Fran­cis­co de Zur­barán: Der hei­li­ge Fran­zis­kus von As­si­si nach der Vi­si­on von Papst Ni­ko­laus V., um 1640

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Ein un­glaub­li­ches Bild. Zur Ge­schich­te: Papst Ni­ko­laus hat­te in As­si­si in der Kryp­ta das Gr­ab des Hei­li­gen be­sucht, und der Le­gen­de nach war des­sen Leich­nam völ­lig un­ver­sehrt, so­gar die Au­gen wa­ren ge­öff­net. Und wie malt Zur­ba­ran die­ses Bild? Er zeigt nicht den Papst und sei­ne Über­ra­schung, son­dern wir selbst wer­den zum Papst – wir sind die Zeu­gen je­nes Wun­ders des Fran­zis­kus. Hier se­hen Sie sehr stark das Skulp­tu­ra­le, das in der spa­ni­schen Kunst so wich­tig ist. Die Ins­ze­nie­rung ist hoch­thea­tra­lisch, das Licht, der dunk­le Hin­ter­grund. Wo die Hän­de sind, sieht man nur ei­ne schwar­ze Lü­cke. Aber wenn Sie ganz ge­nau nach un­ten schau­en, blitzt ein Fuß her­aus in­klu­si­ve schmut­zi­ger Ze­hen­nä­gel. Sie ver­wei­sen auf die Ar­mut Fran­zis­kus’, auf den Bet­tel­or­den und dar­auf, dass er zu Fuß ging. Das Bild ist un­fass­bar er­ha­ben und gleich­zei­tig fass­bar mensch­lich. Ir­disch und himm­lisch eben.

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