten auf die Fin­ger schaut, mein­te: „Völ­lig un­ab­hän­gig von der Fra­ge, ob das recht­lich re­le­vant ist oder nicht, es ist je­den­falls sel­ten däm­lich.“

Die Staats­recht­le­rin Prof. So­phie Schön­ber­ger von der Uni Kon­stanz spricht von ei­ner „rechts­wid­ri­gen Um­ge­hung der Par­tei­en­fi­nan­zie­rung“.

„Die Fra­ge, wer solch ei­ne Ver­an­stal­tung fi­nan­ziert, ist jetzt nicht das The­ma für mich“: Hei­ko Maas

Fo­tos (4): dpa

Für Kon­tak­te mit die­sen Mi­nis­tern nahm die SPDA­gen­tur Geld: Andrea Nah­les, Bar­ba­ra Hend­ricks, Ma­nue­la Schwe­sig und Hei­ko Maas (v.l.)

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