„Heu­te sind sie al­le Pop­stars“

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Im­mer hö­he­re Ge­häl­ter, aber auch im­mer mehr Spon­so­ren­ter­mi­ne, Mar­ke­ting­auf­trit­te und Be­su­che im Show­busi­ness bei im­mer we­ni­ger Pri­vat­sphä­re – den ste­tig stei­gen­den Hy­pe um Fuß­ball­pro­fis hält Paul Breit­ner für be­denk­lich.

„Die Spie­ler ha­ben nur we­ni­ge Au­gen­bli­cke, um frei zu at­men. Heu­te sind sie al­le Pop­stars“, sagt der Mar­ken­bot­schaf­ter des FC Bay­ern im In­ter­view mit dem heu­te er­schei­nen­den Sport­ma­ga­zin So­cra­tes.

Das ist ei­ner der Haupt­grün- de, wes­halb der Welt­meis­ter von 1974 „kei­ne ein­zi­ge Mi­nu­te mei­ner Kar­rie­re in den 70er­und 80er-Jah­ren tau­schen wür­de – nicht ge­gen ei­ne Mi­nu­te in den 90ern, nicht ei­ne Mi­nu­te ge­gen heu­te“. Die Stars von heu­te sei­en stän­dig un­ter Be­ob­ach­tung. „Die Spie­ler wer­den heu­te re­gel­recht kon­trol­liert. Nicht, wie sie Fuß­ball spie­len, son­dern wie sie at­men oder wie sie Au­to fah­ren“, meint der 65-Jäh­ri­ge. Er da­ge­gen konn­te sei­ne Freizeit als Pro­fi ge­nie­ßen.

„Ich hat­te die Frei­heit, wie an­de­re jun­ge Men­schen zu le­ben. Ich konn­te zum Ok­to­ber­fest ge­hen. Mei­ne Kin­der konn­ten zur Schu­le ge­hen wie an­de­re Kin­der“, er­in­nert sich der ehe­ma­li­ge Na­tio­nal­spie­ler, der mit dem FC Bay­ern fünf­mal Meis­ter wur­de.

Auch heu­te noch zählt er zu den Ge­sich­tern des Ver­eins, sei­ne Zeit bei Re­al Ma­drid (1974 bis 77) will er trotz­dem nicht mis­sen: „Ich war zu ei­ner po­li­tisch be­son­de­ren Zeit in Spa­ni­en. Erst der Fa­schis­mus un­ter Fran­co, dann die Mon­ar­chie un­ter Juan Car­los. Das wa­ren die in­ter­es­san­tes­ten Jah­re mei­nes Le­bens.“

Ei­nem an­de­ren Aus­hän­ge­schild des FCB rät er den­noch nicht, den Klub zu ver­las­sen. „Tho­mas Mül­ler ist der per­so­ni­fi­zier­te FC Bay­ern“, er­klärt Breit­ner in So­cra­tes. „So ist es sehr un­wahr­schein­lich, an die­sen Spie­ler her­an­zu­kom­men, ihn in sei­nem Be­wusst­sein um­zu­dre­hen, da­mit er den Klub ver­lässt.“

Fo­to: A-way

Zu­frie­den mit sei­ner Kar­rie­re: Paul Breit­ner mit sei­ner Ehe­frau Hil­de

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